5. Klagenfurter Mittelaltergespräche – Der Klang des Mittelalters

Zeit: Freitag, 13. Juni 2025, 09:00 Uhr – 16:00 Uhr
Ort: Mensagebäude, Hörsaal 9

Link zur Online-Teilnahme: https://classroom.aau.at/b/mul-vdo-0lc-0lk

 

Akustische Phänomene sind ein relativ junges Forschungsfeld der mittelalterlichen Geschichte. Die innovative Forschungsfrage vereint mehrere kulturwissenschaftliche Fächer. Klänge begleiten den Menschen seit jeher, die Natur ist niemals völlig still. Allzu gerne wird dem modernen Lärm als Geräuschbelästigung das Mittelalter als Ort der Stille gegenübergestellt.

In der Beschäftigung mit Akustik in historischer Dimension ergibt sich das Problem, dass der größte Teil der Vergangenheit nicht mehr (nach)gehört werden kann, während Text- und Bildzeugnisse ein (nach)lesen und (nach)schauen ermöglichen. Nicht nur im Mittelalter sind allerdings Politik, Religion und Gesellschaft auch Klangereignisse. Lautsphären sind Teil einer Erlebenswelt, die Vertrautes und Fremdes unterscheidbar macht. Klänge gehen über eine reine Geschichte der Sinne hinaus, weshalb von einer Kultur des Hörens gesprochen werden muss.

 

Programm Klagenfurter Mittelaltergespräche

 

Workshop „Besatzung in der Ukraine im Zweiten Weltkrieg“

Zeit: Mittwoch, 28. Mai 2025, 15:30 – 18:30
Ort: Universitätsbibliothek, Raum: L 0.03

Der aktuelle Krieg in der Ukraine hat die Geschichte des Landes erstmals stärker ins öffentliche und wissenschaftliche Bewusstsein gerückt. Dabei verdient vor allem die Zeit des Zweiten Weltkrieges besondere Aufmerksamkeit, als die Ukraine unter überwiegend deutscher Besatzung (unter Beteiligung einiger Österreicher) stand. Im Workshop werden aktuelle Perspektiven der Geschichtsforschung in diesem Feld, Forschungskonzepte, „weiße Flecken“, aber auch eine Einordnung in größere Zusammenhänge diskutiert.

Programm

15:30-15:40 Dieter Pohl, Alexandra Pulvermacher: Einleitung
15:40-16:10 Hannah Riedler (Wien/Klagenfurt): Sowjetische Besatzung der „Westukraine“: Massenverhaftungen, Repression, Deportationen
16:10-16:40 Dieter Pohl (Klagenfurt): Eine Gesellschaftsgeschichte der Besatzung in der Ukraine, 1941-1944
16:40-17:00 Kaffeepause
17:00-17:30 Alexandra Pulvermacher (Klagenfurt): Zwangsarbeit in der besetzten Ukraine, 1941-1944
17:30-18:00 Tetiana Pastushenko (Kyiv/Paris): Das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen in der besetzten Ukraine gemäß Nationalitäten
18:00-18:30 Christoph Dieckmann (Frankfurt): Der Holocaust in der Ukraine und in Litauen im Vergleich

Online-Vortrag von Dr. Alexandra Pulvermacher am 28. April: The Fate of Female Soviet Prisoners of War in Occupied Soviet Union, 1941-44

The Wehrmacht’s style of warfare in Western Europe was very different
from its conduct in the Soviet Union, where it openly flouted international
law. This disregard led to extreme violence, much of it directed at
captured Red Army soldiers. During the Second World War, more than
800,000 women served in the Red Army in roles such as medics,
interpreters, couriers, secretaries, machinists, logisticians and snipers.
Alongside the prevailing enemy stereotype of Judeo-Bolshevism, the
German occupiers also promoted the image of the ‚Russian gunwoman‘
to characterise female soldiers. This presentation examines the
experiences of Soviet female prisoners of war and offers a comparative
analysis with those of their male counterparts.

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Ringvorlesung im Sommersemester 2025: „Klagenfurt, Ljubljana, Trieste und darüber hinaus. Alltage im langen 19. Jahrhundert“

Im Sommersemester 2025 findet an der AAU im Rahmen des oben angeführten FWF-Projekts in Kooperation mit dem Institut für Geschichte eine interdisziplinäre Ringvorlesung statt, die sich den Alltagen von historischen Subjekten im Alpen-Adria-Raum im Zeitraum von 1815 bis 1914 widmet. Kulturwissenschafter:innen und Historiker:innen stellen Fallstudien vor, in denen anhand von Diskursen in zeitgenössischen Ethnografien, Praktiken im Vereinswesen sowie auf der Grundlage von unveröffentlichten Tagebüchern und Briefen unterschiedliche Dimensionen des Alltags historischer Subjekte (z. B. Geschlechterverhältnisse, Klasse, Religion), die vielfach von einem Dazwischen (In-Between) geprägt waren, aber bislang in der Forschung kaum erzählt sind, angeführt werden. Dabei werden die Komplexität individueller Identifikationsprozesse im Kontext von Nationalisierungsprozessen sowie die Erscheinungsformen von Identifikationen und Positionierungen historischer Subjekte in deren Alltagen erörtert.

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