Bitmovins Weg zum „North Star“

kuwiFür Stefan Lederer ist die Universität Klagenfurt Alma Mater in allen Facetten. Hier hat er Wissen generiert, viele Kontakte geknüpft, und es entstanden Kooperationen für den Sprung in die Selbstständigkeit mit Christopher Müller und Christian Timmerer. Gemeinsam gründeten sie Bitmovin.

Bereits zu Studienzeiten hat Stefan Lederer die internationalen Kontakte der Universität Klagenfurt genutzt. Der Informatiker absolvierte Praktika bei Dolby in den USA, bei IBM und McKinsey in Deutschland und nahm an einer Studienreise nach China teil. Diese Internationalität hat sich Lederer mit Bitmovin beibehalten. Mittlerweile reichen die Standorte von Klagenfurt in die ganze Welt, unter anderem bis nach San Francisco, Chicago, Seattle, New York, in die Niederlande, China, Hong Kong, Brasilien, Berlin und Wien. Für ihn und Bitmovin bedeutet dies eine bunte Vielfalt an Kolleginnen und Kollegen. Die Nachfrage nach Videoservices, auf die sich Bitmovin spezialisiert hat, steigt und steigt. „Für das Unternehmen ist das sehr positiv“, betont Lederer, „aber gleichzeitig ist das eine Herausforderung, in angemessener Zeit liefern zu können.“

Nicht nur, dass jeder Kunde anders ist, die Anforderungen wachsen und das Unternehmen muss sich jedes Quartal neu erfinden. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sich mit dem Unternehmen weiterentwickeln. Lederer genießt den Kundenkontakt auf großen Messen wie beispielsweise in Amsterdam, bei der 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort über 400 Meetings abhalten. Für Lederer bedeuten mehr Kunden gleichzeitig einen erhöhten Bedarf an Personal. Den Zugang dazu sieht er an jedem Standort gleich herausfordernd, obwohl ihnen dadurch auch ein breiterer Talentepool zur Verfügung steht. In Kärnten sind sie in ständigem Austausch mit der Universität, führen Projekte durch und akquirieren Talente für das stets wachsende Unternehmen. Auch mit der Fachhochschule pflegen sie eine gute Verbindung, sodass sie aus den Hochschulen Kärntens monatlich zwei bis drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazugewinnen können. Lederer schätzt besonders die Internationalität in Kärnten und war überrascht, einen gebürtigen Amerikaner aus San Francisco als ordentlichen Studierenden in Kärnten als Mitarbeiter gewinnen zu können.

Die Servicierung der Kunden steht für Bitmovin im Vordergrund. Dies bedeutet jedes Quartal neue Anforderungen, gewissermaßen auch ein Selbststudium, um für das Wachstum fit zu bleiben. Das Personal muss flexibel sein und die persönliche Weiterentwicklung hat einen wichtigen Stellenwert. Für Lederer ist es immer schön zu sehen, wie viele gute, fähige Menschen das Team erweitern und sich selbst über die Zeit weiterentwickeln.

Bei der Unternehmensgründung konnten die drei Gründer ihren Weg nicht vorhersehen. Heute wissen Lederer, Müller und Timmerer, dass sich viele kleine Schritte zu etwas sehr Großem summieren. Das „Y Combinator Programm“ hat dabei eine große Rolle gespielt. Es handelt sich um ein Gründerzentrum, das Gründern für den Zeitraum von drei Jahren mit finanzieller Unterstützung, Kontakten und Knowhow zur Seite steht. Aktuell streckt Bitmovin seine Fühler weiter Richtung Börsengang aus. Das große Ziel: der „North Star“, an der New Yorker Börse am NASDAQ gelistet zu sein. Lederer betont, dass sie nicht auf den schnellen Exit aus sind, sie wollen das Unternehmen aufbauen, nicht nur „aufhübschen“ für einen potenziellen Käufer. Sie wollen ihre Technologie so aufbauen, dass sie für sich selbst am Markt erfolgreich sein kann. Das ermöglicht der IPO (initial public offering). Sollten alle Pläne aufgehen, kann es sein, dass sie in fünf Jahren als Österreicher in New York die Börsenglocke läuten.

Die Wünsche für die nächsten 50 Jahre Universität Klagenfurt sind klar: den Weg der Internationalisierung weitergehen, interessante Studienprogramme in der Technik und Wirtschaft, viele internationale Studierende und eine gute Zusammenarbeit der Fakultäten. In Zukunft kann sich Lederer vorstellen, dass sich in Klagenfurt ein Innovationshub etabliert und es mehr Unternehmen geben wird, die sich aus der Universität heraus gründen und zeigen, was möglich ist. Studierende – die Innovatoren und GründerInnen von morgen – sollen in diesen Unternehmen arbeiten können, Expertise erhalten und damit wachsen. Vom Spin-off der Universität zum börsennotierten Unternehmen.

 

für ad astra: Lisa Svetina