19.12.: Bücherflohmarkt

 

Zur Tradition geworden ist mittlerweile zum Jahresende hin der Bücherflohmarkt des Musil-Instituts, der wieder mit Raritäten, neuwertigen Exemplaren, Belletristik, Fachliteratur, Bildbänden und historischen Schnäppchen, außerdem Kinder- und Jugendbüchern und Spielen aufwartet.

Wir laden ein zum Schmökern und Stöbern! Gute Lektüre ist dabei zu äußerst günstigen Preisen zu erstehen.

Bücherflohmarkt

 

Freitag, 19. 12. 2025

ab 16.00 Uhr

10.12.: Kaśka BRYLA, Lesung

NEUE LITERATUR

 

Kaśka Bryla:
Mein Vater, der Gulag, die Krähe und ich

Lesung

Mittwoch, 10. 12. 2025
19.30 Uhr

Moderation: Brigitte Schwens-Harrant

 

Der Sommer 2020 ist heiß und schön, und doch herrschen überall Angst und Verunsicherung – auch auf dem Wagenplatz, wo die Autorin wohnt und mit einem schweren Krankheitsverlauf kämpft. Kraft geben ihr die inneren Gespräche mit dem Vater, der als Mitglied der polnischen Untergrundarmee im Gulag interniert war. Seine Widerständigkeit hat sie geprägt. Ihr eigener Kampf um ein selbstbestimmtes Leben als queere Frau ist ähnlich und doch ganz anders. Kraft gibt ihr aber auch das gestrandete Krähenbaby Karl, für das sie sorgt, solange es nicht fliegen kann.

Liebevoll, lakonisch und manchmal surreal verflicht Kaśka Bryla Aufnahmen der Gespräche mit dem Vater, Fieberträume und Einsamkeit. Mutig, zärtlich und schonungslos erzählt Kaśka Brylas Roman vom Kampf ums Überleben unter widrigen Bedingungen.

 

„Schon jetzt eines der großen Werke der europäischen Erinnerungsliteratur.“ (Welt am Sonntag)

 

Kaśka Bryla, aufgewachsen zwischen Wien und Warschau. Studium der Volks­wirtschaft in Wien, Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, wo sie 2015 die Literatur­zeitschrift und das Autor*in­nennetzwerk PS – Politisch Schreiben mitbegründete. Sie war Redakteurin des Monatsmagazins „an.schläge“, 2020 erschien ihr Debütroman Roter Affe, 2022 der Roman Die Eistaucher. 2024 las Kaśka Bryla auf Einladung von Brigitte Schwens-­Harrant beim Ingeborg­-Bachmann-­Wettbewerb einen Auszug aus dem Roman Mein Vater, der Gulag, die Krähe und ich, der 2025 für die Longlist zum Österreichischen Buchpreis nominiert war.

 

 

 

 

 

04.12.: Manfred Moser, Buchpräsentation

LITERATUR IM GESPRÄCH


Manfred Moser:
Sprachmann

Buchpräsentation

Donnerstag, 04. 12. 2025
19.30 Uhr

 

Manfred Moser (1943–2022) lehrte Sprachphilosophie und Rhetorik an der Universität Klagenfurt. Zahlreiche Publikationen zu Philosophie, Semiotik, Ästhetik, Architektur und Literatur. 1992 erschien der Roman Second Land. Eine besondere Vorliebe Manfred Mosers war die Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern in Projekten und Veranstaltungen an den Schnittstellen von Wissenschaft und Kunst.

 

Im Rahmen einer Gesprächsveranstaltung mit Wegbegleitern und befreundeten Kollegen, u.a. Klaus Ratschiller, Dieter Bandhauer, moderiert von Artur Boelderl, wird der in diesem Jahr im Verlag Sonderzahl erschienene Roman Sprachmann vorgestellt; bis zuletzt hat der Sprachphilosoph Manfred Moser an diesem so formbewussten wie ausufernden Roman gearbeitet.

