Christian Bettstetter, Ada Pellert, Markus Hornböck, Andreas Kercek, Claudia Prüggler & Daniel Fellner (v.l.n.r.)

Widerstandsfähiger gegen Schocks und Krisen: COMET-Kompetenzzentrum an den Lakeside Labs und an der Universität Klagenfurt mit einem Budget von 22,8 Millionen Euro

Ein wichtiges strategisches Ziel Europas ist die Stärkung der Resilienz gegen Schocks und Krisen. Technologische Souveränität und zuverlässige Energieversorgung sind entscheidende Faktoren, um geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichem Druck standzuhalten und so Freiheit, Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit für die Menschen in Europa zu sichern. Mit der Förderung des Kompetenzzentrums „Autonomic Resilience in Dynamic Networked Systems“ (kurz ARC) legt die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG den Grundstein für die Etablierung eines führenden Zentrums für kollaborative Forschung und Innovation resilienter Systeme. Da COMET-Zentren auf acht Jahren ausgelegt sind, eröffnet sich die Perspektive für einen langfristigen Aufbau von Exzellenz und nachhaltiger Innovationskraft. In den Lakeside Labs und an der Universität Klagenfurt entstehen dadurch 30 hochqualifizierte Arbeitsplätze. Größter Partner ist die Universität Klagenfurt, die neben der BABEG Miteigentümerin der Lakeside Labs ist.

Die Vision des Kompetenzzentrums sind Systeme, wie Energienetze und Produktionsanlagen, die durch autonome Schutz- und Wiederherstellungsmechanismen resilient gegenüber Störungen und Schocks sind. Gleichzeitig wird einen Human-in-the-Loop-Ansatz verfolgt, bei dem wesentliche Entscheidungen durch Menschen getroffen werden. „In ARC werden Grundlagenforschung und angewandte Forschung eng verzahnt: Wir treiben die wissenschaftliche Entwicklung von Resilienztechnologien und -management voran und entwickeln gleichzeitig Lösungen für konkrete Herausforderungen der teilnehmenden Unternehmen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken“, erklärt Christian Bettstetter, wissenschaftlicher Leiter der Lakeside Labs sowie Professor am Institut für Vernetzte und Eingebettete Systeme an der Universität Klagenfurt.

Die Lakeside Labs und diverse Forschungsbereiche der Universität Klagenfurt können auf umfassende Erfahrungen aufbauen. Claudia Prüggler, Geschäftsführerin der Lakeside Labs, führt dazu aus: „Durch die Nutzung von Schwarmintelligenz und KI-basierten Empfehlungssystemen verfolgen wir neue Ansätze der Resilienzforschung. Zudem verbinden wir Resilienz in Technologie und Organisationen und untersuchen die Balance zwischen autonomen und menschlichen Entscheidungen.“

Das Zentrum wird in den Lakeside Labs angesiedelt, einer Organisation mit einer ausgewiesenen Erfolgsbilanz in angewandter Forschung und 17 Jahren Erfahrung in der Durchführung von Förderprojekten. Das Firmenkonsortium umfasst 18 kleine, mittlere und große Partner, mit Schwerpunkt auf Energieversorgung und Industrie. Führende Infrastrukturbetreiber, Fertigungsunternehmen, Systemintegratoren und Anbieter von Technologielösungen bringen Ressourcen und umfassende Expertise in die kollaborativen Forschung ein. Das wissenschaftliche Konsortium ist schwerpunktmäßig an der Universität Klagenfurt verankert. Dort sind neben dem wissenschaftlichen Leiter Christian Bettstetter aus unterschiedlichen Fachbereichen Wilfried Elmenreich, Michaela Hitz, Dietmar Jannach, Stephan Leitner, Bernhard Rinner und Friederike Wall involviert. Weitere nationale Partner sind in Wien und Graz; hinzu kommen international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Dresden, Zürich und Freiburg.

Ada Pellert, Rektorin der Universität Klagenfurt, betont den Stellenwert des Zentrums für die Universität: „Die Bewilligung des COMET-Kompetenzzentrums ARC ist ein großartiger Erfolg für den Forschungsstandort Kärnten und eine starke Bestätigung für die wissenschaftliche Exzellenz der Universität Klagenfurt und die gemeinsam mit der BABEG betriebenen Lakeside Labs. Inhaltlich zeigen wir mit diesem Projekt, dass Forscher:innen hierzulande die aktuellen Herausforderungen tatkräftig in die Hand nehmen: Autonome, widerstandsfähige Systeme, die Schocks und Krisen standhalten, sind Schlüsseltechnologien für die Zukunft Europas. Die Forscher:innen im Kompetenzzentrum können auf umfassende Vorarbeiten aufbauen und schaffen so die wissenschaftliche Grundlage für erfolgreiche Lösungen.“

„Dass Kärnten den Zuschlag erhalten hat, ist großartig und richtungsweisend. Die Forschung, die hier betrieben wird, ist europaweit einzigartig – und hat ungeheures Zukunftspotenzial. Das Zentrum macht Kärnten zu einem Vorreiter im Bereich der Hochtechnologie und Forschung“, zeigte sich Technologiereferent Landeshauptmann Daniel Fellner im Rahmen einer Pressekonferenz am 11. Juni 2026 in den Lakeside Labs begeistert. „Resilienz entscheidet künftig darüber, wie gut wir mit Krisen, Naturereignissen oder technologischen Herausforderungen umgehen können. Dass Kärnten hier eine führende Rolle einnimmt, ist ein starkes Signal“, betonte der Landeshauptmann.

Markus Hornböck, Geschäftsführer der BABEG | Success in Carinthia und Hauptgesellschafterin Lakeside Labs, spricht von einem Meilenstein für den Standort: „Die Zusage für das COMET-Zentrum ist ein Meilenstein für den Wirtschafts-, Forschungs- und Innovationsstandort Kärnten. Besonders erfreulich ist das starke Bekenntnis der Industrie, die bereits im Zuge der Einreichung die erforderlichen Unternehmensbeiträge zugesagt hat. Das zeigt das große Vertrauen in die Forschungs- und Innovationskraft Kärntens.“

Das COMET-Kompetenzzentrum „Autonomic Resilience in Dynamic Networked Systems“ wird seine Tätigkeiten im Jänner 2027 aufnehmen.