Horváth: Kasimir und Karoline
Ödön von Horváth
Kasimir und Karoline
Quelle: Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien
Text: Elmar Lenhart
Kasimir und Karoline war eine Neuinterpretation des traditionellen bayrisch-österreichischen Volksstücks. Uraufgeführt wurde das Stück im Herbst des Jahres 1932. Ödön von Horváth stellte die Figur der sogenannten Wiesenbraut in den Mittelpunkt, die er in einem Notizheft wie folgt beschrieb:
„…Unter einer Wiesenbraut versteht man in München ein Fräulein, das man an einem Oktoberfestbesuch kennen lernt, und zu dem die Bande der Sympathie je nach Veranlagung und Umständen mehr oder weniger intimer geschlungen werden. […] Oft will die Wiesenbraut nur lustig sein und sonst nichts, häufig will sie sonst auch noch etwas; nie aber denkt sie momentan materiell.“
Kurz vor der Uraufführung des Stücks experimentierte der Autor mit verschiedenen Titelentwürfen, in die vor allem die Überlegung miteinfloss, ob der Schauplatz nun prominent hervorgehoben werden solle, oder nicht. Es ist das Notizbuch Nr. 7, in dem sich neben einer Reihe von Entwürfen und neuen Fassungen einzelner Szenen auch dieses Blatt findet. Horváth wollte die Anspielung auf das Oktoberfest im Titel eigentlich weglassen, aber „vermutlich wollte“ sein Regisseur, Franz (Francesco) von Mendelssohn „gerade im Gegenteil das Ambiente des Stücks hervorheben“, denn im Stück wie auch in der Wirklichkeit befand man sich inmitten der Weltwirtschaftskrise und wer gerade seine Arbeit verloren hat wie Kasimir, dem ist nicht nach ausgelassenem Feiern zumute.
Die zweite Hauptfigur ist seine Freundin Karoline. Für sie überlegte sich der Autor die Bezeichnung „Wiesenbraut“. Mit dem Untertitel hätte er den Ort und die Zeit der Handlung fixiert. Der Text war da schon fast fertig. Im traditionellen Volksstück dieser Zeit kommen am Ende meistens zwei zusammen. Hier passiert das auch, aber anders als gedacht.
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