15.04.: Ivan CANKAR, Buchpräsentation
LITERATUR DER NACHBARN
Ivan Cankar – Zum 150. Geburtstag
Aus der Vorstadt. Erzählungen aus Wien
Krpans Stute. Satiren und Erzählungen
Buchpräsentation und Gespräch
Mittwoch, 15. 04. 2026
19.30 Uhr
Aus der Vorstadt bringt anlässlich des 150. Geburtstags von Ivan Cankar eine Auswahl von Texten, die zwischen 1900 und 1914 entstanden und nun zum Großteil in Erstübersetzung erscheinen. Cankars analytischer Blick auf die immensen sozialen Probleme, mit denen die Vorstadt und ihre Bewohner zu kämpfen hatten, wie auch die selbstbewusste Abgrenzung vom Imaginarium der Weltstadt des Fin de siècle machen diese Erzählungen bis heute zu einer fesselnden und aufregenden Lektüre.
Mit Krpans Stute (1906) nahm Ivan Cankar vor 120 Jahren von Wien aus das heimische slowenische Kulturleben und seine Protagonisten aufs Korn. In der Gegenüberstellung von politischer und poetischer Aussage thematisiert Cankar unter anderem die Frage, welche Rolle Kunst und Literatur im gesellschaftlichen Prozess spielen sollten und was sie an Kritik überhaupt zu leisten imstande sind.
Ivan Cankar, geboren 1876 in Vrhnika, gestorben 1918 in Ljubljana, Prosaist, Dramatiker, Essayist, Polemiker und Satiriker, war der bedeutendste und einflussreichste slowenische Autor der Moderne. Er stammte aus einer verarmten Familie, konnte mit Unterstützung der Kranjska hranilnica (Krainer Sparkasse) dennoch das Realgymnasium in Ljubljana besuchen. Nach der Matura 1896 begann er ein Studium an der Technischen Hochschule in Wien, brach es aber nach wenigen Wochen ab. Von Ende 1898 bis 1909 lebte er erneut in Wien. Hier entstand ein Großteil von Cankars literarischem Werk, in dem er häufig das Leben in der Großstadt thematisierte; und hier etablierte sich der Autor und politische Denker, der der Sozialdemokratie nahestand und die Auffassung von Kunst als gesellschaftlich relevanter Tätigkeit entschieden vorantrieb, als Berufsschriftsteller.
„Ich habe schon oft überlegt, dass es fein wäre, wenn die Künstler keine Menschen, sondern irgendwelche Maschinen wären, die man weder ölen noch reparieren muss und die ununterbrochen produzieren, uns zur Freude … Auf die Art hätte man kein schlechtes Gewissen …“
Präsentation und Lesung: Erwin Köstler
Moderation und Gespräch: Andrej Leben











Foto: Avgust berthold, Digitale Bibliothek Sloweniens

