Ausstellungen
FRISCH GESTRICHEN!
Korrigieren, tilgen, löschen, überschreiben, durchstreichen und ersetzen in Manuskripten österreichischer Schriftsteller:innen
LITERATURAUSSTELLUNG
Kuratiert von Elmar Lenhart mit künstlerischen Interventionen von Peter Karlhuber
Eröffnung: Mittwoch, 18. Februar | 18:00 Uhr, Foyer und Aula der Universität Klagenfurt
Ausstellungszeitraum: 18.02. – 09.03.2026 und 16.03. – 27.03.2026
Jeder Schaffensprozess ist auch davon geprägt, dass etwas weggenommen, reduziert und verändert, gelöscht, übermalt, verbessert, angestrichen und durchgestrichen, ersetzt, kassiert, getilgt, ausradiert, geext, abgetragen, beseitigt, entfernt, eliminiert oder gar annulliert, vielleicht auch nur ausgetauscht und substituiert wird.
Was entsteht, ist oft das Ergebnis unzähliger Entscheidungen, die Spuren hinterlassen. Besonders deutlich wird das im Entstehungsprozess eines Buches. Bevor sich ein Manuskript zu einem perfekten Artefakt verdichtet, ist es ein lebendiges Dokument ständiger Überarbeitung. Wo die Sorgfalt der Autorinnen, die Erfahrungen der Lektor:innen, der geübte Blick der Korrektor:innen und das Gespür der Verleger:innen zusammen treffen.
Faksimiles von zwanzig großformatigen, maschinengeschriebenen Manuskripten geben Einblick in die Denk- und Entscheidungsprozesse einer Textproduktion, erweitert durch Kunstinstallationen von Peter Karlhuber.

Die Literaturausstellung FRISCH GESTRICHEN! wird im Rahmen der internationalen Tagung Streichungen – Kreation aus Negation (18.-20. Februar 2026) an der Universität Klagenfurt gezeigt und verwandelt die Aula und das Foyer der Universität Klagenfurt in einen Manuskriptblätterwald. Die Exponate stammen von Autor:innen wie Friederike Mayröcker, Peter Handke, Ingeborg Bachmann, Christine Lavant, Gerhard Roth, Ödön von Horvath und vielen mehr. Sie zeigen die Korrektur- und Überarbeitungsphasen im Schreibprozess. Dabei handelt es sich zumeist um Manuskripte, Notizen, Vorfassungen und Druckfahnen von literarischen Texten.
Die Beispiele zeigen, wie Ödön von Horváth einen passenden Titel für sein Werk suchte, Peter Turrini den Regisseur:innen einen neuen Schluss für sein Theaterstück vorschlägt, Ingeborg Bachmann ein seltsamer Fehler in einer Übersetzung von Giovanni Ungarettis Gedicht passiert und Josef Winkler mit immer neuem Anlauf den perfekten Satz sucht, während Ilse Aichinger sich dazu entschließt, den Krieg doch nicht in ihrer Kindheitserinnerung zu nennen.


Streichungen, ob als Löschung, Korrekturen oder Ersetzungen, werden im digitalen Zeitalter zunehmend unsichtbar. Manuskripte aus der Ära der Schreibmaschine hingegen bezeugen selbst den von ihren Autor:innen nicht zur Veröffentlichung gedachten Teilen einer Textproduktion. Gedächtnisinstitutionen bewahren den Ausgangstext, sei dies der Entwurf (Archiv) oder der Hypotext (Bibliothek), in seiner originalen Fassung und erhalten damit einen Status quo ähnlich einer Zeitkapsel.
Die Ausstellung offenbart Einblicke in die Schaffensprozesse und lädt ein, einige dieser verborgenen Geschichten zu entdecken.
Literaturausstellung „Frisch gestrichen!“ des Robert-Musil-Instituts für Literaturforschung/Kärntner Literaturarchivs (RMI/KLA)
mit einem Vermittlungsprogramm für Oberstufenschüler:innen
Ort: Aula und Foyer der Universität Klagenfurt
Zeit: 18.2.–9.3.2026 und 16.3.–27.3.2026
Kuratierung: Elmar Lenhart
Idee und Organisation: Elmar Lenhart
Gestaltung und künstlerische Intervention: Peter Karlhuber, Wien
Co-Kuratierung: Lorella Gassler
Bauten: Peter Karlhuber, Hannes Stockinger, Helga Reimair
Grafik: Gerhard Spring
Sekretariat, Assistenz: Elisabeth Platz
Mit Beiträgen von: Dominik Srienc, Anke Bosse, Natalia Lecce
Finanziert durch: Robert-Musil-Institut/Kärntner Literaturarchiv, Land Kärnten, BWKMS (Bundesministerium)
Ernst Peter Prokop und Ernst Gradischnig
LAVANT AUF STEIN
15. 06. – 10. 11. 2023



