Wissenschaft im Krieg & Feministischer Antimilitarismus

In den letzten Tagen sind drei Publikationen von Claudia Brunner auch online erschienen: In der Femina Politica. Zeitschrift für feministische Politikwissenschaft diskutiert sie, inwiefern die Genderfragen und Feminismus als Ressource für den Krieg mobilisiert werden; im aktuellen Heft der Zeitschrift Luxemburg – Gesellschaftsanalyse und linke Praxis führt sie in Wider den Vorkrieg aus, welche Fragen feministischer Antimilitarismus und antimilitaristischer Feminismus stellen sollten, wenn Krieg die Antwort zu sein scheint. Auf Englisch übersetzt als Resisting the Pre-War erschien dieser Beitrag zugleich im internationalen Blog transform!europe. Und im Blog der Zeitschrift Wissenschaft & Frieden wird unter dem Titel Nicht schon wieder! Akademische Komplizenschaft mit Krieg und Militarismus die auch heute zentrale Funktion von Universitäten und ihrer Angehörigen in Zeiten des Krieges erörtert.

Sozialpädgogischer Fachtag: Ungeteilte Inklusion. Teilhabe ohne Wenn und Aber

Ungeteilte Inklusion. Teilhabe ohne Wenn und Aber

12. Juni 2026 | 09:00 Uhr | Universität Klagenfurt, Raum z.1.09


Der jährliche Sozialpädagogische Fachtag des Arbeitsbereichs Sozialpädagogik und Inklusionsforschung (IfEB) wird diesmal in Kooperation mit der Selbstbestimmt-Leben-Initiative BMKZ sowie dem Accessibility Office / Stabsstelle GMSB der Universität Klagenfurt organisiert.

Unter dem Titel „Ungeteilte Inklusion. Teilhabe ohne Wenn und Aber“ wird der Frage nachgegangen, ob Inklusion in der Praxis tatsächlich unteilbar ist oder weiterhin begrenzt und behindert wird. Dies wird anhand von Beiträgen von Menschen mit Behinderungen aus eigener Erfahrung sowie im Rahmen gemeinsamer Forschung in den Blick genommen und reflektiert. Neben der Identifizierung von Barrieren werden auch innovative, selbst organisierte Wege zu mehr Selbstbestimmung und Teilhabe präsentiert, die als best-practice-Modelle Potential für die Umsetzung auf politischer Ebene aufweisen. 

Programm des Fachtags

Anmeldung erbeten bis 28. Mai 2026!

IfEB-Spotlight Mai 2026: Julia Krassnitzer „Hochschulische Bildungswirklichkeiten in (Re)Konstruktion“

Welches Thema bearbeitest Du und was bedeutet es für Dich?

In meiner Forschungsarbeit beschäftige ich mich – aus einer erwachsenenbildungswissenschaftlichen Perspektive – mit den Bildungswirklichkeiten studierender Erwerbstätiger. Mich interessiert dabei besonders, welche beruflichen und lebensweltlichen (Vor-)Erfahrungen diese Studierenden mitbringen und wie genau diese in ihr Studium einfließen (können) bzw. welche Erkenntnisse sich daraus für den hochschulischen Lehr- und Lernbetrieb gewinnen lassen.

Mit Bildungswirklichkeiten meine ich die Art und Weise, wie Studierende ihre Erfahrungen deuten: Welche alltagstheoretischen Erklärungen entwickeln sie? Und wie fügen sich diese in ihr Selbst- und Weltverständnis ein? Es geht also nicht nur darum, was Studierende erleben, sondern vor allem darum, wie sie diese Erfahrungen erleben.

Mein Forschungsinteresse ist dabei nicht rein theoretisch entstanden. Es speist sich aus meiner eigenen beruflichen Tätigkeit in der Bildungs- und Berufsorientierung sowie aus einer erwachsenenbildungswissenschaftlichen und volkswirtschaftlichen Vorstudie zum Thema „Beruf und Studium“. Beide Kontexte haben deutlich gemacht, dass berufliche und lebensweltliche (Vor-)Erfahrungen mehr als Begleiterscheinungen im Bildungsprozess sind, sie können einen Einfluss darauf nehmen, wie das Studium wahrgenommen wird.

Wie ist dieses Thema mit Deinem Studium verbunden?

Mein Studienschwerpunkt der Bildungsforschung zeigt sich durch einen qualitativ-rekonstruktiven Zugang zur hochschulische Lehr- und Lernsituation. Im Fokus stehen dabei die Orientierungen, Deutungsmuster und Erfahrungszusammenhänge der erwerbstätigen Studierenden selbst.

Wie gehst Du im Forschungsprozess vor?

Die Datenerhebung im Rahmen der Dissertation erfolgte in einem mehrstufigen qualitativen Design. Zunächst wurden narrative Interviews mit Studierenden geführt, die sich selbst primär als Erwerbstätige neben dem Studium positionieren. Darauf aufbauend wurden zwei Gruppendiskussionen durchgeführt, die bewusst heterogen zusammengesetzt waren und neben erwerbstätigen auch sogenannte traditionelle Studierende einbezogen. Die Auswertung erfolgte mittels der dokumentarischen Methode, die es erlaubt, über explizite Aussagen hinaus kollektive und implizite Orientierungen zu rekonstruieren.

Was möchtest Du anderen Studierenden an Erfahrungen und Tipps mitgeben?

Ich möchte anderen Schreibenden mitgeben, dass wissenschaftliches Arbeiten vor allem eines erfordert: Zeit. Es sollte also genug Zeit für den Schreibprozess eingeplant werden – und zwar nicht nur fürs eigentliche Schreiben, sondern auch für das Sortieren von Gedanken, das Strukturieren und das wiederholte Überarbeiten.

Zugleich ist es entscheidend, den prozesshaften Charakter von Forschung anzuerkennen. Phasen der Irritation, Unschärfe oder Neuorientierung sind keine Hürden, sondern konstitutiver Bestandteil des Erkenntnisprozesses. Gerade diese Phasen sind oft entscheidend, um die eigene Arbeit weiterzuentwickeln und am Ende zu einem stimmigen Ergebnis zu kommen.

Zu allen Spotlights

ZFF-Veranstaltungstipp: Militarisierung – nein, danke!

15. Mai ab 19 Uhr, Cap Wörth, Velden am Wörthersee

Eine öffentliche Veranstaltung im Rahmen der %attac Frühlingsakademie 2026

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