Tanja Leitner: „Mit dem Studium war ich gerüstet, mich in verschiedene Richtungen zu entwickeln.“

Unsere Absolventin Tanja Leitner hat Philologie und Anglistik und Amerikanistik auf Lehramt studiert. Während Ihres Unterrichtsjahres war sie bereits als Sprachentrainerin in der Erwachsenenbildung tätig. Durch diese Tätigkeit und ihr darauffolgendes Studium der Berufs- und Erwachsenenbildung bekam sie die Möglichkeit die Bereichsleitung ‚Zweiter Bildungsweg‘ an den Kärntner Volkshochschulen zu übernehmen.

Was hat Sie damals an die Universität Klagenfurt gezogen?
Ich stamme ursprünglich aus dem Lavanttal, daher war es naheliegend an der Universität Klagenfurt zu studieren. Zudem waren für mich die kleinen Gruppen an den Instituten und die persönliche Betreuung durch die Lehrenden wichtig.

Was war für Sie ein unvergessliches Erlebnis Ihrer Studienzeit?
Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern als ich während meines ersten Semesters, in dem ich Mathematik Lehramt inskribiert hatte, an der Tafel etwas vorrechnen sollte und kläglich scheiterte. Der Professor war genauso mit meinen Emotionen überfordert wie ich. Ich musste mir danach eingestehen, dass ich wohl einen Studienwechsel ins Auge fassen sollte. Was sich zuerst wie ein Scheitern anfühlte, war rückblickend gesehen eine gute Entscheidung. Natürlich gab es auch unzählige schöne Erlebnisse während meiner Studienzeit. Die intensivste und prägendste Zeit war sicherlich mein Auslandssemester in Australien.

Wenn ich noch einmal studieren würde, würde ich… auf meinen Professor in der Schule hören und nicht noch einmal Mathematik studieren und auf alle Fälle wieder ins Ausland gehen.

Gab es Momente oder Personen in Ihrem Studium, die Sie besonders geprägt haben?
Die vielen Lehrenden, die uns so wichtige Einblicke in ihre Bereiche gegeben und immer um uns bemüht waren.

Sie waren während Ihres Studiums für ein Auslandssemester in Newcastle (Australien). Welche Erfahrungen haben Sie mitgenommen?
Die Zeit in Australien hat mich nicht nur fachlich und sprachlich sehr geprägt. Ich habe damals auch viel über mich selbst gelernt und erfahren wie sehr ich in meiner eigenen Kultur verhaftet bin. Vielmehr war es auch der Startschuss um die Welt zu entdecken und zu bereisen.

Wie hat sich Ihr Weg vom Studium bis heute entwickelt?
Ich habe gelernt das Studium als Basis zu sehen, mit dem ich gut gerüstet bin, mich aber in verschiedene Richtungen entwickeln kann. So war ich während des Unterrichtsjahres in einem Klagenfurter Gymnasium bereits als Sprachentrainerin in der Erwachsenenbildung tätig. Durch diese Tätigkeit und mein Studium der Berufs- und Erwachsenenbildung bekam ich dann die Möglichkeit eine Projektleitung im Bereich Basisbildung an den Kärntner Volkshochschulen zu übernehmen. Vor einem Jahr habe ich noch das Masterstudium „Supervision, Coaching und Organisationsentwicklung“ berufsbegleitend abgeschlossen und mich nebenberuflich als Supervisorin selbständig gemacht. Ende letzten Jahres habe ich dann die Bereichsleitung „Zweiter Bildungsweg“ übernommen.

Welche Aufgaben fallen in den Bereich „Zweiter Bildungsweg“?
Die Aufgaben der Bereichsleitung des Zweiten Bildungsweges sind sehr vielfältig und reichen von Bildungsmanagement über Controlling bis hin zu Öffentlichkeitsarbeit sowie Netzwerkarbeit. Vor allem aber bin ich Bindeglied zwischen Geschäftsführung und Mitarbeiter*innen und Ansprechpartnerin für Stakeholder sowie Fördergeber.

Vor welchen Herausforderungen stehen Sie in diesem Bereich?
Die Herausforderung der allgemeinen Erwachsenenbildung besteht hauptsächlich darin, dass sie in der bildungspolitischen Diskussion marginalisiert und ihr eine eher geringe Bedeutung zugeschrieben wird. So ist es natürlich gerade im Projektbereich ein ständiges Bemühen um Fördergelder und um ein Sichtbarmachen unseres demokratiepolitischen Verständnisses, das die Bedürfnisse der Teilnehmenden in den Mittelpunkt rückt und nicht nur auf Verwertbarkeit ausgerichtet ist.

Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf am meisten?
Ich mag es, dass kein Tag wie der andere ist. Meine beruflichen Tätigkeiten sind abwechslungsreich und interessant. Darüber hinaus arbeite ich mit einem unglaublich engagierten Team und habe die Möglichkeit entscheidend mitzugestalten.

Was verbindet Sie heute noch mit der Universität?
Die vielen Menschen, denen ich begegnen durfte und die Netzwerke, mit denen ich heute beruflich verbunden bin.

Was würden Sie heutigen Studierenden mit auf den Weg geben?
Nutzt diese Zeit um ein Netzwerk aufzubauen, Praktika zu absolvieren und euch auszuprobieren! Genießt die einmalige Studienzeit und nutzt die Möglichkeiten, die euch die Universität Klagenfurt bietet.

Auf ein paar Worte mit Tanja Leitner

Denke ich an Klagenfurt, denke ich sofort an… den wunderschönen Wörthersee und die Berge rundherum.

Mein Lieblingsort an der Universität war… die Aula.

Das mache ich morgens zuerst im Büro… einen Tee trinken und meine Mails checken.

Ihr Studium in 3 Worten: abwechslungsreich, lehrreich, prägend