EventGPT: Wie KI die Veranstaltungssuche im Tourismus smarter macht
Wie lassen sich aktuelle KI-Entwicklungen für konkrete Anwendungsfälle nutzbar machen? Dieser Frage widmeten sich Dietmar Jannach und Christian Kop vom Institut für Artificial Intelligence & Cybersecurity gemeinsam mit den Klagenfurter Unternehmen pixelpoint und dataCycle im Forschungsprojekt EventGPT.
Wer auf Tourismusportalen nach Veranstaltungen sucht, kämpft oft mit starren Filtermasken. Künstliche Intelligenz könnte hier helfen – hat aber ein entscheidendes Problem: Die Modelle besitzen keinen automatischen Zugriff auf aktuelle Veranstaltungsdatenbanken. Falsche oder halluzinierte Informationen sind im Tourismus kein technisches Randproblem, sondern ein echter Vertrauensverlust, stehen die Tourist:innen schließlich vielleicht vor verschlossenen Türen oder in leeren Veranstaltungslocations.
EventGPT verfolgt einen datengetriebenen Ansatz: Die Künstliche Intelligenz generiert keine Antworten aus sich selbst heraus, sondern übersetzt natürlichsprachliche Anfragen wie „Welche Familienveranstaltungen gibt es am Wochenende in meiner Nähe?“ automatisch in strukturierte Datenbankabfragen. Die KI wird damit zur intelligenten Übersetzungsschicht – die Datenquelle bleibt transparent und kontrollierbar.
Ein zentraler Forschungsschwerpunkt lag auf dem Umgang mit unscharfen Anfragen: Begriffe wie „in meiner Nähe“ oder „am Wochenende“ enthalten Interpretationsspielräume, die das System zuverlässig auflösen muss.
Begleitende Nutzerstudien lieferten aufschlussreiche Ergebnisse: Natürlichsprachliche Suche wird als intuitiv und flexibel wahrgenommen – bei der Ergebnisdarstellung bevorzugen Nutzer:innen jedoch weiterhin strukturierte Listen gegenüber reinen Chat-Ausgaben. Die Schlussfolgerung: Erfolgreiche Systeme müssen natürliche Sprache mit etablierten Formen der Informationsdarstellung kombinieren.
„Erstaunlich ist jedoch auch, wie stark die neuesten KI-Technologien bereits in der Praxis angekommen sind und wie proaktiv mittelständische Unternehmen wie pixelpoint und dataCycle diese Innovationen aufgreifen und in bestehende sowie zukünftige Lösungen integrieren.“ (Dietmar Jannach)
EventGPT zeigt exemplarisch, wie Forschungskooperationen zwischen Universität und Wirtschaft funktionieren können. Die Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung konkreter Anwendungen ein – und liefern zugleich grundlegende Einsichten für die Gestaltung zukünftiger Benutzerschnittstellen. „An den Universitäten hat Künstliche Intelligenz in den letzten Jahren sowohl die wissenschaftliche Forschung als auch die akademische Lehre maßgeblich geprägt und verändert“, berichtet Dietmar Jannach, Professor am Institut für Artificial Intelligence & Cybersecurity. „Erstaunlich ist jedoch auch, wie stark die neuesten KI-Technologien bereits in der Praxis angekommen sind und wie proaktiv mittelständische Unternehmen wie pixelpoint und dataCycle diese Innovationen aufgreifen und in bestehende sowie zukünftige Lösungen integrieren.“
„Für uns war das Projekt EventGPT eine wunderbare Gelegenheit, auch wieder Forschungsluft zu schnuppern und das Wichtigste für uns: Die gewonnenen Erkenntnisse werden in konkrete Anwendungen überführt.“ (Johannes Zlattinger)
Das Projekt war für die Unternehmen ein voller Erfolg: „Für uns war das Projekt EventGPT eine wunderbare Gelegenheit, auch wieder Forschungsluft zu schnuppern und das Wichtigste für uns: Die gewonnenen Erkenntnisse werden in konkrete Anwendungen überführt“, meint CTO Johannes Zlattinger. „Denn: Unser Ziel bei dataCycle ist es, repetitive Arbeit zu reduzieren und Teams mehr Zeit für die wirklich wichtigen Aufgaben zu verschaffen.“ CVO Marcus Hofbauer über das Forschungsprojekt betont zum Projekt: „Wir entwickeln nicht für die nächste Marketingaussage. Wir entwickeln für den nächsten echten Anwendungsfall, der dann auch funktioniert.“ Kurzfristig sollen aus dem Projekt Prototypen entstehen. Besonders wichtig ist dabei, dass die entwickelten Komponenten wiederverwendbar sind. So können Erkenntnisse und technische Bausteine später auch für neue Projekte genutzt werden. Für Tourismusregionen, Destinationen und Veranstalter kann daraus ein spürbarer Vorteil entstehen: Gäste finden schneller passende Veranstaltungen, Angebote werden sichtbarer und digitale Plattformen werden nutzer:innenfreundlicher.










Foto: Halfpoint/Adobestock

