Judith Glück ist neue Dekanin der Fakultät für Sozialwissenschaften

An der 2023 gegründeten Fakultät für Sozialwissenschaften wurde mit 1. Jänner 2026 Judith Glück, Professorin für Psychologie und seit 2023 Prodekanin, zur Dekanin bestellt. Daniel Barben, Professor für Technik und Wissenschaftsforschung, bleibt Prodekan, während Christina Seeger, Professorin für Medien- und Kommunikationswissenschaften, die Funktion der Prodekanin übernimmt. Die Funktionsperiode endet am 31. Dezember 2027.

 

Nachgefragt bei Dekanin Judith Glück, Prodekan Daniel Barben und Prodekanin Christina Seeger

 

Welche Ziele haben Sie sich für die kommenden Jahre gesetzt?

Die SOWI hat sich seit ihrer Gründung Anfang 2023 sehr erfolgreich konsolidiert und gemeinsam folgende Ziele für die Funktionsperiode 2026/27 erarbeitet:

  • Aufbau und Etablierung eines Zentrums für Methoden und Forschungspraxis, welches das breite Spektrum sozialwissenschaftlicher Methodenkompetenz an der SOWI bündeln und durch Synergien in der Lehre, gemeinsame Veranstaltungen wie Workshops oder Summer Schools und Beratung für Forschende einen Mehrwert für die gesamte Universität bieten wird.
  • Aufrechterhaltung der exzellenten internationalen Sichtbarkeit der Forschungsleistungen der Fakultät, nachdem insbesondere die Zahl an Publikationen in Top-Journalen der jeweiligen Fächer in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist.
  • Steigerung der Drittmitteleinwerbung insbesondere in Bezug auf kompetitive Fördergeber wie FWF und EU/ERC.
  • Förderung von Nachwuchswissenschaftler:innen durch umfassende, an die jeweiligen Bedürfnisse angepasste Unterstützungsangebote in Bezug auf Karriereplanung, Publizieren, Drittmitteleinwerbung, Ressourcenmanagement u. a. m.

 

Was sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen und Chancen für Ihre Fakultät?

Sozialwissenschaftliche Forschung, insbesondere mit inter- und transdisziplinären Zugängen, ist für die Bewältigung der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zentral. Eine Herausforderung auf anderer Ebene ergibt sich durch die starke Arbeitsbelastung der Mitarbeiter:innen unserer Fakultät.

  • Die Menschheit steht aktuell vor großen Herausforderungen, die—von Klimawandel bis politische Radikalisierung und gesellschaftliche Polarisierung—alle letztlich menschengemacht sind und deren Bewältigung nicht nur technologische Entwicklung erfordert, sondern auch in hohem Maße sozialwissenschaftliche Forschung und wissensbasierte Praxisbegleitung. Alle Institute der SOWI befassen sich mit den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und engagieren sich in Forschung, Lehre und Third Mission für deren Bewältigung. Die inter- und transdisziplinären Kooperationen, die die SOWI auszeichnen, sind für die Bewältigung der aktuellen gesellschaftlichen Probleme unabdingbar.
  • Hohe Arbeitsbelastung: Die SOWI bietet einige der studierenden- und zugleich prüfungsaktivitätsstärksten Studiengänge der Universität an, was mit entsprechenden Belastungen der Fakultätsangehörigen in der Lehre und insbesondere der Betreuung von Abschlussarbeiten einhergeht, zugleich sind die SOWI-Angehörigen auch in der Forschung sehr erfolgreich und engagieren sich in der Administration. Die Arbeitsbelastung ist somit sehr hoch. Wir sind stolz auf die Leistungen der SOWI in allen Bereichen, und es ist uns wichtig, sie gleichermaßen sichtbar zu machen und zu würdigen und gerechte Modelle der Aufgabenaufteilung zu entwickeln.

 

Welche Themen möchten Sie besonders vorantreiben – etwa in Forschung, Lehre oder Internationalisierung?

