CLARITY: Kleine Künstler:innen für eine große Vielfalt!
Klagenfurt ist eine von rund 100 europäischen Städten, die bis 2030 klimaneutral werden wollen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist der Rückhalt in der Bevölkerung entscheidend. Genau hier setzt das Projekt CLARITY (Climate Art City) an: Clarity setzt Kunst, Kultur und partizipative Formate ein, um Nachhaltigkeit und Klimaschutz in der Stadt sichtbar zu machen und so neue Zielgruppen anzusprechen.
140 Schulklassen nehmen teil
Am Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung wurde ein Projektteam rund um Franz Rauch, Cornelia Malojer, Stefanie Preiml und Petra Korenjak mit der Entwicklung eines didaktisch fundierten Volksschul-Workshops (für dritte und vierte Klassen) zum Thema Biodiversität beauftragt. Da dieses Thema selbst für Erwachsene komplex ist, setzt das Team vor allem auf spielerische Zugänge. So können Kinder die Zusammenhänge leichter verstehen und schon früh ein Bewusstsein dafür entwickeln. Insgesamt nehmen an dem Workshop, der vom Kids-Mobil-Team des Kärntner Landesmuseums durchgeführt wird, 140 Schulklassen (schätzungsweise 1100 Schüler:innen in ganz Kärnten) teil.
Wissenschaftliche Grundlage
Als wissenschaftliche Grundlage für den Workshop dienen zwei Quellen: Zum einen die „Rote Liste gefährdeter Tiere Kärntens“, ein 1.072 Seiten dickes Buch, welches das Artensterben in Kärnten dokumentiert. Zum anderen wurde der Bericht des Weltklimarats (IPCC) herangezogen, der den aktuellen Stand zur Erderwärmung zusammenfasst. Auf dieser Basis wurde eine kindgerechte Geschichte entwickelt. Ihre Protagonistin ist Hugo Hufeisennase, eine Fledermaus, die um die Welt reist und mit Tieren und Menschen über die Folgen des Klimawandels spricht – etwa über Überschwemmungen oder Dürreperioden.
Spielerischer Zugang
Der Workshop enthält außerdem mehrere Spiele. Dazu gehört ein Memory mit handgemalten Zeichnungen (Illustration: Petra Korenjak), bei dem Bilder mit hoher und niedriger Artenvielfalt – etwa eine Totholzwiese im Vergleich zu einer Thujenhecke – kombiniert werden müssen. In einem Rollenspiel wird ein Faden durch die gesamte Klasse gespannt. So erleben die Kinder unmittelbar, wie stark Tiere und Lebensräume miteinander vernetzt sind.
Rettungsinseln für bedrohte Tiere
Herzstück des Workshops aber sind sogenannte „Rettungsinseln“ im „Earth -Art-Style“, welche die Schüler:innen für gefährdete Tierarten in Kärnten bauen (siehe Beitragsbild). Sie recherchieren zuerst in einem Stationenbetrieb über Lebensräume und Bedürfnisse einzelner bedrohter Tierarten. Auf Basis der Rechercheergebnisse bauen sie für diese Tierart eine Rettungsinsel, ein Mini-Naturschutzgebiet. Dafür verwenden sie ausschließlich Materialien aus der Natur – wie etwa Laub, Holz oder Moos. Die Rettungsinseln werden fotografiert und sind ab Samstag, 30. Mai 2026, im Living Studio der Stadtgalerie Klagenfurt zu sehen. Die vielen entstandenen Rettungsinseln werden mit färbigen Klebepunkten symbolisiert auf einer großen Kärnten-Landkarte angeordnet, um das Ausmaß der entstandenen Mini-Naturschutzgebiete darzustellen.













