Die Mathematik im täglichen Leben
Moo Boehm-Keppel kommt ursprünglich aus den Niederlanden und studiert Technische Mathematik an der Universität Klagenfurt. Im Interview spricht sie über ihre Neigung zu den Naturwissenschaften und darüber, dass gerade die Mathematik alltäglich ist und gar nicht so abschreckend, wie manche Menschen meinen.
Woher kommt deine Neigung zu den technischen Wissenschaften?
Ich habe mich schon als ich klein war für alles, was irgendwie mit Naturwissenschaften zu tun hat, interessiert, vor allem Biologie fand ich faszinierend. Ich habe auch immer Bücher zu allen möglichen wissenschaftlichen Themen gelesen und mich so darin vertieft.
Was studierst du genau und warum hast du dich ausgerechnet für dieses technische Studium entschieden?
Ich studiere Technische Mathematik. Entschieden habe ich mich für dieses Studium, da ich in der Schule schon gemerkt habe, dass mir Mathematik viel Spaß macht. Eigentlich wollte ich aber zuerst Biologie studieren. Ich habe mich schlussendlich aber doch umentschieden, als ich mit einem Bekannten geredet habe, der Biochemie studiert hat und der gemeint hat, dass Biologie, vor allem in den ersten Studienjahren, sehr viel Wert auf auswendig lernen legt, was in der Mathematik etwas weniger der Fall ist. Das heisst aber natürlich nicht, dass man im Mathe-Studium gar nichts auswendig lernen muss…
Wie erklärst du deiner Familie oder deinen Freunden die Inhalte deines Studiums?
Meistens interessieren sie sich leider nicht so viel für Mathematik oder, noch schlimmer, sind davon abgeschreckt… Ich versuche die Sachen aber nicht zu kompliziert zu erklären und meine Studieninhalte mit Sachen des täglichen Lebens oder Sachen, die man noch von der Schule kennt, zu vergleichen. Ein Beispiel dafür wäre die Analysis, ein Teilgebiet der Mathematik, wo, vereinfacht gesagt, das Verhalten von Funktionen untersucht wird. Die meisten lernen in der Schule, wie und wo Funktionen, Differenzieren und Integrieren funktionieren; ich erkläre dann, dass man im Mathestudium aber lernt, warum all diese Sachen funktionieren und wo sie angewendet werden.
Gibt es für dich noch Neues an der Universität zu erleben?
Im Moment etwas weniger, aber am Studienanfang habe ich auf jeden Fall sehr viel Neues erlebt. Man lernt neue Menschen kennen, die auch an Mathematik interessiert und nicht gleich davon abgeschreckt sind. Auch ist das Mathestudium sehr unterschiedlich zur Mathematik in der Schule und das Studierendenleben ist komplett anders.
Hat sich dein Blick auf die Welt durch das Studium verändert?
Ja, ich weiß jetzt, wo Mathematik eigentlich überall im täglichen Leben vorkommt, auch dort, wo man es vielleicht nicht gleich erwarten würde.
Was wäre ein wichtiger Ratschlag für Studienanfänger:innen?
Immer brav die Übungszettel machen. Dabei vor allem zusammenarbeiten mit den Mitstudierenden, das hilft. Und immer die Aufgaben der Übungszettel am Anfang des Semesters ankreuzen, die sind meist leichter als die am Ende…
Was wäre ein wichtiger Ratschlag für Frauen, die Technik studieren wollen?
Lass dich nicht von deinem Wunschstudium abbringen, nur weil andere sagen, dass du es nicht schaffst oder dass es nicht zu dir passen würde.
Warum hast du dich für Klagenfurt als Studienort entschieden?
Ich hatte schon von mehreren Personen, die an der AAU studiert haben, viel Gutes über die Uni und das Mathestudium hier gehört. Auch hat mir gefallen, dass die Uni im Vergleich zu z. B. Wien eher klein ist. Hier kennt jeder jeden und man ist keine Nummer.
Warum sollte man hier an der Universität Klagenfurt studieren? Fallen dir Orte, Institutionen, Menschen, etc. ein, die hier einzigartig sind?
Mir gefällt der Funktionenraum. Das ist ein Gang am Matheinstitut, wo ältere Studierende einem bei Übungszettel helfen und Themen erklären, wenn man etwas nicht versteht.
Worauf freust du dich, wenn du auf den Campus kommst?
Auf die entspannte Atmosphäre. Die meisten Menschen an der Uni sind sehr locker und nett.
Wo siehst du dich in zehn Jahren? In welchem Bereich möchtest du arbeiten?
Ich möchte natürlich etwas Mathematisches machen, ich weiß aber noch nicht zu 100%, was genau. Zehn Jahre sind sehr viel Zeit, in der sich viel ändern kann. Ich komme ursprünglich aus den Niederlanden, vielleicht kehre ich auch dorthin zurück.
WORT-RAP
Mein erster Tag an der Universität Klagenfurt war… interessant und aufregend.
Mein schönstes Erlebnis in einem Universitätskurs… ist, wenn man endlich den einen Beweis, an dem man schon den ganzen Tag sitzt, fertig stellt.
Mein Studentinnenleben kommt nicht ohne… die Freunde, die ich an der Uni kennengelernt habe.
Ich bin inspiriert von… allen meinen Professor:innen.
Mein Studium in drei Worten… Definition, Satz, Beweis.










aau/Marlies De Roche

