Alumni-Porträt Christoph Kögler (c) Johannes Puch

„Aufrichtigkeit ist die Basis guter Unternehmenskommunikation“

Christoph Kögler hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Klagenfurt studiert und leitet heute die Marketing- und Corporate-Communications-Abteilung bei Fundermax. Im Interview spricht er über seinen Weg vom ursprünglich angestrebten Journalismus in die strategische Unternehmenskommunikation, über Führungsverantwortung in einem international tätigen Industrieunternehmen – und darüber, warum Aufrichtigkeit, Innovationskraft und Praxiserfahrung für nachhaltigen Erfolg entscheidend sind.

Sie haben Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Klagenfurt studiert und leiten heute die Marketing- und Corporate-Communications-Abteilung bei Fundermax. Wie verlief Ihr Weg dorthin?

Nach meiner Matura in Völkermarkt und dem Bundesheer war mein ursprünglicher Plan klar: Ich wollte in den Journalismus, am liebsten in den Sportbereich. Über diesen Zugang bin ich schließlich auf das Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in Klagenfurt gestoßen. Während des Studiums hat sich mein Fokus jedoch verschoben – weg vom klassischen Journalismus, hin zur strategischen Kommunikation. Mich hat zunehmend interessiert, wie Unternehmen Marken aufbauen, Positionierung gestalten und Kommunikation ganzheitlich steuern. Aus ersten beruflichen Stationen im Kommunikationsumfeld entwickelte sich Schritt für Schritt mein heutiger Weg – bis zur Leitung der Marketing- und Corporate-Communications-Abteilung bei Fundermax.

Was hat Sie ursprünglich dazu bewogen, an der Universität Klagenfurt zu studieren?

Ausschlaggebend war das Studienangebot. Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in dieser Form gab es damals nur an wenigen Standorten – und Klagenfurt hat inhaltlich einfach am besten gepasst. Gleichzeitig war mir ein überschaubares Umfeld wichtig. Ich bin am Klopeiner See aufgewachsen und wollte in einer Stadt studieren, die Nähe zur Heimat mit hoher Lebensqualität verbindet. Klagenfurt war deshalb keine Zufallsentscheidung, sondern eine sehr bewusste Wahl.

Sie haben bereits während des Studiums praktische Erfahrungen gesammelt und später im internationalen Sport- und Eventumfeld gearbeitet. Wie haben diese Stationen Ihre berufliche Entwicklung geprägt?

Die frühe Praxiserfahrung war für mich ein entscheidender Baustein. Parallel zum Studium habe ich im Content- und Kommunikationsbereich gearbeitet und Projekte für Unternehmen und Institutionen umgesetzt. Dadurch war ich früh mit realen Kund:innen, klaren Erwartungen und professionellen Abläufen konfrontiert. Man lernt vieles „on the job“ – vor allem aber Verantwortung zu übernehmen und ein Gespür für Kommunikation im echten Arbeitsumfeld zu entwickeln.

Die Zeit bei IRONMAN hat diese Erfahrungen noch einmal intensiviert. Im Eventbereich gibt es keinen Aufschub – wenn ein Problem auftaucht, muss es sofort gelöst werden. Das schult Stressresistenz, Prioritätensetzung und Teamvertrauen enorm. Beide Stationen haben mich nachhaltig geprägt: Sie haben mir gezeigt, wie wichtig Eigenverantwortung, Lösungsorientierung und eine klare Kommunikation sind – Kompetenzen, die mich bis heute begleiten.

Bei Fundermax haben Sie unterschiedliche Stationen durchlaufen – von Digital Marketing bis Corporate Communications. Was war für Sie besonders lehrreich auf diesem Weg?

Besonders lehrreich war für mich der Schritt in die Führungsverantwortung. Ich bin hier vor acht Jahren im Marketing gestartet und konnte mich Schritt für Schritt in Bereiche einbringen, die mich besonders interessiert haben – von Digitalthemen bis hin zur klassischen Kommunikation. Der Wechsel vom Kollegen zur Führungskraft war dabei die größte Veränderung. Plötzlich geht es nicht mehr nur um die eigene Leistung, sondern um Verantwortung für ein Team – fachlich wie menschlich. Man muss Entscheidungen treffen, Prioritäten setzen und gleichzeitig ein Umfeld schaffen, in dem Mitarbeiter:innen gut arbeiten können. Diese Entwicklung hat mich persönlich und beruflich am stärksten geprägt.

Was macht für Sie gute Unternehmenskommunikation heute aus – gerade in einem international tätigen Industrieunternehmen?

