Ältere Menschen mit Tablet | Foto: Seventyfour/AdobeStock

Alle Gesundheitsdaten im Blick mit neuen technischen Tools

Besonders ältere und chronisch kranke Menschen haben es nicht leicht, den Überblick über ihre Gesundheitsdaten zu behalten. Diese werden zwar schon teilweise an verschiedenen Stellen digital gespeichert, beispielsweise bei ÄrztInnen, in Krankenhäusern oder in ELGA. Zum Teil erfassen auch bereits smarte Geräte und Umgebungen ihren Gesundheitszustand und ihre Lebensweise. Viele wichtige Daten sind jedoch noch gar nicht digitalisiert. Unterstützt von der FFG arbeitet ein Forschungsteam unter der Führung des Instituts für Angewandte Informatik nun im Projekt AYUDO an der Entwicklung einer integrierten persönlichen digitalen Gesundheitsakte.

„Ayudo möchte bereits vorhandene, aber verteilt gespeicherte digitalisierte Gesundheitsdaten wie Vitaldaten, Lifestyle-Daten, WellBeing-Daten oder auch Medikations-, Einnahme- oder Befunddaten in einer ‚Persönlichen Digitalen Gesundheitsakte‘ integrieren. Diese persönliche Akte soll von den Betroffenen selbst bzw. den Angehörigen möglichst einfach und barrierefrei ergänzbar und durch neue, intelligente Services für das persönliche Gesundheitsmanagement nutzbar gemacht werden“, erklärt Projektleiterin Claudia Steinberger.

Dabei soll der Aufwand für die Nutzerinnen und Nutzer möglichst gering sein: Schnittstellen zu existierenden digitalen Quellen mit Gesundheitsdaten werden in Ayudo flexibel angepasst. Nicht digital verfügbare Gesundheitsdaten sollen möglichst einfach und intuitiv ergänzt werden können. „Wir wollen mit dem Projekt mehr darüber lernen, welche technischen Tools von den Nutzerinnen und Nutzern im Rahmen von Active and Assisted Living (durch technische Hilfsmittel unterstütztes unabhängiges und selbständiges Leben) gut angenommen werden. Mögliche Fragen sind beispielsweise: Wie kann ein digitaler Sprachassistent sinnvoll eingesetzt werden? Welche Formen der Visualisierung sind hilfreich? Deshalb werden wir AnwenderInnen bei der Entwicklungs- und Evaluierungsarbeit intensiv in das Projekt miteinbeziehen“, führt Steinberger weiter aus.

Letztlich geht es dem Projektteam vor allem darum, die Lebensqualität von älteren, chronisch kranken oder multimorbiden Menschen durch verbesserte Informationen aus ihrer persönlichen Datenbasis zu erhöhen. Die bessere Selbsteinschätzung des eigenen Gesundheitszustands ermöglicht die frühzeitige Anpassung ihrer Handlungen. Sollte dies von den Betroffenen erwünscht sein, kann auch das soziale Umfeld – beispielsweise betreuende Angehörige, Pflegepersonal oder die Hausärztin – auf die Daten zugreifen. Diesbezüglich spielen der Datenschutz und die Datensicherheit bei der Konzeption der geplanten technischen Lösung eine wesentliche Rolle.

Das Projekt läuft bis 2022 und wird von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) im Programm „benefit“ gefördert.

Technik studieren in Klagenfurt

Die technischen Studien an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt zeichnen sich durch exzellente Forschung und Lehre aus. Die Fakultät für Technische Wissenschaften (TeWi) besteht seit 2007 und legt großen Wert auf sehr gute Betreuungsverhältnisse, die einen kontinuierlichen und förderlichen Austausch zwischen Lehrenden und Studierenden auf allen Ebenen ermöglichen. Durch einen hohen Praxisbezug sowie die Konzentration in Stärkefeldern (z.B. Informatik, Informationstechnik, technische Mathematik) bieten technische Studien vielfältige Möglichkeiten. Im Zuge eines Auslandssemesters, bei einem Joint oder Double Degree sowie während einer Summer School können zusätzlich viele neue Erfahrungen im Ausland gesammelt werden! Mehr