Handyverbot an Schulen zeigt deutliche positive Effekte – Forschungsbericht der Universität Klagenfurt präsentiert zentrale Ergebnisse
Die Universität Klagenfurt hat im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit dem Land Kärnten die Auswirkungen des seit Februar 2025 geltenden Handyverbots an Kärntner Volksschulen sowie der bundesweiten Verordnung zur Nutzung mobiler digitaler Geräte bis zur 8. Schulstufe untersucht. Die nun vorliegende Begleitforschung zeigt: Das Handyverbot wird überwiegend positiv bewertet und führt in vielen Bereichen zu wahrnehmbaren Verbesserungen im Schulalltag.
Für die nun vorliegende Studie hat das Forschungsteam bestehend aus Larissa Krainer, Lieve Lagor und Caroline Roth-Ebner (Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft, Universität Klagenfurt) acht Expert:inneninterviews, eine Gruppendiskussion mit Teilnehmender Beobachtung und eine standardisierte Online-Umfrage mit 358 Teilnehmer:innen (adressiert an Lehrkräfte, Direktor:innen, Schuladministrator:innen) durchgeführt.
89 Prozent der Online-Befragten bezeichnen das Handyverbot als ‚sehr sinnvoll‘, 92 Prozent sprechen sich dafür aus, die Regelung weiter beizubehalten. Die Interviews zeigten zahlreiche Vorteile: So würden sich das Sozialverhalten der Kinder sowie die Klassengemeinschaft verbessern. Das Verbot würde zu mehr Konzentration und Aufmerksamkeit im Unterricht führen, es gebe weniger Störungen und weniger Druck durch ständige Erreichbarkeit, Cybermobbing-Risiken würden zurückgehen und die Lehrkräfte wären durch klare rechtliche Vorgaben entlastet. Larissa Krainer betont dazu: „Die Betroffenen berichteten uns von einem ‚entschleunigten Schulalltag‘, in dem Gespräche und gemeinsames Spielen wieder stärker in den Vordergrund rücken.“
Trotz der durchaus positiven Bilanz identifizierte das Forschungsteam auch Hürden in der praktischen Umsetzung. Schulen und Lehrkräfte würden die Regelung unterschiedlich handhaben; es gebe organisatorische Herausforderungen, was die Verwahrung der Geräte betrifft; immer wieder sei man unsicher, wie mit Regelverstößen umzugehen sei, und Eltern würden Sorgen hinsichtlich der Erreichbarkeit ihrer Kinder äußern. Larissa Krainer fasst zusammen: „Ein Handyverbot wirkt nur dann nachhaltig, wenn es einheitlich umgesetzt und von allen Beteiligten – Eltern, Lehrkräften, Schulleitungen und Schüler:innen – mitgetragen wird.“
Caroline Roth-Ebner betont, dass es noch viel Handlungsbedarf gibt: „Ein Verbot allein genügt nicht. Es braucht darüber hinaus eine umfassende Sensibilisierung und Medienbildung für Schüler:innen, Eltern und Lehrkräfte – insbesondere zu kritisch-reflexiver Medienkompetenz – sowie stärkere regulatorische Rahmenbedingungen für Medienplattformen, um einen verantwortungsvollen und reflektierten Umgang mit digitalen Medien nachhaltig zu unterstützen.“ Medienkompetenzbildung sei eine geteilte Verantwortung von Schule und Erziehungsberechtigten. Ein bewusster, reflektierter Umgang mit digitalen Medien müsse langfristig im Zentrum stehen.










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