27.01.: Valentin Polanšek, Buchpräsentation

ERZÄHLTES ERINNERN

 

Valentin Polanšek

Schicksalsherbst der Brüder

Buchpräsentation

Dienstag, 27. 01. 2026
19.30 Uhr

 

Valentin Polanšek (1928 –1985) erzählt in seinem zweiteiligen Roman die Geschichte der jungen Brüder Domen und Matevz, die aus seiner unmittelbaren Nachbarschaft stammten.

Beide schlossen sich der Widerstandsbewegung in Kärnten an und verloren knapp vor der Befreiung im Kampf gegen den Nationalsozialismus ihr Leben.

Polanšek selbst verlor fast alle seine Familienangehörigen in den Folterkellern der Gestapo, in den Konzentrationslagern und im Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Alle zehn seiner Lyrik- und Prosabände schrieb und veröffentlichte er in seiner slowenischen Muttersprache. Schicksalsherbst der Brüder (Bratovska jesen, 1981) erschien 2023 erstmals in der Übersetzung von Metka Wakounig in deutscher Sprache.

 

Mit Beiträgen von August Brumnik, Brigitte Entner und Metka Wakounig

Musik: Terzett Leppen/Tercet Lepena

Moderation: Dominik Srienc

 

 

In Kooperation mit dem Verband slowenischer Schriftsteller / Drustvo slovenskih pisateljev, dem Slowenischen Kulturverein Valentin Polanšek Ebriach / Slovensko prosvetno društvo Valentin Polanšek, Obirsko und dem Zentralverband slowenischer Organisationen / Zveza slovenskih organizacij

23.01.: Auf Buch-Entdeckungsreise, Kinderliteraturveranstaltung

KINDERLITERATUR

 

Manuela Rader

Auf Buch-Entdeckungsreise mit Paula

Freitag, 23. 01. 2026
15.00 Uhr

 

Ein geheimnisvolles, eckiges Ding liegt da – und plötzlich kitzelt es in der Nase! Riecht das nach Abenteuer? Oder nach einer Prise Fantasie?

Kommt mit Paula, der neugierigen Clownin, auf eine Reise durch die große Welt der Bücher und erkundet gemeinsam, was sie alles können und was in ihnen steckt. Erlebt mit ihr die unterschiedlichen Welten – von Liebesgeschichten über Liederbücher bis zu Abenteuergeschichten oder landet in einem Wortwirbel, bei dem Buchstaben ihren eigenen Kopf bekommen.

Altersempfehlung: 5 – 7 Jahre

 

15.01.: Karsten KRAMPITZ, Lesung

NEUE LITERATUR

Donnerstag, 15. 01. 2026
19.30 Uhr

 

Karsten Krampitz:
Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung

Lesung

Moderation: Doris Moser

 

Arnstadt, Thüringen, Ende der 70er Jahre. In einem Heim für behinderte Jugendliche beschließen vier Freunde, die sich kaum bewegen können: Wir brechen aus. Von Rente und Pflegegeld wollen sie sich Pfleger finanzieren, ein Haus bekommen sie von der Kirche – das alte Pfarrhaus in Hartroda, im Altenburger Land.

So beginnt die Geschichte einer Kommune, die völlig aus der Zeit und aus dem Land gefallen ist. Die einen bekommen Hilfe, die anderen Asyl – vor der Schinderei im Staatsbetrieb, vor einem Leben im stupiden Kreislauf von Arbeiten, Saufen, Schlafen. Eine Gemeinschaft der Gleichen, in der alles geteilt wird – Geld und Bücher, Platten und Bier, aber auch alle Gebrechen. Eine Gemeinschaft der Aussortierten, die sich mit Witz und Chuzpe das Undenkbare erkämpft: ein selbstbestimmtes Leben, vielleicht sogar Freiheit. Unter dem Schirm der Kirche wird sie, so scheint es zumindest, vom DDR-Apparat in Ruhe gelassen.
Intellektueller Kopf der Gemeinschaft ist Gruns. Er wird vom schweigsamen Mozek gepflegt, der vom Dachboden aus internationale Fernschachturniere bestreitet und sich über seine Vergangenheit bedeckt hält. Denn Mozek, ehemaliger Grenzer, ist auf der Flucht vor der eigenen Schuld.
Ich hab meine Sache auf nix eingestellt / auf gar nix, überhaupt nix, heißt es in einem Lied der Band Mischpoke, die zum Freundeskreis der Kommune gehört. Als die DDR zusammenbricht, wird deutlich, dass es auch die Mauer war, die die Gemeinschaft von Hartroda zusammengehalten hat.

