Stephan Leitner | Foto: aau/Müller

Tatsächliches (Entscheidungs-)Verhalten in ökonomische Modelle integrieren

Ökonominnen und Ökonomen versuchen das Handeln von Akteuren in wirtschaftlichen Zusammenhängen nachzubilden, um so Konsequenzen zu berechnen. Das Problem dabei: Viele teils restriktive Annahmen zum Verhalten von Akteuren entsprechen nicht der Realität. In einem vom Jubiläumsfonds der Oesterreichischen Nationalbank geförderten Projekt will man der Wirklichkeit nun näher kommen.

Nehmen wir als Beispiel einen Arbeitsvertrag: Ein Arbeitgeber schließt mit einem Arbeitnehmer einen Vertrag ab, in dem letzterer die Erbringung einer gewissen Arbeitsleistung zusichert. Die so genannte Prinzipal-Agenten-Theorie (PAT) geht davon aus, dass der Arbeitnehmer (= Agent) gegenüber dem Arbeitgeber (= Prinzipal) einen Wissensvorsprung hat, der in unterschiedlicher Weise entweder zu Gunsten oder Ungunsten des Prinzipals eingesetzt werden kann. Die Theorie nimmt außerdem an, dass die Interessen der beiden nicht ident sind. Ein Vertrag zwischen den beiden soll deren Interessen angleichen. Um diesen Vertrag zu bestimmen, werden aber weitere Annahmen getroffen, wie z. B., dass die Beteiligten über perfekte Informationen über die (Unternehmens-)Umwelt verfügen oder der Arbeitgeber bestimmte Eigenschaften des Arbeitnehmers (bspw. Ziele, Arbeitsauffassung, Produktivität) perfekt kennt.

„Aus dem Beispiel wird klar: Die getroffenen Annahmen sind zum Teil sehr restriktiv. Darin liegt auch die Schwachstelle der normativen Prinzipal-Agenten-Theorie“, erklärt Projektleiter Stephan Leitner (Abteilung für Controlling und Strategische Unternehmensführung). Dem entgegen steht die positive PAT, die dieses Problem erkannt hat und dafür plädiert, dass realistischere Annahmen getroffen werden. Stephan Leitner möchte nun gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen neue Erkenntnisse zur Dynamik von Delegationsbeziehungen liefern. Er führt dazu weiter aus: „Unsere Analyse soll darauf abzielen, die Effizienz von Verträgen in alltäglichen Situationen zu steigern.“

Wirtschaft studieren an der Universität Klagenfurt

Die wirtschaftlichen Studien an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt bieten mehr als nur ein attraktives Studienangebot. An der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften – kurz WiWi – wird viel Wert auf die praktische Umsetzung von Erlerntem durch Projekte gelegt. Darüber hinaus werden Studierenden vielfältige Möglichkeiten geboten Auslandserfahrungen zu sammeln. Ob im Zuge eines Auslandssemesters oder einer Summer School – es ist für jeden etwas dabei. Mehr