Stellenausschreibung

Am Institut für Technik- und Wissenschaftsforschung / Department of Science, Technology & Society Studies der Universität Klagenfurt ist aktuell folgende Stelle ausgeschrieben:

Tenure Track Professur (Postdoc-Assistent/in, Assistenzprofessor/in, Assoziierte/er Professor/in), zunächst auf 6 Jahre befristet, mit der Option auf Entfristung bei Erfüllung der Qualifikationsvereinbarung.

Bewerbungsfristende: 8. Januar 2020; geplanter Beschäftigungsbeginn: 1. April 2020.

Weitere Details finden sich im beigefügten Dokument.

676 19_Klagenfurt_STS_Tenure Track Prof-2019 11

Policy Brief: Klimaschutz als notwendige Daseinsvorsorge

Dieser Policy Brief wurde vom Forschungsprojekt „Reflexive Governance in a Changing Climate: How to Address Uncertainties in Transformation Strategies?“ (RefGovCC.AT) erstellt. Gefördert vom Österreichischen Klima- und Energiefonds.

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Policy Brief: Klimaschutz als notwendige Daseinsvorsorge

Policy Brief: Klimaschutz als notwendige Daseinsvorsorge

Erstellt vom Forschungsprojekt „Reflexive Governance in a Changing Climate: How to Address Uncertainties in Transformation Strategies?“ (RefGovCC.AT). Gefördert vom Österreichischen Klima- und Energiefonds.

Klima- und Energiefonds

 

Ausgangsproblem: Klimakrise als Jahrhundertaufgabe der heutigen Generationen

Der Klimawandel hat sich in der Wahrnehmung vieler zur Klimakrise ausgewachsen: zum einen wegen der sich bereits ereignenden oder absehbaren dramatischen Folgen, zum anderen wegen der bislang unzureichenden politischen Bemühungen, die globale Erwärmung einzudämmen. Entscheidungen in allen Gesellschaftsbereichen sind dringend erforderlich, um ambitionierte und verbindliche Klimaziele durch wissenschaftlich-technische und institutionelle Innovationen sowie gesellschaftliche Lernprozesse erreichen zu können. Da die bisherige Klimapolitik Stückwerk und weitgehend unwirksam geblieben ist – dafür stehen etwa der Überarbeitungsbedarf des Nationalen Energie- und Klimaplans (NEKP) sowie die weiterhin gestiegenen Treibhausgasemissionen –, braucht es neue Ansätze der Governance. Auf dem Spiel steht das Gelingen der Jahrhundertaufgabe Klimaschutz. Die zur Verfügung stehende Zeit, so die klimawissenschaftlichen Befunde, ist knapp. Lange Versäumtes gilt es schnell nachzuholen.

Klimaschutz als staatliche und gesellschaftliche Aufgabe in verteilter Verantwortung

Klassische Aufgaben des Staates gelten der Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen Ordnung nach innen und außen. Dazu gehören traditionell die Gefahrenabwehr und, seit ein paar Jahrzehnten, die Risikovorsorge. Der Stand des wissenschaftlichen Wissens zum Klimawandel ist inzwischen so weit konsolidiert, dass Konsens besteht über die wesentlichen gesellschaftlichen Treiber, die maßgeblichen Entwicklungstrends und die absehbaren Folgen für irdisches Leben (davon abgesehen gibt es freilich viele offene wissenschaftliche Fragen und Unsicherheiten). Deshalb liegt es in der politischen Verantwortung des Staates (wie der Staatengemeinschaft), Rahmenbedingungen zu setzen, die die gesellschaftliche Entwicklung in längerfristig tragfähige, nachhaltige Bahnen lenkt. Den Akteuren aus Wirtschaft – sei es Industrie, Landwirtschaft oder Handel – und Zivilgesellschaft, einschließlich der Bürgerinnen und Bürger und ihrer Haushalte, obliegt es, entsprechende substantielle Beiträge zum Klimaschutz zu leisten. Der Begriff der Governance steht für dieses Zusammenspiel staatlicher Regierungsinstitutionen (Government) mit anderen gesellschaftlichen Akteuren. Damit stellen sich auch Fragen, wie Akteure verschiedener Gesellschaftsbereiche produktiv zusammenwirken können, etwa in aufeinander abgestimmten Strategien (statt in wechselseitigen Blockaden).

Anstelle einer unkoordinierten Verantwortungsdiffusion, bei der viele Akteure zu wenig tun, bedarf es einer koordinierten Verteilung der Verantwortung für den Klimaschutz zwischen staatlichen Einrichtungen, Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Akteuren.

