Kindeswohl in Kärnten: Was braucht es, damit Kinder ohne Gewalt aufwachsen?

Eine Veranstaltung des Dialogforums Zusammenleben
Donnerstag, 21. Mai 2026, 17:00 Uhr
Stiftungssaal, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

Vortrag: Dr.in Irmgard Griss (Juristin, ehem. NR, Leiterin der Reformkommission SOS Kinderdörfer)
Es diskutieren: Univ.-Prof.in Helena Kliche (Universität Klagenfurt), Alexandra Weiss, BA (Care Leaver Österreich), Vertreter*in Netzwerk Kinderrechte (angefragt)
Moderation: Dr.in Viktorija Ratković (Universität Klagenfurt)

Kindeswohl bedeutet, dass Kinder sicher, gesund und glücklich aufwachsen können und ihre Rechte respektiert werden. Diese einfache Formel ist sowohl in Österreich als auch international in Gesetzestexten verbrieft, die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, die von 196 Ländern ratifiziert wurde, formuliert die Rechte der Kinder breit. In dieser sind u.a. der Schutz und Sicherheit, Gleichbehandlung und Partizipation von Kindern festgeschrieben. Internationale Standards sollen zudem gewährleisten, dass Kinder ohne Gewalt aufwachsen können. In der Realität erleben viele Kinder dennoch laufend Gewalt, die Berichterstattung über Gewalt und Missbrauch gehört mittlerweile fast zum Alltag. Aktuell erregen Berichte über das System Epstein viel Aufmerksamkeit und auch in Kärnten werden Missbrauchsfälle zum Gesprächsstoff. Seien es prominente Namen wie Franz Wurst oder Hermann Gmeiner, deren Mittäter*innen, mitverantwortliche Strukturen und mangelnde Kontrollmechanismen – etwa in Einrichtungen der Kinder- und Jugendwohlfahrt – die Gewalt verschweigen und damit ermöglichen: Es ist klar, dass Kinder auch in Kärnten weit davon entfernt sind, ein sorgloses Leben zu führen. Der Schutz von Kindern scheint in unserer Gesellschaft keine echte Priorität zu genießen, denn selbst wenn Aufarbeitungen von Missbrauchsfällen stattfinden, sind Lerneffekte und grundlegende Veränderungen der Strukturen nicht erkennbar.

Der Vortrag von Dr.in Irmgard Griss und die Podiumsdiskussion werden sich entsprechend folgenden Fragen widmen:
• Was sind die Gründe für die vielfache Schutzlosigkeit von Kindern und Jugendlichen im häuslichen Bereich und in einschlägigen Einrichtungen?
• Wo liegen die strukturellen Schwächen und Verantwortlichkeiten, etwa im Kontext der SOS Kinderdörfer?
• Welche Institutionen bzw. institutionelle Rahmenbedingungen sind notwendig, um Kinder im häuslichen Bereich und in öffentlichen und kirchlichen Einrichtungen besser zu schützen?
• Welche nachhaltigen strukturellen Veränderungen braucht es, um hinkünftig Gewalt und Missbrauch zu mindern?

Das Dialogforum Zusammenleben wurde 2015 von der Katholischen Hochschulgemeinde und dem Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung initiiert. Es ist ein Zusammenschluss von in Kärnten tätigen Initiativen, Aktivist*innen, Forscher*innen und engagierten Privatpersonen. Diese setzten sich gemeinsam mit Interessierten damit auseinander, wie mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen in einer produktiven Art und Weise umgegangen werden kann. Kontakt bei Interesse an der Teilnahme und/oder weiteren Informationen:
viktorija [dot] ratkovic [at] aau [dot] at