Mit den besten Drohnen zum Sieg
Gilbert Tanner ist Teil des SAPIENCE-Teams an der Universität Klagenfurt, einer Gruppe bestehend aus sechs jungen Studenten und Forschern, die an neuen Ansätzen für Search-and-Rescue-Einsätzen von Drohnen arbeiten. Der Student im Bachelorstudium „Robotics & Artificial Intelligence“ lässt jedoch nicht nur Drohnen abheben, sondern strebt auch selbst nach hohen Zielen: Demnächst wird er sein Studium in Mindeststudienzeit abschließen und danach für das Masterstudium an die ETH Zürich gehen.
Weltweit gibt es im Projekt SAPIENCE vier Teams, die in insgesamt drei Wettbewerben gegeneinander antreten. Beteiligt sind die University of London (GB), die University of Alabama in Huntsville (USA), die Delft University of Technology (NL) und die Universität Klagenfurt (A). Im Juli 2025 fand nun der Bewerb in Huntsville (USA) statt. Den Sieg errang diesmal das Team der Universität Klagenfurt.
„Dass man schon als Bachelorstudent in Projekten an der Uni in dieser Form mitarbeiten kann, ist selten. Für mich ist SAPIENCE eine Riesenchance: Wir können als Gruppe an realitätsnahen Anwendungsfeldern arbeiten und uns dann bei Wettbewerben messen. Die beste Arbeit führt zu den besten Leistungen und gewinnt. Das spornt uns an“, erzählt Gilbert Tanner, der Teil des sechsköpfigen Teams an der Universität Klagenfurt ist. Gilbert Tanner hat sich für das Studium „Robotics and Artificial Intelligence“ entschieden, weil „es Wissen zu Hardware und Software verbindet. Ich wollte schon während meiner Zeit an der HTL immer wissen: Wie kann man etwas bauen, das dann auch autonom eine sinnvolle Aufgabe erfüllt?“ Genau darum geht es nun bei den Bewerben in SAPIENCE: Drohnen sollen beispielsweise für Search-and-Rescue-Einsätze– sowohl im Außen- als auch im Innenraum – Gebiete selbstständig erfassen, Verletzte als solche erkennen und Pakete zu Menschen bringen können. Die Drohne, die bei den Bewerben zum Einsatz kommt, ist von den jungen Forschern selbst entwickelt: „Unsere Drohne wurde von uns selbst aufgebaut. Wir setzen vor allem auf Lidar-Sensoren, die Laserimpulse aussenden und das aus der Atmosphäre zurückgestreute Licht dafür nutzen, um sich ein Bild vom Umfeld zu machen.“ In der Folge ging es darum, die Drohne möglichst intelligent und autonom fliegen zu lassen. „Der Knackpunkt ist dabei häufig die Zustandsschätzung. Die Drohne muss möglichst genau wissen, wo sie sich befindet. Das soll auch ohne GPS klappen, weil dieses vor allem in Katastrophengebieten oft nicht verlässlich verfügbar ist.“ Teil der Vorbereitung sind auch Trainingsflüge, wie Gilbert Tanner erzählt: „Für die Aufgaben in Innenräumen nutzen wir die Drohnenhalle. Der Hobby Airport in Klagenfurt, mit dem die Uni eine Kooperation hat, steht uns für Outdoor-Trainings zur Verfügung.“
Die Kartierungsaufgaben sind dem Klagenfurter Team bei dem Bewerb in den USA besonders gut gelungen, was zum Sieg führte. Doch nicht nur dieser Erfolg ist für Gilbert Tanner ein Grund zur Freude: Mit seinem Bachelorstudium kommt er zügig voran; er wird es – trotz beruflicher Tätigkeit während des gesamten Studiums – noch in diesem Sommersemester in Mindeststudienzeit abschließen. Danach geht es für ihn für das Masterstudium an die ETH Zürich, eine der besten Universitäten weltweit in diesem Feld, die in einem hochselektiven Prozess nur die besten Studierenden auswählt. Für Gilbert Tanner, der in Ranten bei Murau aufwuchs und für die Absolvierung der HTL Mössingerstraße nach Klagenfurt kam, ist der Schritt nach Zürich nun der vorläufige Höhepunkt seiner noch so jungen Laufbahn. Danach gefragt, wie ihm das gelang, erzählt er: „Ich habe mich autodidaktisch weitergebildet und immer die Chancen ergriffen, die sich mir geboten haben, wobei meine Familie mir immer den Rücken gestärkt hat. Als Stephan Weiss, der die Gruppe Control of Networked Systems leitet, in einer Lehrveranstaltung vom Projekt sprach und meinte, man könne sich dafür bewerben, wusste ich, dass das eine große Chance ist. Ich glaube, man muss selbstbewusst sein, aber auch hart arbeiten. Dann kann, was vorher unwahrscheinlich ist, zur Realität werden.“










aau/Müller

