Universität Klagenfurt eröffnet Centre for Canadian Studies

Neue interdisziplinäre Plattform stärkt wissenschaftliche und institutionelle Beziehungen zwischen Österreich und Kanada. Ziel sind Forschung, Lehre und Austausch – in enger Kooperation mit internationalen Partner:innen in Österreich und Kanada.

Mit der heutigen feierlichen Eröffnung des Klagenfurt Centre for Canadian Studies (KCCS) setzt die Universität Klagenfurt einen weiteren strategischen Schritt in ihrer Internationalisierung. Das neue Centre dient als koordinierende, organisierende und unterstützende Plattform für interdisziplinäre Forschung, Lehre und akademischen Austausch mit Kanada – innerhalb der Universität wie auch in enger Zusammenarbeit mit internationalen Partnerinstitutionen.

Das KCCS versteht sich als Drehscheibe für alle Kanada-bezogenen Aktivitäten an der Universität. Es entwickelt Lehrveranstaltungen auf Bachelor- und Masterebene, organisiert Gastvorträge, Konferenzen und wissenschaftliche Publikationen, fördert Austauschprogramme für Studierende und Mitarbeitende und initiiert thematische Exkursionen nach Kanada. Ziel ist es, das Interesse an kanadischen Kulturen aktiv zu stärken und vielfältige Perspektiven in Forschung und Lehre sichtbar zu machen.

„Das Klagenfurt Centre for Canadian Studies ist mehr als ein organisatorischer Rahmen“, betont René Schallegger, Sprecher des KCCS. „Es ist eine Plattform, auf der unterschiedliche Disziplinen gemeinsam neue Perspektiven auf Kanada entwickeln – von Kultur- und Sprachwissenschaft über Medien und Gesellschaft bis hin zu Technologie und Innovation. Wir schaffen damit tragfähige Strukturen für den Austausch auf akademischer, gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und technologischer Ebene und stärken die Beziehungen zwischen Österreich und Kanada langfristig.“

Starkes internationales Netzwerk

Zu den zentralen Partnerinstitutionen zählen das Wirth Institute for Austrian and Central European Studies an der University of Alberta, die Kanadische Botschaft in Wien, die Österreichische Botschaft in Ottawa, die Délégation générale du Québec à Munich, die Gesellschaft für Kanadastudien sowie der Austrian Canadian Council. Darüber hinaus reicht das akademische Netzwerk von der Université de Montréal und der Concordia University in Québec über die Trent University in Ontario bis zur University of Alberta und zur Simon Fraser University in British Columbia.

Dominique Reill, Direktorin des Wirth Institute for Austrian and Central European Studies (University of Alberta), unterstrich bei der Eröffnung die Bedeutung institutioneller Partnerschaften: „Für Kanada ist das Zentrum ein sehr wichtiger Schritt, um die Beziehungen zu Europa weiter zu vertiefen und auszubauen. Die Universität Klagenfurt ist dafür der ideale Ort, denn Klagenfurt befindet sich im Mittelpunkt einer vielfältigen, länderübergreifenden europäischen Region.“

Auch diplomatische Vertreterinnen und Vertreter unterstrichen die Bedeutung des neuen Centre for Canadian Studies.

Felicitas Lang von der Kanadischen Botschaft in Wien betonte: „Kanada und Österreich bauen mit der Eröffnung dieses Zentrums eine weitere wichtige Brücke – auf einem Fundament gemeinsamer Werte. Beide Länder stehen für gegenseitigen Respekt, Offenheit, Fairness, wissenschaftliche Neugier und den Willen, voneinander zu lernen. Indem wir diese Stärken bündeln, schaffen wir gemeinsame globale Handlungsfähigkeit und Resilienz.“

Benedikt Miklós von der Vertretung der Regierung von Québec in München hob insbesondere die technologischen Potenziale hervor: „Québec ist ein weltweit renommierter Forschungsstandort und ein Zentrum für Künstliche Intelligenz und Cybersecurity. Daraus ergeben sich exzellente Kooperationsmöglichkeiten – nicht nur in den Kulturwissenschaften, sondern gerade auch mit der Technischen Fakultät der Universität Klagenfurt. Besonders in den Bereichen Cybersecurity, Artificial Intelligence und Digital Media Production sehen wir großes gemeinsames Entwicklungspotenzial.“

Interdisziplinär breit verankert

Das Centre ist fakultätsübergreifend verankert. Beteiligt sind:

  • das Institut für Anglistik und Amerikanistik
  • das Institut für Informationstechnologie
  • das Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft
  • das Institut für Vernetzte und Eingebettete Systeme
  • das Institut für Philosophie
  • das Institut für Romanistik
  • das Institut für Slawistik

Damit verbindet das KCCS Aktivitäten von den Bildungs- und Kulturwissenschaften über die Sozialwissenschaften bis hin zu den technischen Wissenschaften.

 Austausch über den akademischen Raum hinaus

Das Klagenfurt Centre for Canadian Studies verfolgt einen umfassenden Ansatz: Neben Forschung und Lehre steht der gesellschaftliche Dialog im Mittelpunkt. Veranstaltungen des Centres sollen Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft, Technologie und Politik miteinander ins Gespräch bringen. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven auf kanadische Kulturen sichtbar zu machen und neue Kooperationsfelder zu erschließen.

Im Anschluss an die feierliche Eröffnung fand am Institut für Anglistik und Amerikanistik eine offene Informationsveranstaltung zum Thema „Leben, Forschen und Arbeiten in Kanada“ statt. Studierende sowie Interessierte Universitätsangehörige erhielten von Felicitas Lang, Dominique Reill  und Benedikt Miklós  Einblicke in konkrete Möglichkeiten des Aufenthalts und der Zusammenarbeit.

Mit der Gründung des Klagenfurt Centre for Canadian Studies setzt die Universität Klagenfurt ein klares Zeichen für Internationalisierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit – und stärkt zugleich ihre Rolle als Brückenbauerin zwischen Österreich und Kanada in Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft.

 

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