Kofler: Königin der Nacht
Werner Kofler
Mutmaßungen über die Königin der Nacht
Quelle: Robert-Musil-Institut/Kärntner Literaturarchiv, Klagenfurt
Text: Elmar Lenhart
Das Wort „Wirklichkeit“ bzw. „wirklich“ ist entscheidend für Werner Koflers Literatur. Es taucht immer wieder in seinem Werk an prominenter Stelle auf. Die Auseinandersetzung mit dem, was zu sein scheint und dem, was ist, äußert sich als Mischung fiktionaler und nicht-fiktionaler Textbestandteile.
Am Beginn von Mutmaßungen über die Königin der Nacht steht die nüchterne Beschreibung eines nationalsozialistischen Konzentrationslagers, das hier ganz in der Nähe, am Loiblpass, war. Kofler verwendete als Grundlage einen Text des Historikers August Walzl und überarbeitete ihn. In der Geschichte taucht diese Beschreibung dann auf einem Zettelchen bei einem Lagerinsassen auf, der auf die geschilderte Art ums Leben kommt. Es handelt sich um den Ehemann einer Sängerin, einer Darstellerin der Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte. Am Ende erscheint dann die berührende Frage nach dem Verbleib der Sängerin, nach dem Verbleib der Königin der Nacht. Diese erzählerische Klammer umschließt die Geschichte. Kofler schildert meisterhaft, wie die Barbarei der Nationalsozialisten mit Hochkultur und insbesondere mit Mozarts harmlosem Singspiel zusammenpassen konnte. Er konsultierte dazu auch das wissenschaftliche Standardwerk zu diesem Thema, Fred K. Priebergs Buch Musik im NS-Staat, das ihm wertvolle Hinweise lieferte.
Auf einem Notizblatt, das Teil des Nachlasses von Werner Kofler ist, listete er wissenschaftliche Publikationen auf, die er für seine Werke verwendete, inklusive Seitenzahlen. Es war ihm offenbar wichtig, seine Quellen im Blick zu behalten und er sah die literarische Arbeit nicht als Arbeit an Erfundenem. Er nannte das Real Fiction.
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