Klimaschutz als Regierungsprogramm – Politikintegration national und international

Die Wahrnehmung der Staatsaufgabe Klimaschutz ist vom politischen Willen der Regierungen, Ministerien, Behörden und Parlamente in Bund und Ländern abhängig. Vor allem der politische Wille der mit übergeordneten Entscheidungsbefugnissen ausgestatteten Instanzen ist in Österreich bisher größtenteils nur unzureichend ausgebildet – trotz des problemorientierten Engagements der Mitarbeitenden der verschiedenen Verwaltungsapparate. Zukünftig notwendig ist, die Fragmentierungen und Blockaden über die verschiedenen Ebenen und Bereiche politischer Institutionen hinweg zu überwinden. Des Weiteren ist erforderlich, dass Ziele des Klimaschutzes und der Bewältigung von Klimawandelfolgen in allen Politikfeldern berücksichtigt werden. Dazu gehört auch, alle politischen Entscheidungen auf den Prüfstand ihrer klimapolitischen Implikationen zu stellen und Alternativen entsprechend zu priorisieren. Dies gilt nicht nur für die Energie- und Umweltpolitik, sondern auch für die Verkehrs- und Regionalentwicklungspolitik, Land- und Forstwirtschaftspolitik, Forschungs- und Innovationspolitik, Wirtschafts- und Finanzpolitik sowie Sozialpolitik. Das Anspruchsniveau, die Wirksamkeit, die intendierten wie nichtintendierten Folgen sind systematisch zu erfassen, zu bewerten und in der Folge auch anzupassen bzw. neu zu justieren. Dafür ist die Einrichtung spezialisierter Agenturen der Datensammlung und -aufbereitung, des Assessments und Monitorings empfehlenswert.

Da gesellschaftlicher Umbau auch mit Fragen der Verteilung von Kosten und Nutzen einhergeht, ist insbesondere darauf zu achten, dass die sozial Schwächeren und vor allem Schwächsten durch Klimaschutz nicht zusätzlich belastet, sondern vielmehr begünstigt werden. Um eine durch Klimaschutz motivierte Politikintegration in Österreich voranzutreiben, bietet sich an, übergreifende Formen der Politikgestaltung zu erproben und problemlösungsorientiert umzusetzen – sei es als Verfassungsziel, als Klimapakt, als Klimakabinett oder als Klimaministerium mit erweiterten Kompetenzen. Um die erfolgreiche Umsetzung der Langzeitstrategien zu gewährleisten, sollte Klimaschutz in der Weise institutionalisiert werden, dass er von wechselnden Regierungsmehrheiten in seinen wesentlichen Grundlagen nicht gefährdet wird (was freilich immer noch Raum für spezifische Akzentsetzungen lassen würde). Zu vermeiden gilt es, dass Klimaschutz als langfristiges Generationenprojekt durch tagespolitischen Meinungsstreit gefährdet wird. Umgekehrt ist die Sinnhaftigkeit klimapolitischer Maßnahmen und Maßnahmenpakete im Hinblick auf ihre zukünftige Tragfähigkeit, einschließlich Wirtschaftlichkeit, gut nachvollziehbar darzulegen.

Was die supranationale Politikintegration betrifft, kann Österreich nicht nur von der Einbindung in die Europäische Union und die Vereinten Nationen profitieren, sondern sollte hier auch Chancen nutzen, sich durch technologische und institutionelle Innovationen als Vorreiter zu profilieren. Dies erfordert freilich, einerseits von den Erfahrungen anderer Nationen zu lernen, andererseits sich in der internationalen Zusammenarbeit zu engagieren.

Klimaschutz als gesellschaftliche Transformation – Revitalisierung von Demokratie

Der Klimawandel stellt vielfältige globale wie regionale Herausforderungen, deren Bewältigung eine weitreichende gesellschaftliche Transformation bedeutet. Eine solche berührt überkommene, für die Betroffenen mitunter selbstverständliche Präferenzen, es entstehen Interessens- und Zielkonflikte. Diese verlangen Aushandlungs- und Ausgleichsprozesse, welche die Bildung verfestigter Lager tatsächlicher oder vermeintlicher Verlierer und Gewinner verhindern sollen. Demokratische Institutionen und Öffentlichkeit bieten Raum für solche Verständigungsprozesse. Ihre Ergänzung um erweiterte Möglichkeiten der Mitsprache und Beteiligung für die Zivilgesellschaft, Industrie und andere Interessensvertreter eröffnet besondere Chancen dafür, langfristig notwendige Legitimität zu sichern. Diese bildet eine kritische Ressource für Strategien und Prozesse der gesellschaftlichen Transformation – wie auch für ihre demokratische Gestaltung. Dabei könnte auch die Vitalität der aktuellen Klimaproteste wie „Fridays for Future“ zur Erprobung neuer Formen von Demokratie genutzt werden, um kreative Ideen und Initiativen zu befördern.

Daniel Barben, Jenan Irshaid, Nils Matzner, Vanessa Erat (Universität Klagenfurt), Christoph Görg, Willi Haas (Universität für Bodenkultur Wien), Projektteam RefGovCC.AT (ACRP 8)

Der Policy Brief als pdf.

Der Zwischenbericht des Projektes RefGovCC.AT als pdf.

Neuerscheinung! Policy advice in technology assessment

Artikelvorschau fuer Policy advice in technology assessmentBauer, Anja & Kastenhofer, Karen (2019): Policy advice in technology assessment: Shifting roles, principles and boundaries. Technological Forecasting and Social Change, 139: 32-41.

