Vortrag von Frau Waltraud Ernst: Erkenntnis als Begegnungs- und Bewegungsraum

Vortrag von

 Waltraud Ernst

Erkenntnis als Begegnungs- und Bewegungsraum

15. Jänner 2020,N.1.71, 18h c.t.

 

Wenn wissenschaftliche Wissensproduktion Teil einer sich ständig verschiebenden performativen Konstituierung von Wirklichkeit ist, wie Karen Barad in ihrem Ansatz des „agential realism“ (2007) darlegt, bedürfen folgende Fragen der systematischen Klärung: Was ist das Verständnis von Wirklichkeit, wenn sie nicht nur durch wissenschaftliche Erkenntnis beschrieben, sondern auch im wissenschaftlichen Erkenntnisprozess hergestellt wird? Geht es um eine technisch hergestellte Wirklichkeit oder wird sie in sozialen Aushandlungsprozessen hergestellt? Wie kann untersucht werden, welche anderen sozialen Prozesse noch Teil an der Herstellung von Wirklichkeit haben? Welche(s) sind weitere Akteur*innen dieser Realitätsproduktion? Wie wird in diesem Ansatz menschliche Subjektivität und politische Veränderung gedacht?

Diese Fragen werden zunächst mit weiteren Ansätzen feministischer Epistemologie systematisch erörtert. Es werden verschiedene Perspektiven zu Methoden und Prozessen der Aushandlung von Erkenntnis abgewogen. Dabei wird vorgeschlagen, Erkenntnisprozesse als Bewegungsräume von Wirklichkeit sichtbar zu machen. Können neue epistemische, soziale und politische Begegnungsräume geschaffen werden?

 

Waltraud Ernst ist Philosophin. Seit 2010 ist sie Universitätsassistentin am Institut für Frauen- und Geschlechterforschung der Johannes Kepler Universität Linz. 1990 Magistra Artium an der Universität Bielefeld. 1996 Dr. phil. an der Universität Wien (Betreuung: Prof. Herta Nagl-Docekal). 2001-2003 Hertha-Firnbergstelle am Institut für Philosophie der Universität Wien. 2004-2010 war sie Leiterin des Zentrums für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterstudien an der HAWK und der Universität Hildesheim. 2016 erhielt sie den Käthe-Leichter-Preis für Frauen und Geschlechterforschung. 2018 war sie Gastprofessorin an der TU Dresden. Aktuelle Publikationen: Feministische Erkenntnistheorie, in: Martin Grajner / Guido Melchior (Hg.): Handbuch Erkenntnistheorie, J. B. Metzler, Stuttgart, 412-417, 2019. Emancipatory interferences with machines?, in: International Journal of Gender, Science and Technology, Vol. 9, Nr. 2, The Open University, 178-196, 2017. In connection: Feminist epistemology for the twenty-first century, in: Transcultural Studies – A Journal in Interdisciplinary Research, Vol. 12, Nr. 2, BRILL, 267-287, 2016.

Univ.-Prof.Dr. Alice Pechriggl: AFRIKA, ENTFESSELT!

Am Montag, 25. November, um 19:30 Uhr hält Frau Prof.Dr. Alice Pechriggl den Vortrag

AFRIKA, ENTFESSELT!

Im Kontext post- und neokolonialer Strukturen

im Musilhaus Klagenfurt (Bahnhofstraße 50)

 

Afrika entfesselt_Pechriggl

 

Info-Abend „Philosophie studieren?“

Das Institut für Philosophie und die ÖH-Studienrichtungsvertretung lädt zu folgender Veranstaltung ein:

 

Info-Abend

„Philosophie studieren?“

am Freitag, 15. November 2019, um 18:00 Uhr, im ÖH Besprechungsraum O.0.11 (neben Como)

 

Philo_Info_Abend

 

International Workshop: Esteem and Self-Esteem: Early Modern and Contemporary Issues

Department of Philosophy, Alpen-Adria Universität Klagenfurt, Austria

Organized by PD Dr. Andreas Blank Funded by the Austrian Science Fund (FWF) in the framework of Lise-Meitner Project M-2097

5.-6. April 2019, Room N.1.71

Workshop_Programm