Roth: Der stille Ozean
Gerhard Roth
Der stille Ozean
Quelle: Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung, Graz
Text: Elmar Lenhart
Am Lande in der Südoststeiermark befindet sich die Hauptfigur des Romans Der stille Ozean von Gerhard Roth und lässt die Menschen um ihn herum im Unklaren über den Grund seines Aufenthalts. Er geht als Fremder mit auf eine Fasanenjagd, um die Leute kennenzulernen. So steht die ganze Partie im Nebel und wartet auf den Start. Diese Szene ist in der gedruckten Version viel kürzer als in dieser Fassung, da der Autor sie umfangreich verändert hat. Was an diesem Beginn nicht absehbar ist: Die Jagd artet aus, die Furcht vor einer Tollwut-Epidemie lässt die Jäger irrational und mordlüstern werden. Wie viele Jagdszenen in der Literatur, so ist auch diese eine Parabel.
Ausschlaggebend für die Idee zu dem Roman sei nach Roth der Anblick von fünf erschossenen Füchsen gewesen. In der Darstellung des Umgangs mit Tieren demonstriert der Autor tief liegende, menschliche Regungen. Latente Aggressionen und Furcht führen oft zu Verfolgung und Gewalt. Roth „fragt auch immer nach der Lust auf Tradierung des Grausamen, mithin nach der eigenen Grausamkeit“, denn diese taucht in Roths Büchern als entgrenzte Phantasie oder ausgelebte Praxis auf.
Der stille Ozean ist der erste Band einer Serie mit dem Titel Die Archive des Schweigens, die in 7 Bänden zwischen 1980 und 1992 erschienen ist.
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