Haushofer: Die Mansarde
Marlen Haushofer
Die Mansarde
Quelle: Oberösterreichisches Literaturarchiv/Adalbert-Stifter-Institut, Linz
Text: Elmar Lenhart
X ist kein Name, es ist die Bezeichnung für jemanden, der keinen Namen trägt oder nicht benannt werden soll. „The one who must not be named“; das kennt man aus der populären Literatur.
Marlen Haushofers berühmteres Buch heißt Die Wand und handelt von einer Frau, die sich plötzlich als der letzte Mensch der Erde wähnt und ums Überleben kämpft. Auch in dem einige Jahre später erschienenen Roman Die Mansarde ist die Hauptfigur sehr einsam, allerdings in einer selbstgewählten Abgeschiedenheit. Sie ist durch ein Trauma taub und fasziniert von einem Mann, der offenbar ein furchtbares Geheimnis mit sich trägt, das er ihr, die es nicht hören kann, erzählt. Die Manuskripte zu dem Roman zeigen: Die Autorin hat dieser Figur in den ersten Fassungen durchaus einen Namen gegeben und erst mit den Überarbeitungen des Textes musste derselbe dem unpersönlichen X weichen. Gleichzeitig gewinnt mit den einzelnen Fassungen das gewaltsame Potential dieser Figur Kontur. Die Figur X enthält im gedruckten Text etwas Verdrängtes oder Eliminiertes, etwas aus dem Bewusstsein Gestrichenes der Protagonistin.
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