Mini-Helikopter für Gewächshäuser: Forschungsprojekt für Houskapreis nominiert

Gewächshäuser sind derzeit nicht am aktuellen Stand der Technik. Damit dort mehr Lebensmittel geerntet werden können, könnten zukünftig Mini-Helikopter zum Einsatz kommen. Diese sollen dort rund um die Uhr, ohne GPS und ohne menschliche Hilfe den Zustand der Pflanzen erfassen. Ein Forschungsteam an der Universität Klagenfurt entwickelt die technologischen Grundlagen für einen solchen Einsatz der fliegenden Helfer. Das Projekt wurde für den Houskapreis 2024 nominiert.

Die Mini-Helikopter sollen in den Gewächshäusern den Zustand des Pflanzenbestandes erfassen, Krankheiten erkennen, Düngebedarf orten und Ernten vorhersagen. Dafür brauchen sie neue Technologien, die ihnen erst seit Kurzem zur Verfügung stehen. „Wir wollen ihnen eine möglichst lange Flugzeit gewähren, daher müssen wir sie möglichst leicht machen. Damit sie sicher funktionieren, müssen wir zudem verschiedene Sensoren zur Lokalisierung einsetzen. Bisher war die Verarbeitung der zahlreichen Sensordaten sehr rechen- und damit energieintensiv“, so Christian Brommer, der im Team um Stephan Weiss, Leiter der Forschungsgruppe Control of Networked Systems an der Universität Klagenfurt, dafür einen neuen Algorithmus entwickelt hat.

Damit kann eine bisher unerreichte Recheneffizienz erzielt werden, wodurch entsprechend viele Sensoren zur redundanten und damit sicheren Navigation verwendet werden können. Die bereits patentierte Technologie ist die Grundlage für das Avemoy-SpinOff-Vorhaben im Bereich der Smart/Precision-Agriculture, wie Stephan Weiss erklärt: „Wir wollen Mini-Helikopter mit hochauflösenden Kameras verwenden, um den Zustand von Pflanzen in Gewächshäusern bis auf die Frucht genau zu analysieren. Wir erstellen also einen digital twin, aus dem entsprechende Maßnahmen abgeleitet werden können. Aktuell können Gewächshäuser von Hand nur 2 Prozent dieser Informationen ermitteln.“  Das Forschungsteam arbeitet derzeit gemeinsam mit Pilotkunden an der Umsetzung dieser Technologie.

Das Projekt ist aktuell für den Houskapreis 2024 in der Kategorie „Hochschulforschung“ als eines von fünf Projekten nominiert. Insgesamt wurden 73 Aktivitäten eingereicht. Die Preisverleihung findet am 25. April 2024 statt. Der Houskapreis wurde von der B&C Privatstiftung im Jahr 2005 ins Leben gerufen, um die finanziellen Grundlagen für Innovation und Forschung in Österreich zu verbessern und ihre Wertschätzung für die hervorragende Forschungsarbeit auszudrücken, die in Österreich geleistet wird. Mit einer Dotierung von insgesamt 750.000 Euro ist der Houskapreis der größte private Preis für anwendungsnahe Forschung in Österreich.

Die Fotos können gerne für Berichterstattung zum Projekt verwendet werden (Fotograf: Florian Gunzer, fotografiert im www.vitalgarten.at):

 

Stephan Weiss, Christian Brommer und Alexander Hardt-Stremayr

Stephan Weiss, Christian Brommer und Alexander Hardt-Stremayr 

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