Karsten Krampitz erzählt von Momenten der Freiheit und des Glücks inmitten der real existierenden Diktatur.

 

Karsten Krampitz, geboren 1969 in Rüdersdorf, ist Autor, Historiker und Journalist. Er schrieb für Straßenzeitungen, war an der Besetzung von Luxushotels beteiligt und Mitgründer von Mondkalb – Zeitung für das Organisierte Gebrechen. Er promovierte zur Rolle der Kirche in der DDR. 2009 gewann er beim Bachmann-Wettbewerb den Publikumspreis und war daraufhin ein Jahr später Stadtschreiber in Klagenfurt.
Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung wurde 2025 von der Kaspar Hauser Stiftung mit dem Matthias-Vernaldi-Preis für selbstbestimmtes Leben ausgezeichnet.

 

 

19.12.: MYZÆHL – Finissage

AUSSTELLUNG

MYZAEHL – Finissage


Freitag, 19. 12. 2025
18.00 Uhr

 

Begleitend zum interdisziplinären Tanztheaterprojekt MYZÆHL, das Anfang Oktober im klagenfurter ensemble zur Aufführung kam, wird in den Veranstaltungsräumen des Musil-Instituts bis Ende Dezember eine Ausstellung mit Arbeiten von Ana Grilc, Cat Jimenez, Helmut Machhammer, Johannes Wagner und Leon Himmelbauer gezeigt. Das transdisziplinäre Stück MYZÆHL begibt sich auf eine assoziative Reise durch künstlerische Schaffensprozesse – von der ersten Idee bis zur Aufführung, vom Zweifel zur Manifestation. In einem Kollektiv aus Künstler*innen der Sparten Tanz, Literatur, Musik, Bildhauerei und Video entsteht ein Gesamtkunstwerk, das sich performativ, visuell und klanglich durch fragmentarische Szenen, Materialexperimente und Texte bewegt.

Nach einer Lesung von Ana Grilc im Rahmen der Vernissage rückt zum Ausstellungsende das Auditive in den Fokus, mit einer Sound-Performance von Johannes Wagner.

 


MYZÆHL
Das interdisziplinäre Projekt zwischen Urban Playground, klagenfurter ensemble und Robert-Musil-Institut wird als Ausstellung von 17. September bis 19. Dezember im Musil-Haus im ersten Stock ausgestellt.
Wie wird Kunst gemacht?
Das transdisziplinäre Stück MYZÆHL begibt sich auf eine assoziative Reise durch künstlerische Schaffensprozesse – von der ersten Idee bis zur Aufführung, vom Zweifel zur Manifestation. In einem Kollektiv aus Künstler*innen der Sparten Tanz, Literatur, Musik, Bildhauerei und Video entsteht ein Gesamtkunstwerk, das sich performativ, visuell und klanglich durch fragmentarische Szenen, Materialexperimente und Texte bewegt.
Das Publikum wird nicht nur Zeug*in, sondern Teil eines offenen Arbeitsprozesses, in dem sich Perspektiven überlagern, Rhythmen verschieben und der künstlerische Alltag mit all seinen Bruchstellen und Widerständen sichtbar wird. MYZÆHL ist ein Zyklus aus Inspiration, Ablehnung, Euphorie und Erschöpfung – ein work-in-progress über das Arbeiten selbst.
„Ich muss mir all dies fremde Material einverleiben. In sich hat es mich nicht gelassen, jetzt muss es in mich. […] So jetzt bist du wieder formbar, jetzt habe ich dich gemacht. So lässt sich mit dir arbeiten!“
– Ana Grilc
Mitwirkende:
Idee/Regie: Leon Himmelbauer
Tanz: Cat Jimenez
Text: Ana Grilc
Sound: Johannes Wagner
Bühnenbild: Helmut Machhammer
Kostüm: Christina Seewald