Ein Versuch, Fotografien von Ernst Peter Prokop mit der Malerei von Ernst Gradischnig zu verbinden.
Die Fotos von Christine Lavant haben beide angeregt, mit der Technik der Lithografie eine neue Darstellungsform zu finden. Langwierige Experimente waren notwendig, die Fotos auf den Lithostein zu bringen, um sie mit malerischen Mitteln weiter zu interpretieren und umzugestalten.
Es ist gelungen, die fotografischen Elemente mit den grafischen so zu verbinden, dass daraus ein eigenständiges Werk entstanden ist. Auf die Möglichkeit, größere Auflagen der Lithografien anzufertigen, wurde bewusst verzichtet, es handelt sich bei den Ausstellungsbildern um Unikate, die nicht wiederholt werden können.
Ernst Peter Prokop hat die Originale ebenfalls bearbeitet und den Hintergrund durch Naturaufnahmen wie Bäumen oder Wurzeln ergänzt.
Anlässlich des 50. Todestages von Christine Lavant sind die Arbeiten in den Veranstaltungsräumen des Musil-Instituts im 1. Stock des Musilhauses zu sehen.
Der in Klagenfurt lebende Fotograf Ernst Peter Prokop ist „unermüdlich dabei, mit seiner Kamera Kunstvolles zu gestalten“ (ORF).
Der Maler Ernst Gradischnig beschäftigt sich mit Malerei, Grafik und Keramik. Einer seiner künstlerischen Schwerpunkte ist die Lithographie.
Dauer der Ausstellung: Juni bis Oktober 2023




Lithographien „LAVANT AUF STEIN“ (signiert)
GROSS EUR 480,-
MITTLERE GRÖSSE EUR 320,-
KLEIN EUR 280,-
Lavant FOTOS (signiert)
Gr. 49 x 33 cm EUR 280,-
A4 EUR 50,-
(Preise ohne Rahmen)
Werner Kofler: Vom Schreibtisch aus
21. 09. – 12. 10. 2022, Universität Klagenfurt
17. 10. 2022 – März 2023, Musil-Institut
Der Schriftsteller Werner Kofler (1947–2011), eine der markantesten literarischen Stimmen Österreichs, macht den Schreibtisch zum Beteiligten an seiner Literatur. Auf diesem profanen Möbelstück finden Bilder, Zeitungsberichte, Schallplatten und Filme zueinander, die der geniale Autor in seiner Literatur aufruft, persifliert und verfremdend montiert. „Kaum einer seiner Texte ist isoliert denkbar, ohne andere, die ihn umfluten“, schreibt Claudia Dürr, Mitherausgeberin der Werkausgabe.
Die Ausstellung Werner Kofler: Vom Schreibtisch aus unternimmt mit Materialien aus dem Nachlass den Versuch einen Schreibprozess in Momenten festzuhalten und macht Verbindungen zu den Zeitdiskursen sichtbar. Drei große detailreiche Installationen aus Schreibtischteilen bannen den Augenblick des Schreibens und erzählen zugleich das Davor und das Danach. Der solcherart geöffnete Blick erfasst wichtige Teile des Koflerschen Werks und seiner Umgebung. Kuratiert wird die Ausstellung von Elmar Lenhart (Kärntner Literaturarchiv), gestaltet von Peter Karlhuber.
Eröffnung der Ausstellung an der Universität Klagenfurt, 21.09.2022:



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