Gemeinsam gegen Gewalt und Diskriminierung

Plakat mit Handlungsempfehlungen gegen Gewalt und DiskriminerungGemeinsam gegen Gewalt und Diskriminierung

Vom 25. November, dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, bis zum 10. Dezember, dem internationalen Tag der Menschenrechte, findet jährlich die Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ statt.

Zu Gewalt zählen nicht nur physische Verletzungen, sondern auch sexuelle und geschlechtsbasierte Belästigungen und Diskriminierungen. 

Sexuelle und geschlechtsbasierte Belästigungen sind unerwünschte, die Würde beeinträchtigende Verhaltensweisen aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit. Sie können non-verbal, verbal, mit oder ohne Berührung stattfinden. Diese Verhaltensweisen umfassen ein Kontinuum, das von wertenden Aussagen über das Aussehen bis hin zu Machtmissbrauch und Handlungen, die der sexuellen Sphäre zugeschrieben werden können, reicht.

Ein ordinärer Witz, „Ausziehblicke“, unerwünschte Einladungen, eine „zufällige“ Berührung, zweideutige Anspielungen oder frauenfeindliche Anekdoten – all dies sind Formen sexueller und geschlechtsbasierter Belästigung. Sexistische Witze in der Vorlesung, abschätzige Kommentare über das Outfit von Kommiliton*innen, Stalking am Campus, oder Nachfragen zum Privatleben in Prüfungssituationen – das alles geht zu weit.

Handlungen, zu denen alle Beteiligten freiwillig und ohne Angst zugestimmt haben, sind keine sexualisierten Belästigungen. Wobei hier auch gilt: Erduldung ist nicht Erwünschtheit.

Das barrierefreie Plakat finden Sie hier: 07_gewalt_youniversity_2025_04_barrierefrei


Die Episode 05 des Podcasts können Sie hier anhören:
Gemeinsam gegen Gewalt und Diskriminierung

In dieser Episode sprechen wir mit verschiedenen Expert:innen zu geschlechtsbezogener Gewalt. Die Geschäftsführerin des Gewaltschutzzentrums Kärnten, Margot Moser-Lechner erzählt von den aktuellen Entwicklungen bezüglich Gewalt an Frauen und digitale Gewaltformen. Die Friedensforscherin Viktorija Ratković spricht über unterschiedliche Gewaltformen und darüber was Gewaltprävention mit Bildung zu tun hat. Die stellvertretende Leiterin des Universitätszentrums für Frauen* und Geschlechterforschung und Diversität, Maria Mucke, lehrt und arbeitet zu Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsthemen an der Alpen Adria Universität und erklärt wie wichtig die Rolle von Zeug:innen von Gewalt ist. Die Juristin und Vizerektorin für Lehre und Diversität an der Alpen Adria Universität – Doris Hattenberger – gibt uns Einblicke in die Gesetzeslage in Österreich und an der Universität Klagenfurt/Celovec.


Was können wir alle tun?

  • Wenn sich Betroffene an dich wenden: Erzählungen und Berichte immer ernst nehmen; Personen nicht in Frage stellen; Stellen nennen, an die sie sich wenden können; Tipps geben, damit Betroffene sich trauen Grenzen zu setzen;
  • Wenn du etwas beobachtest: Eingreifen, Hilfe anbieten, ansprechen, dass das nicht ok ist
  • Wenn du Bescheid weißt: Mit einer Vertrauensperson sprechen; beim Arbeitskreis für Gleichbehandlung und/oder beim Gewaltschutzzentrum Kärnten Unterstützung suchen; sich Betroffenen als Begleitperson anbieten
  • Bei digitaler Gewalt: Inhalte melden, Moderator:innen informieren usw.

Lehrende und Führungskräfte können:

  • Role Model sein: Bei Gewalt einschreiten, übergriffiges Verhalten klar benennen, Sanktionen setzen
  • Unterstützung signalisieren und Rahmenbedingungen verändern: z.B. Moderationsmethoden anpassen, räumliche Trennung organisieren
  • Vorgestzte informieren oder Beratung hinzuziehen z.B. AKG, Betriebsrat, Gesundheitsmanagement oder externe Anlaufstellen

Weiter informieren:

https://www.gleichbehandlungsanwaltschaft.gv.at/Themen/Belaestigung.html

https://www.gewaltschutzzentrum.at/kaernten/

https://unisafe-toolkit.eu/

Schon um alle Termine gekümmert?

Schon um alle Termine gekümmert? Plakat mit Handlungsmöglichkeiten

Schon um alle Termine gekümmert? 

