18.02.: FRISCH GESTRICHEN! Ausstellungseröffnung
Vernissage der Ausstellung
FRISCH GESTRICHEN!
Mittwoch, 18. Februar 2026, 18 Uhr
Foyer der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Universitätsstraße 65–67
9020 Klagenfurt
Eröffnung: Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser, Rektorin Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Ada Pellert
Begrüßung: Univ.-Prof.in Dr.in Anke Bosse
Einführung: Dr. Elmar Lenhart
Performance: Verein zur Anregung des dramatischen Appetits – VADA
FRISCH GESTRICHEN!
Korrigieren, tilgen, löschen, überschreiben, durchstreichen und ersetzen in Manuskripten österreichischer Schriftsteller:innen
In Literaturarchiven werden einzigartige Zeugnisse einer Arbeit am Text gesammelt und bewahrt. Jeder Schaffensprozess ist auch davon geprägt, dass etwas weggenommen, reduziert und verändert, gelöscht, übermalt, verbessert, angestrichen und durchgestrichen, ersetzt, kassiert, getilgt, ausradiert, geext, abgetragen, beseitigt, entfernt, eliminiert oder gar annulliert, vielleicht auch nur ausgetauscht und substituiert wird. Was entsteht, ist oft das Ergebnis unzähliger Entscheidungen, die Spuren hinterlassen. Besonders deutlich wird das im Entstehungsprozess eines Buches. Bevor sich ein Manuskript zu einem perfekten Artefakt verdichtet, ist es ein lebendiges Dokument ständiger Überarbeitung. Die Sorgfalt der Autorinnen, die Erfahrungen der Lektor:innen, der geübte Blick der Korrektor:innen und das Gespür der Verleger:innen treffen zusammen.
Die Literaturausstellung FRISCH GESTRICHEN! wird im Rahmen der internationalen Tagung Streichungen – Kreation aus Negation (18.-20. Februar 2026) an der Universität Klagenfurt gezeigt und die Aula und das Foyer der Universität Klagenfurt in einen Manuskriptblätterwald verwandeln. Die Exponate sind großformatige Faksimiles und stammen von Autor:innen wie Friederike Mayröcker, Peter Handke, Ingeborg Bachmann, Christine Lavant, Gerhard Roth, Ödön von Horvath und vielen mehr. Sie zeigen die Korrektur- und Überarbeitungsphasen im Schreibprozess. Dabei handelt es sich meistenteils um Manuskripte, Notizen, Vorfassungen und Druckfahnen von literarischen Texten. Von ihren Autor:innen nicht zur Veröffentlichung bestimmt, haben sie dennoch die Zeit überstanden, wurden als Teil des kulturellen Gedächtnisses aufbewahrt und zeugen vom noch nicht fertigen Text, von der Arbeit an dem, was erst nach dem Prozess der Bearbeitung im vollendeten Zustand in den Bücherregalen steht.
Streichungen, ob als Löschung, Korrekturen oder Ersetzungen werden im digitalen Zeitalter zunehmend unsichtbar. Doch Manuskripte aus der Ära der Schreibmaschine offenbaren faszinierende Einblicke in die Denk- und Entscheidungsprozesse einer Textproduktion. Von der kleinen Geste der korrigierenden Streichung führt der Weg bis zur Überschreibung ganzer Texte durch Neufassungen oder intermediale Bezugnahmen. Gedächtnisinstitutionen bewahren den Ausgangstext, sei dies der Entwurf (Archiv) oder der Hypotext (Bibliothek), in seiner originalen Fassung und erhalten damit einen Status quo ähnlich einer Zeitkapsel.
Die Beispiele zeigen, wie Ödön von Horváth einen passenden Titel für sein Werk suchte, Peter Turrini den Regisseur:innen einen neuen Schluss für sein Theaterstück vorschlägt, Ingeborg Bachmann passiert ein seltsamer Fehler in einer Übersetzung von Giuseppe Ungarettis Gedicht und Josef Winkler sucht mit immer neuem Anlauf den perfekten Satz, während sich Ilse Aichinger dazu entschließt, den Krieg doch nicht in ihrer Kindheitserinnerung zu nennen.

Bild: Ingeborg Bachmann: Aus dem Manuskript zu „Malina“, Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek
Eckdaten, Informationen, Beteiligte
Literaturausstellung „Frisch gestrichen!“ des Robert-Musil-Instituts für Literaturforschung/Kärntner Literaturarchivs (RMI/KLA)
mit einem Vermittlungsprogramm für Oberstufenschüler:innen
Ort: Aula und Foyer der Universität Klagenfurt
Zeit: 18.2.–9.3.2026 und 16.3.–27.3.2026
Die Ausstellung wird im Rahmen der internationalen Tagung Streichungen – Kreation aus Negation (18.-20. Februar 2026) an der Universität Klagenfurt gezeigt.
Kuratierung: Elmar Lenhart
Idee und Organisation: Elmar Lenhart
Gestaltung und künstlerische Intervention: Peter Karlhuber, Wien
Co-Kuratierung: Lorella Gassler
Bauten: Peter Karlhuber, Hannes Stockinger, Helga Reimair
Grafik: Gerhard Spring
Sekretariat, Assistenz: Elisabeth Platz
Mit Beiträgen von: Dominik Srienc, Anke Bosse, Natalia Lecce
Finanziert durch: Robert-Musil-Institut/Kärntner Literaturarchiv, Land Kärnten, BWKMS (Bundesministerium)













