Handke: Publikumsbeschimpfung
Peter Handke
Publikumsbeschimpfung. Ein Sprechstück
Quelle: Deutsches Literaturarchiv, Marbach
Text: Elmar Lenhart
Mit Publikumsbeschimpfung wurde Peter Handke im Jahr 1966 zum umjubelten Literatur-Pop-Star. Er stellte das klassische Theater radikal in Frage, indem er die vierte Wand nicht nur durchbrach, sondern sie gleich einriss. Es ist seine frühe „literarische Rebellion gegen das Literarische.“
Zu dieser Zeit war er in Graz und mit der Schauspielerin Libgart Schwarz liiert, was ihn nach eigener Darstellung oft ins Theater brachte. Mit dem, was er dort sah, war er aber wenig einverstanden: „Das moderne Drama möchte das Theater nicht zu einer eigenen Welt machen, die verschieden ist von der Welt der Zuschauer; das Theater soll wieder ein Teil der Welt der Zuschauer werden.“
Dieses Manuskriptblatt wurde 1965 verfasst und gehört zur Textfassung, die an den Suhrkamp Verlag für die Herstellung des Bühnenbuchs ging. Viel mehr Quellen gibt es nicht, allerdings „kursieren bisher nicht verifizierbare Gerüchte, dass Handke in Graz die Beschimpfungen für sein Stück gesammelt hat, wobei behauptet wird, dass sich diese Notizen in einem Privatbesitz erhalten haben sollen.“
Berühmt geworden ist die Litanei an Beschimpfungen, die die Darsteller ins Publikum sprechen, schreien und deklamieren. Einzelne Schimpfwörter streicht der Autor, kurz vor Abschluss seiner Arbeit auf diesem Blatt aus und ersetzt sie durch andere, in sorgfältigster Schrift und unter Einhaltung der offiziellen Korrekturzeichen. Die ersetzten Worte sind ebenfalls mit Akribie übermalt, sodass man sie nur teilweise zu lesen im Stande ist.
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