Bachmann: Malina
Ingeborg Bachmann
Malina
Quelle: Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien; Text: Anke Bosse
Berühmt wurde Ingeborg Bachmann in den 1950er und 1960er Jahren als Lyrikerin und Autorin von Hörspielen und kurzen Erzählungen. Doch Mitte der 1960er Jahre ließ sie eine tiefe existentielle Krise verstummen. Erst im Frühjahr 1971 kehrte sie zurück – nun aber fulminant und überraschend mit einem umfangreichen Prosawerk: Malina. Mit ihm trat der erste Band des „Todesarten“-Projekts an die Öffentlichkeit, das Bachmann mehrbändig plante und an dem sie seit Jahren arbeitete. Mit Malina landeten Bachmann und der Suhrkamp Verlag einen ‚Coup‘: obwohl hoch komplex, wurde Malina zum Bestseller.
„Es war Mord.“ Völlig isoliert steht dieser, inzwischen berühmte Satz am Ende des Buchs. Wohl kein Ende ist so kontrovers diskutiert worden wie dieses. Es hat auch die Autorin bis zum Schluss, bis zur Drucklegung beschäftigt. Bemerkenswert ist, dass Bachmann erst durch diese finalen Streichungen gezielt verunklart, wer überhaupt „Es war Mord“ spricht. Die männliche Figur Malina kann es nicht sein, sie erzählt nicht. Die Ich-Erzählerin kann es nicht sein, denn sie verschwindet in der Wand und wird zur stummen (!) Zeugin, die sehen und hören muss, wie Malina sie eliminiert: „Wie bitte? / […] Hier ist keine Frau. / Ich sage doch, hier war niemand dieses Namens. / Es gibt sonst niemand hier.“ Ist das „Mord“? Wer sagt das? Die Irritation bleibt …
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