Over past decades, the notion of policy advice in technology assessment (TA) has widened, going beyond traditional advice in the form of expert opinions by adding a broad range of brokerage activities. Concomitantly, the roles of scientific policy advisors have diversified.
Based on an empirical study of advisory practices at the Institute of Technology Assessment (ITA) at the Austrian Academy of Sciences, we ask which advisory roles TA practitioners adopt. Our study shows that practitioners take up multiple roles: the decisionist advisor, the deliberative practitioner, the governance facilitator, the engaged academic, and the agenda-setter. These roles vary, inter alia, in the dominant modes of policy advice and the aspired function in politics and society and correlate with specific project and advisory constellations but also with paradigmatic beliefs of TA practitioners. Our analysis further exemplifies how these roles differ in a) the reference to and interpretation of core principles such as scientificity, neutrality and relevance and b) their strategies of managing the boundary between science and politics. Thus, the article goes beyond the mere statement “TA has politics” by illustrating how the politics of TA manifests in distinct ways in different roles of TA practitioners in policy advice.

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Podiumsdiskussion: Wird Climate Engineering salonfähig? Eine Standortbestimmung für Klimaforschung und -politik

Sind international vereinbarte klimapolitische Ziele noch ohne Climate Engineering Maßnahmen erreichbar? Also Methoden, die gezielt dazu eingesetzt werden könnten, die atmosphärische CO2-Konzentration zu senken oder die Strahlungsbilanz der Erde zu beeinflussen. So würde der anthropogen verursachte Klimawandel abgeschwächt oder kompensiert werden. Können diese Methoden eine sinnvolle Ergänzung zur Reduktion von Emissionen sein? Und wie sind sie im Hinblick auf Umsetzbarkeit, ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit zu bewerten?

Fragen, die in der öffentlichen Podiumsdiskussion mit renommierten Personen aus Forschung, Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert werden. Dazu laden das Deutsche-Forschungsgemeinschaft-Schwerpunktprogramm zu Climate Engineering und das Museum für Naturkunde Berlin am 15. Mai um 19:30 Uhr in den Sauriersaal.

Die Veranstaltung findet im Rahmen eines internationalen Fachworkshops des SPP-Projektes CE-SciPol2 (Daniel Barben/Nils Matzner) statt.

Weitere Informationen

 

 

 

„Ex Machina“ (2015) – ein Film von Alex Garland

Was passiert, wenn ein Roboter ein Bewusstsein entwickelt? Und wie verhält es sich mit dem Machtanspruch des Menschen über Maschinen?

Liebe Studierende, das Institut für Technik- und Wissenschaftsforschung lädt zum ersten gemeinsamen Filmeabend.

Wann: 15.01.2019, 18:30
Wo: Raum O1.09, K-Gebäude
Film: „Ex Machina“ (2015) – ein Film von Alex Garland

Im Anschluss gibt es eine kleine Diskussionsrunde über die Inhalte des Films. Für Snacks und Drinks ist natürlich gesorgt.

Das Institut für Technik- und Wissenschaftsforschung freut sich auf ein zahlreiches Kommen!

Neuerscheinung! Verantwortungsvoll das Klima manipulieren?

Vorschaubild der Neuerscheinung von Matzner; Barben 2018Matzner, Nils; Barben, Daniel (2018): Verantwortungsvoll das Klima manipulieren? Unsicherheit und Verantwortung im Diskurs um Climate Engineering. In Nina Janich, Lisa Rhein (Eds.): Unsicherheit als Herausforderung für die Wissenschaft. Berlin: Peter Lang, pp. 143–178. (Deutscher Beitrag mit englischem Abstract)

At the Paris Conference 2015, international climate policy reached an agreement to limit global warming to a maximum of 2°C (if possible 1.5°C). As this ambitious goal may not be met with conventional mitigation of greenhouse gas (GHG) emissions, it could require the development of new climate engineering (CE) technologies. CE is defined as the intentional, large- scale intervention into planetary systems in order to slow down global warming. Two key issues pertaining to CE that have been raised to date are uncertainty and responsibility (e.g., different kinds of uncertainty CE will bring about, different approaches to responsibly dealing with global warming and CE, respectively). In this article, we will conduct a discourse analysis of “uncertainty” and “responsibility” in five discourse arenas – i.e., science, policy, science- policy interface, NGOs and think tanks – showing how articulations of uncertainty and responsibility vary between as well as within arenas. We will conclude that neither “uncertainty” nor “responsibility” provide any clear guidance on how to deal with CE and global warming but that, instead, one has to comprehend how divergent aspects of uncertainty and responsibility are articulated and framed such that they constitute competing approaches to governing CE and global warming.

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2nd STS Austria Conference an der AAU, 17.-19.9.2018 – Programme

 

STS Austria-Conference Programme-2018 08 10

General information plus hotels restaurants-STS Austria 2018

„Politik(beratung) aus dem Computer“ (Gastkommentar von Dr. Anja Bauer für das aktuelle APA-Science Dossier zu Simulationen in der Forschung)

http://science.apa.at/dossier/Politik_beratung_aus_dem_Computer/SCI_20180628_SCI79155173843097922