Viele Universitäten richten ihre Third Mission zunehmend auf Nachhaltigkeit aus. Doch was, wenn ein transformativer Impact weniger davon abhängt, was Universitäten tun, als vielmehr davon, wie sie es tun?

Ein Artikel von Max-Peter Menzel, zusammen mit Gesa Pflitsch (BOKU) in Research Policy veröffentlicht, argumentiert, dass die Bewältigung sogenannter „wicked problems“, also komplexer Probleme, die durch widersprüchliche Wertesysteme geprägt sind, eine grundlegende Veränderung der Wissensprozesse der Third Mission (TM) erfordert: Weg von Äquivalenz (Effizienz und Fokussierung auf reine Problemlösung) hin zu Dissonanz (dem bewussten Einbeziehen unterschiedlicher Werte). Anders gesagt: Das „Wie“ besteht darin, Dissonanz nicht als Hindernis zu betrachten, das möglichst früh beseitigt werden muss. Dissonanz ist vielmehr ein generativer Treiber von Transformation, wenn sie organisiert und produktiv genutzt wird.

Das Papier visualisiert dies als einen zyklischen Prozess: Dissonanz ermöglicht wirkungsvolle Problemlösungen, wodurch wieder neue Dissonanz als Basis für weitere kreative Ideen erzeugt wird. Der visualisierte Prozess beschreibt auch Pfade, die nicht zu einer produktiven Nutzung von Dissonanz führen.

 

 

Was bedeutet das für die Praxis?

  • Die Schaffung eines „Intermediate Space“ zwischen Universität und Gesellschaft, welcher durch überlappende Bewertungsprinzipien geprägt ist und fortlaufende Neu-Interpretationen, Ko-Kreationen und weiteres Experimentieren ermöglicht.
  • Investition von Zeit und Ressourcen, um „deep dialogue“ zu ermöglichen. Dies ist die Grundlage, um aus unterschiedlichen Wertsystemen die Basis für die Schaffung von Neuheit zu bilden.
  • Die Einbettung einer transformativen Third Mission in unterstützende „Policy-Mixes“, da Transformation keine rein universitäre, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe ist.

Wenn Universitäten transformativ wirken wollen, wird die „Organisation von Dissonanz“ zu einer Kernaufgabe der transformativen Third Mission.

Der vollständige Artikel „Rethinking the Third Mission: Organizing Dissonance in transformative universities” ist zugänglich unter: https://doi.org/10.1016/j.respol.2025.105394

Forschendes Lernen als Brücke zwischen Schule und Universität

Am 12.01.2026 besuchten 32 Schüler:innen der MS Weitensfeld das Institut für Geographie und Regionalforschung, um gemeinsam mit Studierenden des Bachelorstudiums „Geographie und wirtschaftliche Bildung“ (GWB) forschend zu lernen.

In sechs forschungsorientierten Lernstationen, die die Studierenden ein Semester lang vorbereitet hatten, erprobten die Schüler:innen moderne technische Geräte und Modelle zu geographischen und sozioökonomischen Fragestellungen und gewannen dabei vielseitige Erkenntnisse. Ziel war es, ein Verständnis für Wissenschaft und wissenschaftliche Erkenntnisgewinnung zu entwickeln sowie Probleme mit Lebensweltbezug mithilfe selbst erhobener Daten zu beleuchten. Wir blicken auf einen erfolgreichen und spannenden Vormittag zurück und freuen uns auf weitere Durchgänge dieser Art.

Organisation: Horst Kanzian mit Lehramtsstudierenden im Unterrichtsfach GWB.

 

 

Dies academicus an der Universität Klagenfurt mit Ehrenringverleihung an Kornelia Tischler und erstmaliger Verleihung der Public Engagement Awards

Im Rahmen des dies academicus 2026 verlieh die Universität Klagenfurt den Ehrenring an die Bildungswissenschaftlerin Kornelia Tischler und würdigte damit ihr jahrzehntelanges Engagement in Forschung, Lehre und universitärer Selbstverwaltung. Erstmals wurden zudem Lehrende mit dem neuen Public Engagement Award ausgezeichnet, die sich besonders für die Sichtbarkeit der Universität bei Schüler:innen und Studieninteressierten einsetzen.

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Habilitationsschrift von Maximilian Benner mit „Hans-Bobek-Preis 2024“ ausgezeichnet

Die Österreichische Geographische Gesellschaft hat ihren „Hans-Bobek-Preis“ für das Jahr 2024 an Maximilian Benner für dessen Habilitationsschrift „Institutional Context and Translation in Regional Development and Policymaking Processes“ verliehen. Die Habilitationsschrift ist im Jahr 2023 an der Universität Klagenfurt eingereicht und Maximilian Benner im Jahr 2024 zum Privatdozenten am Institut für Geographie und Regionalforschung ernannt worden.

Die Habilitationsschrift beschäftigt sich mit der Frage, wie der institutionelle Kontext einer Region deren sozio-ökonomische Entwicklung beeinflusst und wie politische Impulse von höheren räumlichen Ebenen von regionalen Akteur*innen in den jeweiligen regionalen institutionellen Kontext „übersetzt“ werden und dort beispielsweise Regionalentwicklungsstrategien prägen.

Der Hans-Bobek-Preis wird von der Österreichischen Geographischen Gesellschaft jährlich an Nachwuchsforschende für herausragende Habilitationsschriften oder Dissertationen vergeben. Maximilian Benner ist einer von zwei Preisträgern für das Jahr 2024.