In der Herbstferienwoche haben viele Eltern Urlaub genommen. Dies machte sich nicht nur unter den Mitarbeiter:innen bemerkbar, sondern auch in den Lehrveranstaltungen blieben Plätze frei. Viele von ihnen sind wahrscheinlich in dieser Zeit Sorgetätigkeiten nachgegangen.

Sorgetätigkeiten sind alle Tätigkeiten, die für das alltägliche Leben notwendig sind – etwa Kindererziehung, Hausarbeit, Pflege, emotionale und organisatorische Fürsorge (Mental Load). Dabei ist die Trennung zwischen unbezahlter Sorgearbeit und Erwerbsarbeit nicht naturgegeben, sondern ist historisch gewachsen. Trotz ihrer zentralen Bedeutung wird Care-Arbeit bis heute gesellschaftlich und ökonomisch abgewertet und ist ungleich zwischen den Geschlechtern zulasten von Frauen* verteilt.


Wie zeigt sich das in Österreich? 

Sobald Kinder unter 15 Jahren im Haushalt leben, steigt in Österreich, laut Statistik Austria, die Teilzeit bei Frauen und die Vollzeit bei Männern. Mann Vollzeit/Frau Teilzeit ist die häufigste Kombination von Erwerbsbeteiligung bei heterosexuellen Paaren. Nur 3,38 % des Kinderbetreuungsgeldes wird an Väter ausgezahlt. Gesellschaftliche Stereotype und die Furcht vor negativen Konsequenzen am Arbeitsplatz sind Hindernisse für mehr Teilhabe von Vätern.


Wie zeigt sich das bei den Mitarbeiter:innen der Alpen Adria Universität?

Mit Stand April 2024 sind an der AAU 13 Frauen und 3 Männer in Elternkarenz. 21 Frauen und 3 Männer arbeiten nach der Elternteilzeit in Teilzeit weiter. Studien zeigen, dass eine gleichberechtigte Übernahme von Kinderbetreuung auch zu mehr Gleichberechtigung im Erwerbsleben führt und für Frauen die Gefahr von Altersarmut betroffen zu sein, reduziert.


Wie ist die Situation im Studium?

Laut Studierendensozialerhebung 2023 leben 8 % der Studierenden österreichweit mit mindestens einem Kind unter 25 im gemeinsamen Haushalt, 2, 6% mit mindestens einem Kleinkind unter 3 Jahren. Studierende mit Kindern können durchschnittlich 10 Stunden weniger Zeit für ihr Studium wöchentlich aufwenden – mit Kleinkindern noch einmal weniger (21,1h). Zusätzlich zum hohen Betreuungs- und Pflegeaufwand kommt ein deutlich höheres Erwerbsausmaß hinzu. 0,9 % aller Studierender sind alleinerziehend – der Großteil davon Mütter. Davon haben 51 % mit finanziellen Problemen zu kämpfen (werden alle Studierenden betrachtet sind es 29 %).

 

Das barrierefrei Plakat finden Sie hier: 06_Vereinbarkeit_2025_04_barrierefrei

 

Die Episode 04 des Podcasts können Sie hier anhören: Vereinbarkeit von Beruf und Familie – Ein Systemthema

In dieser Episode sprechen wir über das Systemthema Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dafür hat Lux Pratter Barbara Schuster befragt – sie ist die stellvertretende Chefökonomin des Momentum Instituts und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den Themen Vermögensverteilung, Arbeitsökonomie und feministische Ökonomie. Die Leiterin des Universitätszentrums für Frauen*- und Geschlechterstudien und Diversität an der Universität Klagenfurt/Celovec, Kirstin Mertlitsch, spricht über die Veränderungen von Geschlechterrollen und ihre gesellschaftliche Sprengkraft und warum das Thema „Gender“ so wichtig für rechte und konservative Kräfte ist. Außerdem erzählt die Leiterin des Familienservice der Alpen Adria Universität, Bronwen Arbeiter-Weyrer, von den Maßnahmen und Angeboten, die es an der Uni gibt, um die Vereinbarkeit von Studium, Beruf, Lehre und Familie zu fördern.

Darüber hinaus laden wir Angehörige der AAU zu folgenden Austausch-Formaten ein:

  • Wiedereinstieg@AAU – von der Karenz zurück an den Arbeitsplatz
    Wann: Donnerstag, 20. November 2025 von 15:00-16:30, Weitere Infos & Anmeldung: pe4you.aau.at
  • Vereinbarkeit von beruflicher Mobilität und Familie
    Wann: Mittwoch, 14. Januar 2026, von 14:00-15:30 // Wo: online // Anmeldung über pe4you.aau.at


Was können wir individuell tun, um die Situation zu verbessern?