Für mich ist Aufrichtigkeit die Basis, gefolgt von Transparenz. Als Industrieunternehmen mit Produktionsstandorten, die eng in ihr Umfeld eingebettet sind, kann man nichts beschönigen – Veränderungen werden unmittelbar wahrgenommen. Deshalb ist ehrliche, klare Kommunikation entscheidend – gegenüber Anrainer:innen genauso wie gegenüber Mitarbeiter:innen. Natürlich gehört strategische Positionierung dazu, aber langfristig zählt die Glaubwürdigkeit. Gute Unternehmenskommunikation ist für mich auch „down to earth“: nachvollziehbar, authentisch und inhaltlich belastbar.

Welche strategischen Schwerpunkte und Zukunftsprojekte prägen aktuell die Weiterentwicklung von Fundermax?

Ein zentraler Schwerpunkt sind laufende Produktinnovationen. Wir erweitern unser Portfolio kontinuierlich um neue Kollektionen und Lösungen – Innovation ist ein wesentlicher Treiber des Geschäfts. Entsprechend wichtig ist es, diese Entwicklungen mit klaren, zielgruppenspezifischen Marketing- und Kommunikationskonzepten zu begleiten. Darüber hinaus gewinnen Nachhaltigkeit und technologische Weiterentwicklung weiter an Bedeutung. Projekte wie digitale Zwillingsmodelle zur effizienteren Ressourcennutzung oder der Ausbau unserer Fernwärme-Infrastruktur zeigen, wie Fundermax ökologische Verantwortung und wirtschaftliches Handeln verbindet.

Sie haben sich im Studium neben Organisationskommunikation auch intensiv mit Medienpädagogik und Cultural Studies beschäftigt. Inwiefern profitieren Sie heute noch von diesen inhaltlichen Schwerpunkten?

Im Studium habe ich mich oft gefragt, wofür ich manche Inhalte später brauchen werde. Mit etwas Abstand merkt man jedoch, wie viel davon im Berufsalltag wieder auftaucht. Gerade der Schwerpunkt Organisationskommunikation hilft mir heute in Themen wie Mitarbeiterführung, interne Kommunikation und strategische Abstimmung enorm. Aus den Cultural Studies ist vor allem der medienpsychologische Blick geblieben: Wie wirken Inhalte auf Menschen? Was lösen sie aus? Heute sprechen wir von Customer Experience oder Sales Funnel – im Kern geht es aber um genau diese Fragen. Dieses Verständnis hilft mir, Kommunikation nicht nur kreativ, sondern auch strategisch und wirkungsorientiert zu denken.

Was zeichnet aus Ihrer Sicht die Ausbildung in Kommunikations- und Marketingstudien an der Universität Klagenfurt besonders aus?

Das ist vor allem die starke wissenschaftliche Basis in Kombination mit unterschiedlichen Perspektiven. Man beschäftigt sich nicht nur mit praktischen Werkzeugen, sondern lernt, Kommunikation grundlegend zu verstehen – aus organisationsbezogener, technologischer und kultureller Sicht. Diese theoretische Tiefe und die Breite der Zugänge waren für mich besonders wertvoll, weil sie helfen, Kommunikation langfristig strategisch und reflektiert zu denken.

Wo sehen Sie Potenziale oder Schnittstellen zwischen universitärer Ausbildung und der Praxis in Unternehmenskommunikation und Industrie?

Schnittstellen gibt es definitiv – zum Beispiel über Forschungskooperationen, Praktika und Abschlussarbeiten. Wir arbeiten eng mit verschiedenen Forschungsinstitutionen, wie dem Kompetenzzentraum Holz (Wood K plus), zusammen und beschäftigen immer wieder Studierende oder Absolvent:innen im Unternehmen. Gerade in einem Industriebetrieb reichen die Anknüpfungspunkte von Technik und Umwelt über Digitalisierung bis hin zu Kommunikations- und HR-Themen. Entscheidend ist, früh ins Gespräch zu kommen und gemeinsame Fragestellungen zu entwickeln. Dort entstehen oft die spannendsten Kooperationen – auch ohne von Beginn an das konkrete Ergebnis zu kennen.

Sie tragen sowohl beruflich als auch privat viel Verantwortung. Wie gelingt es Ihnen, Führungsaufgaben und Familienleben in Einklang zu bringen?

Es braucht vor allem eine gute Organisation und ein verlässliches Umfeld. Vieles funktioniert nur, weil ich sowohl im Unternehmen als auch privat auf Unterstützung zählen kann – von meinem Team, meinen Vorgesetzten und meiner Frau. Wir stimmen uns sehr gut ab, planen klar und übernehmen gegenseitig Verantwortung.

Wenn Sie heutigen Studierenden der Kommunikationswissenschaft einen Rat mitgeben könnten – welcher wäre das?

Wenn sich eine Chance bietet, lieber einmal machen als zu lange zögern. Praktische Erfahrungen sind enorm wertvoll – oft sogar entscheidender als der reine akademische Titel. Wer neugierig bleibt, Initiative zeigt und aktiv auf Unternehmen zugeht, entdeckt Möglichkeiten, die man vorher vielleicht gar nicht auf dem Radar hatte.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Kögler.

 

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