 

Ein Intendant namens Claus Ehwitz redet wie Carl von Clausewitz, ein Bühnenbildner namens MacYavalley wie Niccolò Machiavelli, eine Dramaturgin namens Maja Kowski wie Wladimir Majakowski. Sprachmann, der Autor des aufzuführenden Stücks, scheint selbst aus etlichen Personen zusammengesetzt, zur Hälfte jedenfalls aus einem berüchtigten Kärntner Politiker, zu einem kleineren Teil vielleicht aus Manfred Moser. Er hält anfangs die Fäden in der Hand und verschwindet, als ihm die Geschichte über den Kopf wächst. Sein Gegenspieler, der Ägypter, steht bis zuletzt so vollendet da, dass man schon zufrieden wäre, wenn man nur ein wenig von ihm geerbt hätte. Dieser Ägypter, wahrlich eine geheimnisvolle Figur, verkauft Zeitungen auf einer vielbefahrenen Kreuzung; in seinem tiefsten Inneren ist er wohl ein Gelehrter, der trotz seiner Zurückhaltung das Epizentrum dieses Romans darstellt.

Die Ereignisse jedenfalls überschlagen sich. Eine „Uraufführung“ wird vorbereitet: Die Nibelungen, groß angepriesen und vermarktet als „Sieg und Frieden“. Das Unternehmen scheitert, trotzdem finden irgendwie und irgendwo mehrere „Uraufführungen“ desselben Stücks statt. Ein „Urtext“ wird entdeckt, nochmal die „Urnot“, jedoch zweifach, an verschiedenen Orten, einmal auf dem freien Markt, einmal im Computer. Original und Kopie, geistiges Eigentum und geistiges Diebesgut sind kaum unterscheidbar.

In den Dialogen, die den Roman bestimmen, folgen die Worte Schlag auf Schlag, präzise abgehackt, vor allem Rhythmus, aber auch von hintergründiger Melodie. Was wahr erscheint, liegt zwischen dem Realen und dem Surrealen, begrenzt durch nachvollziehbare und überprüfbare Ereignisse in Zeit und Raum, unbegrenzt in ihrer Dynamik.

 

 

25.11.: Daniel WISSER, Lesung

NEUE LITERATUR

Daniel Wisser: Smart City

Lesung
Moderation: Clemens Ruthner

Dienstag, 25. 11. 2025
19.30 Uhr

 

Wem gehört die Stadt der Zukunft? Daniel Wisser erzählt vom Traum einer digitalisierten Wohlfühlwelt und ihrem größten Problem: dem Menschen.

Aufbruchstimmung in NEUDA, der sichersten, saubersten und nachhaltigsten Stadt der Welt. Über den rechtwinklig angeordneten Straßen kreisen die Drohnen, unten bewegen sich geräuschlos die Elektrocaddies und Cleaning-Robots, eine Messsäule kontrolliert die Lautstärke, die 54 Dezibel nicht übersteigen darf.

Die Journalistin Morag Oliphant, die bei einem Überfall Mann und Tochter verloren hat, sucht den Neuanfang in NEUDA und will über dieses Pilotprojekt berichten, mit dem das städtische Zusammenleben revolutioniert werden soll. Sicherheit, Lebensqualität und ein harmonisches Zusammenleben garantiert man den Einwohnern der Smart City. So zumindest die Versprechung der Politik.
Doch schon bald bemerkt Morag Oliphant merkwürdige Dinge: Nicht registrierte Menschen huschen durch die Straßen, der Müll verschwindet einfach vor den Toren der Stadt, und für die Sicherheit sorgt nicht die Polizei, sondern ein privates Unternehmen, das sich jeder Kontrolle entzieht.
Als bei einer Demonstration ein Mann stirbt und niemand verantwortlich sein will, kommt Morag Oliphant nicht nur dem schattenhaften Geflecht von Politik und dem Konzern, der NEUDA betreibt, näher. Auch die Aufklärung des Todes ihrer Familie scheint damit zusammenzuhängen.

 

Daniel Wisser, 1971 in Klagenfurt geboren, schreibt Prosa, Gedichte und Songtexte. Er ist Mitbegründer des Ersten Wiener Heimorgelorchesters. Für den Roman Königin der Berge wurde er 2018 mit dem Österreichischen Buchpreis und dem Johann-Beer-Preis ausgezeichnet. 2024 erhielt er den Preis der Stadt Wien für Literatur. Zuletzt erschien bei Luchterhand der Roman 0 1 2. Daniel Wisser lebt in Wien.