Erinnerungsjahr 2025 Leto spominjanja endete mit einer Tagung an der Universität Klagenfurt und im kärnten.museum

Mit dem Erinnerungsjahr 2025 Leto spominjanja, ausgerichtet vom Kärntner Kulturgremium in Kooperation mit dem Kärntner Bildungswerk, wurden in ganz Kärnten Akzente zur Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkriegs sowie an die Befreiung vom NS-Regime im Jahr 1945 gesetzt. Nach dem Auftakt am 8. Mai 2025 endete das Programm nun am 24. und 25. Oktober 2025 mit einer internationalen Tagung an der Universität Klagenfurt und im kärnten.museum.

„Wenn wir uns mit Erinnerungskultur beschäftigen, wollen wir progressiv darüber nachdenken, welche Ereignisse aus der Vergangenheit wir in welcher Weise im Gedächtnis einer Gesellschaft verankern wollen“, erklärt Nadja Danglmaier, Senior Scientist am Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung. Dazu gebe es verschiedene Mittel: „Veranstaltungen können sich auf historische Ereignisse beziehen. Darüber hinaus gibt es Erinnerungszeichen wie Denkmäler und Büsten, die uns an relevante Ereignisse oder Personen erinnern.“ Wer was in welcher Weise erinnert und was dabei ausgeklammert bleibt, ist nicht nur Teil ihrer Forschungsarbeit, sondern stand auch im Zentrum des kärntenweiten Programms zum Schwerpunktjahr Kultur mit dem Titel Erinnerungsjahr 2025 Leto spominjanja.

Nadja Danglmaier ist Sprecherin einer Gruppe von Mitgliedern aus allen Fachbeiräten des Kulturgremiums des Landes Kärnten, die das Programm für das Erinnerungsjahr 2025 Leto spominjanja konzipiert und umgesetzt hat. Zur Verfügung stand ein Budget von 99.900 EUR, mit dem der Schwerpunkt in ganz Kärnten sichtbar werden sollte. Start- und Endpunkt wurden anhand von historischen Daten festgelegt: Das Erinnerungsjahr 2025 Leto spominjanja fand seinen Auftakt mit der Aussstellungseröffnung „HINSCHAUN! POGLEJMO. Kärnten und der Nationalsozialismus. Koroška in nacionalsocializem“ am 8. Mai und endete nun mit einer internationalen Tagung am 24. und 25. Oktober in zeitlicher Nähe zum 26. Oktober.

Insgesamt 15 Projekte – eingereicht von Erinnerungsinitiativen, aber auch von Einzelpersonen – wurden im Erinnerungsjahr 2025 Leto spominjanja umgesetzt. Begleitend gab es 14 Bildungsangebote für Schüler:innen und andere Lerngruppen. „Von Beginn an zeigte sich, dass das Interesse überaus hoch war. Die Auftaktveranstaltung im kärnten.museum besuchten 700 Personen,was den Zuspruch zum Thema des Schwerpunktjahres deutlich vor Augen führte. Mit den Bildungsangeboten erreichten wir 1.300 Jugendliche – das Interesse überstieg das durch die finanziellen Mittel beschränkte Angebot bei weitem“, berichtet Nadja Danglmaier. Gefragt danach, wer die Menschen sind, die sich in Kärnten im Rahmen des Erinnerungsjahrs 2025 Leto spominjanja erinnerten, führt sie aus: „Der große Zulauf hat uns gezeigt, dass die Gruppe jener größer wird, die bereit ist, sich kritisch mit den Verstrickungen Kärntens in der NS-Geschichte zu beschäftigen. Die Zeit ist reif für einen vielstimmigen, offenen Umgang mit der Geschichte und einem kritischen ‚Hinschaun‘, wie ja auch die Sonderausstellung zum Erinnerungsjahr im kärnten.museum hieß.“

Kritisch hingeschaut wurde auch im Rahmen der internationalen Tagung „Zum Umgang mit der Geschichte nach 1945“, die Ende Oktober den Schlusspunkt des Programms Erinnerungsjahr 2025 Leto spominjanja bildete. In Kooperation zwischen der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und dem kärnten.museum diskutierten Referent:innen aus Österreich, Slowenien, Italien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien und Deutschland über Erinnerungskulturen, Geschichtspolitiken sowie neue Formen des Ausstellens und Vermittelns. An beiden Tagen nahmen jeweils rund 100 Personen am vielfältigen Programm teil.