"Pfahl" aus einem Theaterstück der NMS Seewalchen | Foto: Alexandra Schwell

Pfahlbauten-Ausstellung „Welterbe unter uns“ zu Gast an der Alpen-Adria-Universität

Vom 17. bis zum 29. Mai 2018 wird die Wanderausstellung „Welterbe unter uns – Geschichten von, mit und über Pfahlbauten“ in der Aula des Zentraltrakts der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt zu sehen sein. Jugendliche aus Kärnten und Oberösterreich untersuchten mit Alexandra Schwell vom Institut für Kulturanalyse und anderen WissenschaftlerInnen das UNESCO-Welterbe Prähistorische Pfahlbauten. Die Eröffnung findet am 17. Mai um 17:30 statt.

Die Ausstellung wirft einen ungewöhnlichen Blick auf das Pfahlbau-Welterbe. Dabei stehen weniger die viele Tausend Jahre alten Reste der Dörfer im Mittelpunkt, sondern die Beziehungen, die die Menschen der Region zu diesen haben. Entsprechend ist es das Konzept der Ausstellung, dass auch Besucherinnen und Besucher sich aktiv einbringen können und so ihren individuellen Bezug zum UNESCO-Welterbe der „Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen“ erkunden. Videos und Audiodateien sowie 3D-Objekte zum Angreifen lassen die Pfahlbauten mit allen Sinnen erfahrbar werden. Die Ausstellung fordert die Besucherinnen und Besucher explizit dazu auf, mit einem Zitat oder einem eigenen Eintrag in den „Pfahlbaukatalog“ auch ihre eigenen Geschichten in die Ausstellung einzubringen.

„Was aus unserer Sicht die Pfahlbauten zum Kulturerbe macht, sind die Geschichten, die mit ihnen verbunden sind. Und genau auf diese Weise schauen wir uns das Weltkulturerbe urgeschichtliche Pfahlbauten genauer an: als Sammelpunkt von Geschichte und Geschichten, von Sagen und Märchen, als Steinbeil auf dem Kaminsims, das man in einer waghalsigen Aktion dereinst ertaucht hat, aber auch als ökonomische Gelegenheit, um den Tourismus weiterzuentwickeln“, fasst Alexandra Schwell, Universitätsprofessorin für Empirische Kulturwissenschaft an der Alpen-Adria-Universität, die interdisziplinäre Arbeit am Projekt zusammen: „Weltkulturerbe ist jedenfalls nichts Fertiges. Es ist zwar viele tausend Jahre alt, aber in seiner Bedeutung immer in Bewegung“.

„Welterbe unter uns“ entstand aus den Ergebnissen eines Forschungsprojektes im Programm „Sparkling Science“ des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, welches sich zum Ziel gesetzt hat, Schulen in ganzheitlicher Weise als Forschungspartner einzubinden. Im Projekt „Doing Welterbe – Welterbe begreifen“, wurden unter der Leitung des Naturhistorischen Museums in Wien zwei Jahre lang Eindrücke und Objekte zu den Pfahlbauten dokumentiert. In zahlreichen Gesprächen mit Menschen rund um Attersee, Mondsee und Keutschacher See, wurden von SchülerInnen und WissenschaftlerInnen Geschichten aus der Vergangenheit und Gegenwart zu diesen urgeschichtlichen Dorfruinen eingefangen. Das lokale und überregionale Wissen, die Mythen und Geschichten zu den Pfahlbauten wurden damit umfassend dokumentiert und wissenschaftlich auswertbar.

Nach einer Tour durch Oberösterreich ist „Welterbe unter uns“ nun wieder nach Kärnten zurückgekehrt, wo sie in Keutschach am See im Februar 2017 erstmals zu sehen war.

Die Eröffnung  findet am 17. Mai um 17:30 in der Universitätsaula mit folgendem Programm statt:

Mag. Cyril Dworsky (National Management Kuratorium Pfahlbauten): “Forschen zum Welterbe mit Kindern”

Univ. Prof. Dr. Alexandra Schwell (Alpen-Adria-Universität Klagenfurt): “Doing Welterbe – die Inszenierung eines Welterbes“

Dr. Beat Eberschweiler (ICOMOS Schweiz): „Die Pfahlbauten als transnationales Erbe“

Mag. Dr. Lieselore Meyer (Kuratorium Pfahlbauten): “Das UNESCO-Welterbe Pfahlbauten in Kärnten”

Die Ausstellung „Welterbe unter uns – Geschichten von, mit und über Pfahlbauten“ ist bei freiem Eintritt vom 17. bis 29. Mai 2018 täglich von 09:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

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