Wenn Wasser nicht mehr infiltriert: Wie sich Bodenverdichtung eindämmen lässt

„Wenn ich forsche, schaue ich aus, wie ein Maulwurf“, erzählt Manjana Puff, die im Masterstudium „Geographie & Regionalforschung: Regionale Transformationen“ an Forschungsaktivitäten zu Bodenverdichtung beteiligt ist und zuletzt gemeinsam mit Glenda Garcia-Santos ihre Erkenntnisse bei der European Geoscience Union Conference in Wien vorgestellt hat.

Doch was ist Bodenverdichtung konkret? Manjana Puff erklärt: „Wir meinen damit zu kompaktes Bodengefüge, wo die Struktur des Bodens so verändert wird, dass der Abstand zwischen den Bodenpartikeln verringert wird. Das stört beispielsweise die Durchwurzelbarkeit von Pflanzen und die Wasserdurchlässigkeit, aber auch die Belüftung des Bodens, wodurch es zu einer Verschlechterung der Bodenfruchtbarkeit kommen kann. Sichtbar wird dies meist an Stellen, an denen sich bei starkem Regen Pfützen bilden bzw. an Stellen, wo überhaupt nichts mehr wächst oder nur spezielle Pflanzen sich ansiedeln, die ebenfalls die Verdichtung des Bodens anzeigen können. Das könnten dann Stellen sein, wo der Boden verdichtet ist.“

Die Ursachen dafür sind oft Formen der Bewirtschaftung, die Druck auf den Boden ausüben, beispielsweise durch Maschinen oder durch Weidevieh. Im Zentrum der wissenschaftlichen Arbeit von Manjana Puff stehen Flächen, die dem so genannten Dauergrünland zuzuordnen sind. Dort wurde das Feld seit mindestens zehn Jahren nicht gepflügt. Ihre Proben entnahm Manjana Puff zuletzt in den Orten Klein St. Paul, Eberstein und Wieting im Görtschitztal bzw. in Treffen in der Nähe von Villach. Mit einem Steckzylinder geht sie dreißig Zentimeter in die Tiefe und nimmt eine Volumensprobe aus dem Erdkern heraus. Das Material wird gesiebt und gewogen und kommt dann in einen Trockenschrank, bis sich das Gewicht nicht mehr verändert. Ausgehend von diesen Daten kann Manjana Puff dann den Grad der Bodenverdichtung berechnen.

Tatsächlich zu graben und in der Natur zu sein, macht Manjana Puff große Freude. Schon für ihre Bachelorarbeit hat sie, betreut durch Glenda Garcia-Santos, Bodenproben analysiert. Ähnliche Arbeiten hat sie auch auf der Kanarischen Insel La Gomera verrichtet. Das Besondere dort waren die Waldbrände, die zu Ablagerungen von Asche auf größeren Gebieten geführt haben. Manjana Puff erklärt dazu: „Uns hat dann unter anderem interessiert, wie sich die Asche auf die Wasserabweisung der ersten Bodenschicht ausgewirkt hat.“

Bei der European Geoscience Union Conference in Wien hat sie im April 2024 gemeinsam mit Glenda Garcia-Santos über das Bewusstsein der Landwirt:innen zur Bodenverdichtung gesprochen. Dazu hat das Team Interviews mit Bäuerinnen und Bauern geführt: „Wir haben gesehen, dass es kaum Bewusstsein für die Problematik gibt. Es braucht Aufklärung darüber, dass die Bodenverdichtung langzeitliche negative Auswirkungen auf die ökologische Gesundheit des Bodens und auch auf die Produktivität der Grünfläche hat.“ Wie die Flächen wieder ins Gleichgewicht gebracht werden können, ist derzeit vor allem für tiefere Bodenschichten noch unerforscht. Hier gebe es noch sehr viel zu tun, da die in Österreich vorhandenen lehmigen Böden recht schnell verdichten.

Zur Vorbeugung könne aber noch viel getan werden, so Manjana Puff: „Es ist auch entscheidend, zu welcher Zeit man mit welchem Traktor und wie oft in die Fläche fährt. Man sollte nicht fahren, wenn die Wiese zu nass ist. Bei den Reifen muss der Druck so passen, dass er eine gute Kontaktfläche auf dem Boden hat. Je breiter der Reifen, desto weniger Druck in die Tiefe.“

Manjana Puff entschied sich für das Geographie-Studium in Klagenfurt, weil sie im naturwissenschaftlichen Bereich und in Kärnten bleiben wollte. Während der Schwerpunkt der meisten Studierenden die Humangeographie ist, genießt Manjana Puff ihre Zeit im Freien, wo sie mit der Schaufel zugange ist. Demnächst wird sie auch mit dem Finanzamt wieder zu Bodenschätzungen aufbrechen. Wenn sie in die Tiefe unserer Erde blicken kann, ist Manjana Puff in ihrem Element.

 

Auf ein paar Worte mit … Manjana Puff



Was wären Sie heute, wenn Sie nicht Wissenschaftler wären?
Auf jeden Fall Gärtnerin oder Tischlerin

Verstehen Ihre Eltern, woran Sie arbeiten?
Meine Eltern wissen das ich mich mit der Thematik Boden beschäftige und dass es körperlich hin und wieder eine Herausforderung ist, sie wissen aber nicht welche Zusammenhänge etc. bei meiner Arbeit erforscht werden.

Was machen Sie im Büro morgens als Erstes?
Fenster auf und dann E-Mails checken

Was bringt Sie in Rage?
Ich bin eigentlich sehr ausgeglichen, aber Unehrlichkeit bringt mich in Rage.

Was beruhigt Sie?
Zeit in der Natur

Machen Sie richtig Urlaub? Ohne an Ihre Arbeit zu denken?
Ja, „Hirn“ abschalten funktioniert bei mir im Urlaub sehr gut.

Wovor fürchten Sie sich?
Dass wir uns irgendwann zu viel auf Künstliche Intelligenz verlassen

Worauf freuen Sie sich?
Natürlich auf neue Grünflächen, die ich beproben darf