Die eigene Gesundheit immer im Blick

Das Projekt AYUDO, gefördert durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), möchte älteren oder chronisch kranken Menschen mittels technischer Tools helfen, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu verbessern. Eine im Projekt entwickelte App mit eingebautem Sprachassistenten in Kombination mit einem Tablet und einem Aktivitätsarmband ermöglichen es, verschiedene Gesundheitsdaten einfach und teilweise automatisch zu dokumentieren. Projektleiterin Claudia Steinberger vom Institut für Artificial Intelligence und Cybersecurity erklärt im Kurzinterview, wie AYUDO Menschen unterstützen kann.

Welche Gesundheitsdaten können in der von Ihnen entwickelten Software integriert werden?

AYUDO kann ganz unterschiedliche Daten verwalten, diese können nach Bedarf konfiguriert werden. Es können Vitalparameter wie Blutzucker, Blutdruck, Puls, Gewicht, Körpertemperatur, Schlafqualität, das Bewegungsverhalten, aber auch Informationen wie die Flüssigkeitszufuhr oder das Ernährungsverhalten eingegeben werden. Zusätzlich kann AYUDO auch subjektive Vitalparameter zum eigenen Wohlbefinden erfassen. Beim Medikamentenmanagement kann AYUDO die Nutzer*innen ebenfalls unterstützen.

Wie kann AYUDO das Leben von älteren oder chronisch kranken Menschen verbessern?

AYUDO ist eine Anwendung zur Integration und möglichst barrierefreien Nutzung der eigenen Gesundheitsdaten, die ältere Menschen bei ihrem persönlichen Gesundheitsmanagement unterstützen soll. Nutzer*innen dokumentieren mit Hilfe der Tablet-Applikation „AYUDO VOICE“, einem intelligenten Sprachassistenten, bestimmte Gesundheitsdaten und können deren zeitliche Entwicklung beobachten. Die eigenen Medikationsdaten aus ELGA sowie Daten aus dem Smart Home sind darüber hinaus automatisch integrierbar. Durch die intuitive Interaktion kann AYUDO VOICE die Nutzer*innen motivieren, ihr eigenes Gesundheitsmanagement aktiv zu betreiben.

In Österreich ist die elektronische Gesundheitsakte ELGA seit einigen Jahren im Einsatz. Ergänzt Ihre Software die Services von ELGA?

AYUDO macht einen Teil der ELGA-Daten für die Patient*innen nutzbar. Wir wollten im Projekt evaluieren, ob so ein direkter Nutzen der eigenen ELGA-Daten für Patient*innen möglich und sinnvoll ist. Momentan nutzen ausschließlich Ärzt*innen ELGA-Daten in Applikationen.

Ist Ihre App bereits im (Test-)Einsatz? Welche nächsten Schritte sind geplant?

Ein erster Prototyp liegt bereits vor. Im Mai 2021 wird es eine Expert*innen-Evaluierung geben, um die Benutzerschnittstelle von AYUDO VOICE auszuwerten. Im September 2021 ist ein Testlauf mit zehn Patient*innen des Klinikum Klagenfurt geplant. In weiterer Folge wird dann die Einbindung von Smart-Home-Anwendungen getestet.

für ad astra: Katharina Tischler-Banfield

Diplomprüfung in Zeiten von Corona: Abschluss mit „110 e lode“

An der Universität Klagenfurt versucht man trotz der aktuellen Situation den Studienbetrieb so gut wie möglich aufrecht zu erhalten. Am vergangenen Freitag hat Wolfgang Faber, Institut für Angewandte Informatik, an einer telematischen Diplomprüfung an der Universität Udine teilgenommen. Der Student Andrea Gulli hat das Double Degree Masterststudium Informatik bei uns an der Universität Klagenfurt und in Italien, an der Universität Udine, absolviert. Den Vortrag hat der Student via Videokonferenz (Skype) in Englisch gehalten. Andrea Gulli hat das Studium mit „110 e lode“ abgeschlossen, die Höchstnote in Italien. Wir haben mit Wolfgang Faber über die virtuelle Prüfung und seine Erfahrungen in Zeiten von Corona gesprochen.

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Simulation von cyber-physischen Bedrohungen der Stadt Wien

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Empfehlungssysteme sind eine Schlüsseltechnologie für E-Commerce-Anbieter wie Google, Amazon, Netflix, Booking.com und Spotify. Dementsprechend intensiv arbeitet die Forschung an noch genaueren Vorhersagen, welche Produkte und Dienstleistungen die Nutzerinnen und Nutzer als nächstes konsumieren wollen. Maurizio Ferrari Dacrema, Paolo Cremonesi und Dietmar Jannach haben in einem kürzlich veröffentlichten Paper allerdings gezeigt, dass es entscheidende Probleme in der Forschungsmethodik gibt, die einen Fortschritt bei der Entwicklung von Empfehlungssystemen behindern. Für das Paper wurden sie bei der renommierten ACM Conference on Recommender Systems in September in Kopenhagen mit dem Best Full Paper Award ausgezeichnet.

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