Übergreifende Themenschwerpunkte der Fakultät verfolgen die Ziele:

  • aktuelle globale Herausforderungen zu verstehen und sozio-technische Lebenswelten zukunftsfähig zu gestalten;
  • Einflussfaktoren auf Gesundheit, Resilienz und Sinnerleben zu verstehen und Gefährdungen menschlichen Wohlbefindens entgegenzuwirken;
  • Digitalisierung von Alltagswelten zu verstehen und Handlungsfähigkeit im Umgang mit digitalen Technologien zu fördern;
  • Grundlagen der Nachhaltigkeit sozialwissenschaftlich-interdisziplinär zu verstehen und Nachhaltigkeitskompetenzen auf verschiedenen Ebenen zu stärken;
  • Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen, gesellschaftliche Ordnungen und Praktiken neu zu denken und sozial verantwortlich zu handeln.

 



Judith Glück

Zur Person


Judith Glück (Dekanin) hat an der Universität Wien Psychologie studiert und promoviert. Von 1999 bis 2002 war sie Postdoctoral Research Fellow am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Nach der Habilitation im Jahr 2002 kehrte sie als außerordentliche Professorin an die Universität Wien zurück. Seit 2007 ist sie Professorin für Entwicklungspsychologie am Institut für Psychologie der Universität Klagenfurt. Judith Glücks Forschungsschwerpunkt ist die Weisheitspsychologie. Die Forschung des von ihr geleiteten Wisdom Labs interessiert sich für die Entwicklung von Weisheit, neue Methoden zur Messung von Weisheit, situative und kontextuelle Prädiktoren für Weisheit, Weisheit in beruflichen Kontexten, die Vorstellungen von Weisheit in verschiedenen Kulturen und aktuell vor allem für Möglichkeiten, weises Denken und Handeln zu fördern. Sie leitete bereits mehrere vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF geförderte Forschungsprojekte zu Weisheit; das aktuelle Projekt „GameWise“ untersucht Möglichkeiten der Förderung von Weisheit durch Videospiele. Zuletzt war sie Prodekanin der Fakultät für Sozialwissenschaften.



Daniel Barben

Zur Person


Daniel Barben (Prodekan) ist seit 2014 Professor für Technik- und Wissenschaftsforschung und Institutsvorstand, nunmehr am Institut für Gesellschaft, Wissen und Politik. Er studierte Soziologie, Psychologie, Politikwissenschaft und Philosophie an der FU Berlin. 1995 promovierte er an der Universität Potsdam in Politikwissenschaft. Nach dem Studium war er am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, an der TU Berlin und an der Universität Bielefeld mit verschiedenen Projekten zu Technik, Umwelt und Gesellschaft befasst. Als Habilitationsstipendiat der DFG führte er längere Forschungsaufenthalte an den Universitäten Rutgers und Harvard durch. Nach der Habilitation in Soziologie an der FU Berlin 2004 war Barben an der University of Wisconsin-Madison und an der Arizona State University als Associate Research Professor tätig. Ein Ruf führte ihn 2010 zurück nach Europa auf die VDI-Professur für Zukunftsforschung am Institut für Politische Wissenschaft der RWTH Aachen. Daniel Barben ist Kuratoriumsmitglied des Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF für das Fachgebiet Soziologie und interdisziplinäre Sozialwissenschaften, Mitglied des Gemeinsamen Ausschusses von DFG und Leopoldina zum Umgang mit sicherheitsrelevanter Forschung und für die AAU Mitglied des österreichischen IIASA-Rates. Forschungsschwerpunkte bilden Fragen der Governance von Wissenschaft und Technik; Klimapolitik, Energiesystemtransformation und Climate Engineering; Biotechnologie und Bioökonomie; Nachhaltigkeit und sozio-technische Zukünfte. Seit ihrer Gründung war er Prodekan der Fakultät für Sozialwissenschaften.



Christina Seeger

Zur Person


Christina Seeger (Prodekanin) ist seit Oktober 2021 als Universitätsprofessorin am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft tätig. Sie studierte Kommunikationswissenschaft und Politische Wissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Von 2009 bis 2015 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung an der LMU München, wo sie 2014 promovierte. Nach ihrer Promotion war sie als akademische Rätin am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung an der LMU München tätig. Gastprofessuren führten sie an die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (2017-2018) und an die Universität Wien (2018).
Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Digitalisierung und digitale Kommunikation, politische Kommunikation sowie Medienpsychologie. In ihrer Forschung widmet sie sich der Nutzung sozialer Medien und deren Wirkung insbesondere auf Jugendliche und junge Erwachsene, der Verbreitung und Widerlegung von Falschinformationen sowie Hass und Anfeindungen im Netz.