Dissertationsstipendium: Isabella Reidl – „Alltag an Mittelschulen mit Schüler*innen unterschiedlicher Herkunft“ (Arbeitstitel)

Stipendium: Dissertationsstipendium der Fakultät für Kultur- und Bildungswissenschaften

Titel des Dissertationsvorhabens: „Alltag an Mittelschulen mit Schüler*innen unterschiedlicher Herkunft“ (Arbeitstitel)

Stipendiatin: Isabella Reidl, BA, MA

Laufzeit des Stipendiums: 1. September 2025 bis 30. Juni 2026

 

Von der Theorie zur Praxis: wie gestalten sich rassismuskritische Reflexion und Diversitätssensibilität im Mittelschul-Alltag?

Das Forschungsprojekt widmet sich der Frage, wie Lehrpersonen, Schulsozialarbeiter*innen und Schulleitungen an österreichischen Mittelschulen rassismuskritische Selbstreflexion in ihrem beruflichen Alltag praktizieren und welche Faktoren diese beeinflussen. Die Hintergrundfolie zu dieser Frage entstand aus der beruflichen Erfahrung als Mittelschul-Lehrperson mit Sozialarbeitsausbildung, in der ich rassismuskritische Ansätze im Schulalltag vermisste. Diese gelten als ein wesentliches Professionalisierungsmerkmal von Schulpersonal in einer postmigrantischen Gesellschaft.

Im Zentrum steht die Annahme, dass rassismuskritische Bildungsarbeit die fortlaufende kritischen Auseinandersetzung des Schulpersonals mit eigenen gesellschaftlichen Positionierungen, Verstricktheit, Vorannahmen, Machtverhältnissen u.v.m. benötigt. Die Arbeit verknüpft theoretische Ansätze aus den Critical Whiteness Studies, der Intersektionalitätsforschung, postkolonialen Theorie, transformativen Bildungsansätzen und erziehungswissenschaftlicher Migrationsforschung.

Methodisch setzt das Projekt auf narrative Interviews, die mit der dokumentarischen Methode ausgewertet werden, um implizites handlungsleitendes Wissen zu rekonstruieren. Befragt werden Lehrpersonen und weitere pädagogische Fachkräfte an Mittelschulen mit Schüler*innen unterschiedlicher Herkunft, die häufig von sozialer Benachteiligungen betroffen sind.

Ziel ist es, unterschiedliche Typen rassismuskritischer Selbstreflexion zu erfassen, deren Einfluss auf pädagogisches Handeln zu analysieren und daraus Impulse für die Weiterentwicklung rassismuskritischer Schulkulturen abzuleiten. Die Ergebnisse sollen sowohl in die wissenschaftliche Debatte als auch in die Lehrer*innenbildung und Schulentwicklung einfließen.