Jonke: Schlafkrieg
Gert Jonke
Erwachen zum großen Schlafkrieg
Quelle: Robert-Musil-Institut / Kärntner Literaturarchiv, Klagenfurt
Text: Elmar Lenhart
Am Morgen erwachen nicht nur die Menschen, sondern eine ganze Stadt, Gebäude und Stiegenhäuser. Aus Stein und Beton lassen sich lebendige Organismen träumen. Gert Jonke denkt sich in die großen Figuren, die manchmal an Hausfassaden und unter Balkonen so aussehen, als trügen sie eine große Last und als würden die Häuser zusammenbrechen, wenn sie diese Last abschüttelten. Und so ist auch der kryptisch anmutenden Titel zu verstehen: Das Erwachen mündet in einen Krieg.
In dieser 1982 erschienenen Erzählung verwirren lange Sätze und sehr lange Wörter die Lesenden. „[D]ie Wörter und die Sätze überschlagen sich regelrecht, türmen sich zu wahren Wortungetümanhäufungsversuchen auf, verschachteln sich zu aberwitzigen Dingworthaufen.“
Dass Jonke aber nicht verwirren wollte, sondern im Gegenteil nach der bestmöglichen Beschreibung seiner Geschichte suchte, beweist dieses Manuskript, das im Jahr 2017, 37 Jahre nach seiner Niederschrift, ins Kärntner Literaturarchiv kam. Im Nachlass sind noch zwei Fassungen enthalten: die angesprochene Abschrift und eine weitere Abschrift, die dann dem gedruckten Text entspricht.
An diesem Manuskriptblatt ist die Handschrift des Autors deutlich erkennbar. Ob alle Korrekturen von ihm stammen, ist allerdings nicht ganz sicher, denn hier sind viele verschiedene Arten von Streichungen zu sehen. Wahrscheinlich wurde das Manuskript zwischen Verlag und Autor hin- und hergeschickt und verschiedene Akteur:innen haben darauf ihre Spuren hinterlassen.
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