Gemeinsames Doktoratsstudium mit der Università Ca‘ Foscari

Die Universität Klagenfurt und die venezianische Università Ca‘ Foscari haben 2019 das Double-Degree-PhD-Studium „Italian Studies“ begründet. Koordinatorin Angela Fabris ist begeistert darüber, dass die Doktorand*innen so einen Einblick in die unterschiedlichen Lern- und Forschungskulturen bekommen.

Für die Universität Klagenfurt haben Internationalität und Mobilität eine große strategische Bedeutung. Umso erfreulicher ist die bilaterale Kooperation mit der Università Ca‘ Foscari. Bereits seit 2011 kooperiert die Universität Klagenfurt mit der Universität in Venedig. Was sich zuerst auf ein Erasmus-Abkommen beschränkte, wuchs in den letzten Jahren sowohl qualitativ als auch quantitativ zu einer bedeutsamen strategischen Partnerschaft heran. „Es entwickelte sich in den letzten Jahren schon fast eine Freundschaft zwischen den Universitäten, die letztlich in ein gemeinsames Doktoratsstudium mündete“, erzählt Literaturwissenschaftlerin und Koordinatorin Angela Fabris, die im letzten Jahr als Visiting Professor an der Ca‘ Foscari lehrte und forschte.

Die Università Ca‘ Foscari ist, so Fabris, „eine Exzellenzuniversität, nicht nur in Europa, sondern weltweit“. Man ist sich geographisch nahe, ist über lange Zeit hinweg von denselben historischen Wurzeln geprägt und befindet sich – da wie dort – unweit von geopolitischen Grenzen.

Durch das Double-Degree-PhD-Studium und einen einjährigen Auslandsaufenthalt an der jeweiligen Partneruniversität ist dieses internationale dreijährige Doktoratsstudium in Österreich einzigartig. Die Doktorand*innen erhalten dabei noch zwei akademische Studienabschlüsse: Doktorat der Philosophie und Dottorato di ricerca in Italianistica.

 

„Die Doktorand*innen der Ca‘ Foscari sind schon sehr neugierig auf unsere Outdoor-Hörsäle.“

(Angela Fabris)

Die Doktorand*innen werden gemeinsam mit der Università Ca‘ Foscari betreut und erhalten damit einen Einblick in die unterschiedlichen Lern- und Forschungskulturen. „Auf diese Weise profitieren die Doktorand*innen sehr und können sich innerhalb der Scientific Community gut vernetzen und ihre Sprachkompetenzen erweitern.“ Aber das ist nicht das Einzige: Während ihres dreijährigen Doktoratsstudiums verbringen die Doktorand*innen einen Zeitraum von 12 bis 18 Monaten an der jeweiligen Partneruniversität und erhalten dafür auch ein Stipendium. Jedes Jahr werden jeweils ein oder eine Doktorand* innen an jeder der beiden Universitäten aufgenommen, die zu sprachwissenschaftlichen und transmedialen Themen promovieren möchten. Die Themengebiete der Doktorand*innen sind sehr breit und reichen von der Literatur des 20. Jahrhunderts, der italienischen transkulturellen Graphic Novels bis hin zu filmischen Androiden.

Eine weitere fruchtbare Initiative wird demnächst mit der Università Ca‘ Foscari umgesetzt, nämlich das gemeinsam organisierte Seminar „Italian and Cross- Border Studies“ mit 15 Doktorand*innen beider Universitäten. Derzeit können an der Universität Klagenfurt aufgrund der Pandemie keine Lehrveranstaltungen in Präsenz durchgeführt werden, weshalb das Seminar Ende Juni im Outdoor-Hörsaal im Freien am Campus stattfinden wird. „Wir haben einen so schönen Campus, mit viel Grün rundherum und eingebettet in die Natur. Die Kolleg*innen an der Università Ca‘ Foscari sind schon sehr neugierig darauf und empfinden die Outdoor-Hörsäle als eine schöne Sache“, führt Fabris weiter aus. „Eine einzigartige Möglichkeit, damit sich die Doktorand*innen persönlich austauschen können.“

Double-Degree-PhD-Studium „Italian Studies“

für ad atra: Lydia Krömer