Mayröcker: Botschaft für das Jahr 2099
Friederike Mayröcker
Botschaft für das Jahr 2099
Quelle: Wienbibliothek im Rathaus, Wien
Text: Elmar Lenhart
Die Arbeitswohnung der Autorin, vollgestopft mit Zetteln und Büchern, war immer Teil des Bildes, das die Leser:innen von ihr hatten. Ebenso wie ihre Schreibmaschine, eine Hermes Baby, der sie Zeit ihres Lebens treu blieb. In ihren Texten dominieren das Vorläufige, das Fließende und die Wahrnehmung des Entstehungsprozesses. Hier verfasst sie einen ersten Entwurf eines Gedichts mit der Hand.
Eines der berühmtesten Gedichte Friedrich Hölderlins heißt Mitte des Lebens aus dem Jahr 1804. Hierauf nimmt Friederike Mayröcker Bezug. Im Manuskript taucht er aber nur als H´lin auf und ihr Gedicht handelt vielleicht auch von etwas ganz anderem. Der Vers „Hälfte des Lebens…“ liegt tatsächlich in der Hälfte des Gedichts, das sich zuerst mit der Utopie eines sehr langen Lebens auseinandersetzt: Mit dem Prozess des Alterns hat sich Friederike Mayröcker literarisch immer wieder beschäftigt. Oft sieht sie ihn nicht als schöne Erfahrung, aber sie stellt sich vor, sehr alt zu werden und gleichzeitig neugierig zu bleiben. Die zweite Hälfte des Gedichts blickt ebenso hoffnungsvoll in die Zukunft, als wäre das Paradies darin fest eingeplant.
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