Corinna Kuttnigg kommt eigentlich aus dem „Wilden Westen“ der Steiermark und ist 2007 nach ihrer Matura für das Studium an die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt gekommen. Nach Abschluss Ihres Studiums ist sie direkt beim Radiosender Antenne Kärnten eingestiegen und hat dort unterschiedlichste Stationen durchgemacht. Derzeit ist Corinna Kuttnig für die Nachrichten aus Kärnten zuständig. Im Interview wirft sie einen Blick zurück auf ihr Studium und schwelgt in Erinnerungen.

Fällt Ihnen eine nette Anekdote aus Ihrer Studienzeit ein?
Ich bin mal in einen Kurs gekommen und habe vergessen, dass an diesem Tag eine Prüfung stattgefunden hat. Natürlich war ich nicht vorbereitet! Die Vortragende war so nett, dass ich die Prüfung eine Woche später wiederholen konnte. Beim zweiten Mal habe ich nicht vergessen, zu lernen.

Können Sie sich noch an Ihre erste Woche an der AAU erinnern? Was war besonders oder neu für Sie?
Ich habe damals im Studentenheim gegenüber der Uni gewohnt und am Anfang überhaupt keine Einheimischen kennengelernt, sondern nur Studierende aus der Steiermark oder Deutschland. Die Frage meiner Familie, wie die Menschen aus Kärnten denn so drauf seien, konnte ich deshalb nicht beantworten.

Wie sind Sie bei Ihrem jetzigen Arbeitsplatz, dem Radio gelandet?
Ich habe jeden Sommer für ein Praktikum genutzt. Auch wenn ich gerne öfter im Strandbad gelegen wäre, habe ich mir immer gedacht „Irgendwann wird sich das auszahlen“. Und das ist passiert. Auch zur Antenne Kärnten bin ich über ein Praktikum gekommen.

Wie sieht Ihr Berufsalltag aus und was ist es, was Ihnen dabei besonders gefällt?
Ich selektiere jeden Tag die Nachrichten, die unser Bundesland betreffen, bereite sie vor und spreche sie live ein. Dazwischen telefoniere ich mit politischen Persönlichkeiten oder der Polizei – immer auf der Suche nach dem nächsten Kärntner Top Thema.

War Ihr Studium für Ihre heutige Tätigkeit hilfreich?
Im Studium habe ich das eigenständige Arbeiten und Organisieren gelernt, was mir im Beruf jeden Tag zugutekommt. Außerdem habe ich gelernt kritisch zu Denken. Ohne diese Fähigkeit wäre mein Job eigentlich undenkbar. Auch die Seminare über Medienethik haben mir viel geholfen.

Gibt es Situationen, in denen Sie an die Uni, das Studium oder bestimmte Situationen an der AAU zurückgedacht haben?
Am öftesten habe ich an das berühmte Zitat gedacht, das alle Medien- und Kommunikationswissenschafts-Studierende im ersten Semester lernen: „Man kann nicht nicht kommunizieren“ von Paul Watzlawick. Auch im Radio hat es eine bestimmte Wirkung, wenn du Interview-Aussagen beispielsweise nicht kommentierst und einfach so stehen lässt.

Verbindet Sie heute noch etwas mit Klagenfurt und der AAU?
Ich wohne noch immer neben der Uni, sportle am USI und esse beim Uniwirt. So ist die Verbindung nie ganz abgerissen. Irgendwann werde ich vielleicht auch mein Zweitstudium der Romanistik beenden, das ich 2012 erfolgreich auf Eis gelegt habe.

Warum haben Sie hier studiert, was waren Ihre Beweggründe?
Ich wollte unbedingt Publizistik studieren und die Wahl zwischen Wien und Klagenfurt ist mir damals leicht gefallen. Die große Stadt kann gegenüber den Vorteilen des Wörthersees nicht mithalten.

Sie haben Publizistik und Kommunikationswissenschaft studiert. Würden Sie sich wieder dafür entscheiden?
Ich habe Publizistik & Kommunikationswissenschaft als Hauptstudium und Romanistik als Zweitstudium gemacht. Und ja, ich würde auf jeden Fall nochmal das gleiche machen. Eine Sprache als Zweitstudium zahlt sich auch immer aus, so kannst du im Urlaub an der Strandbar auftrumpfen.

Würden Sie wieder an der Universität Klagenfurt studieren?
Auf jeden Fall. Die Pausen zwischen den Lehrveranstaltungen am Beachvolleyballplatz oder am See zu verbringen haben dem Studium noch das altbekannte „i-Tüpfelchen“ verliehen.

Gibt es noch etwas, was Sie aus Ihrer Studienzeit besitzen?
Unendlich viele Fotos mit Freunden aus der ganzen Welt – danke Erasmus!

Vermissen Sie etwas aus Ihrer Zeit an der AAU?
Die lässige Atmosphäre auf der Uni und lange „Schreib-Nächte“ in der 24-Stunden-Bibliothek.

Was würden Sie heutigen Studierenden mit auf den Weg geben?
Genießt es, wissenschaftlich zu arbeiten. Seid euch bewusst, dass ihr erforschen könnt, was ihr wollt. Schließt Freundschaften. Und habt einfach nur Spaß.

 

Wort-Rap:

Ein glücklicher AAU-Moment war… als ich die Diplomprüfung hinter mir hatte und gemeinsam mit Familie, Freunden und Professoren im Innenhof der Uni drauf angestoßen habe.

Aus Ihrer Studienzeit besitzen Sie noch… die „Rolle“ von der Sponsion, die brav über meinem Fernseher steht und mich jeden Tag anlächelt, wenn ich gerade am „netflixen“ bin.

Wenn Sie noch einmal studieren würden, würden Sie… mein Auslandssemester früher machen. Ich war erst Ende des Studiums in Bologna. Da war ich schon älter als alle anderen, habe nicht mehr so viele Kurse gebraucht und konnte auch beim Feiern nicht mehr so mithalten. 😉

Ihr Studium in 4 Worten: Studieren wo andere urlauben

"Ich habe jeden Sommer für ein Praktikum genutzt."