Lavant: Meine Stube
Christine Lavant
Meine Stube duckt sich gläsern
Quelle: Robert-Musil-Institut/Kärntner Literaturarchiv, Klagenfurt
Text: Elmar Lenhart
Dieses Gedicht stammt aus dem Band Spindel im Mond und wurde 1959 erstmals veröffentlicht. Es war Christine Lavants dritter Gedichtband und erzeugte wie sein Vorgänger, Die Bettlerschale, sehr viele positive Reaktionen.
Viele Gedichte Christine Lavants sind im Zeitraum zwischen 1949 und 1954 entstanden. In diesem Lebensabschnitt hatte sie eine stürmische Liebesbeziehung mit dem Maler Werner Berg. Es war, wie es Fabjan Hafner im Nachwort der Werkausgabe bezeichnet, eine amour fou der zwei Verheirateten, die aber starken Einfluss auf die künstlerische Produktion beider hatte. Werner Berg stellte seine Beziehungen mitunter in Tiermetaphern dar. Berühmt ist das Gemälde, das einen Hahn zeigt, der des Nachts zwischen zwei Hühnern schläft. Der Einbruch der Nacht wird auch im Gedicht geschildert und die Menschen nehmen verschiedene Tiergestalten an, die ihr Verhalten symbolisieren. Das macht diese Streichung so bedeutsam, weil mit der Korrektur eine finale Wendung angedeutet wird.
Christine Lavant dachte darüber nach, wie viel diese Worte über sie und ihre Umwelt verraten könnten. Das liest man in Briefen an Freunde und Förderer, wo sie von „Selbstpreisgabe“ und von „Scham und Angst“ spricht. In einem Interview, gefragt, wie sie Gedichte schreibe, gab sie an beim Schreiben „in einen anderen Zustand versetzt“ zu sein, sich von Satz zu Satz voranzutasten. Beide Aussagen zusammen klingen so, als seien ihre Texte gleichsam automatisch ohne große Anstrengung entstanden. Dafür spricht, dass sie auf ihren Manuskripten nur wenig nachträglich korrigierte.
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