Wir alle können:

  • verschiedene Formen der Care-Arbeit sichtbar machen und aufwerten
  • zu einer vereinbarkeitsfreundlichen Kultur beitragen, zum Beispiel Sitzungen im Rahmen der Dienstzeit, E-Mail-Austausch an Werktagen
  • Zuschreibungen und Rollenerwartungen hinterfragen: die AAU unterstützt zum Beispiel die Väterkarenz

Mitarbeiter:innen können:

  • in der Lehre flexible Formate und Prüfungsmethoden ermöglichen
  • Kinderbetreuungsangebote für Tagungen oder Sitzungen anbieten, siehe zum Beispiel Angebote des Familienservices
  • Homeoffice, flexiblere Arbeitszeiten und hybride Sitzungen ermöglichen

 

Weitere Informationen zu den Statistiken:

https://www.statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/gender-statistiken

https://www.statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/sozialleistungen/familienleistungen

https://www.sozialerhebung.at/index.php/de/

 

Mit der Kampagne „Youniversity: Vielfalt feiern. Respekt leben.“ greift der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen der Universität Klagenfurt in den kommenden zwei Semestern monatlich Diversitätsthemen auf. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Kampagne.

Wie hängt die soziale Herkunft mit dem Erfolg im Studium zusammen?

Poster mit dem Titel: Wie hängt soziale Herkunft mit Erfolg im Studium zusammen?Die soziale Herkunft einer Person wird unter anderem am Bildungsgrad ihres familiären Umfelds gemessen (siehe beispielsweise die Studierendensozialerhebung). Welchen Bildungsgrad Eltern und das familiäre Umfeld haben, beeinflusst maßgeblich die soziale Mobilität bzw. Aufstiegschancen einer Person. Auch die materiellen und sozialen Ressourcen, die der Person zur Verfügung stehen, werden dadurch beeinflusst. An der Universität Klagenfurt studieren im österreichischen Vergleich besonders viele Personen als erste in ihrer Familie, das heißt, sie sind sogenannte “First-Generation-Studierende”. Obgleich dies eine positive Entwicklung ist, endet der Einfluss der sozialen Herkunft einer Person nicht mit dem Zugang zum Studium. Im Studienverlauf bestehen weiterhin klassistische Barrieren, welche das Studium erschweren. Um darauf aufmerksam zu machen, gehen wir diesen Monat näher auf die Themen Klassismus und soziale Herkunft im Studium ein und zeigen Handlungsmöglichkeiten auf, durch die wir bewusst und inklusionsfördernd mit ihnen umgehen können.

Das barrierefreie Plakat finden Sie hier: Plakat Klassismus

Zu den strukturellen Hürden, mit denen vor allem (aber nicht nur) First-Generation-Studierende während ihres Studienverlaufs konfrontiert sind, gehören zum Beispiel herkunftsbedingte Ressourcenunterschiede. Dazu zählt etwa das Fehlen finanzieller Unterstützung oder von Ansprechpersonen und Vorbildern aus dem Umfeld, welche ihre Uni-Erfahrungen nachvollziehen und sie hierbei unterstützen können. Dadurch ist es wahrscheinlicher, dass First-Generation-Studierende neben dem Studium arbeiten müssen. Gleichzeitig benötigen sie mehr Ressourcen, um sich sozial an der Universität zu vernetzen und zu orientieren, und müssen mehr Aufwand betreiben, um universitätsspezifische Begrifflichkeiten und Abläufe zu verstehen.

In diesem Kontext fehlt es auch häufig an Identifikation mit der Hochschule und einem Zugehörigkeitsgefühl zur universitären Gemeinschaft. Diese Erfahrungen können durch alltägliche Formen von Klassismus verstärkt werden, wie etwa durch den idealisierten akademischen Habitus und Sprachgebrauch.

Was bedeutet Habitus?

Unter Habitus (nach Bourdieu) versteht man Handlungsweisen, die im Kontext des eigenen sozialen Umfelds erlernt und reproduziert werden.

Im universitären Kontext wird ein spezifischer Habitus erwartet. Die Reaktionen von z.B. Lehrenden, wenn diese Erwartung nicht erfüllt wird, können Studierenden ein Gefühl der „Andersartigkeit“ geben. Zum erwarteten Habitus im akademischen Kontext gehört z.B. akzent- und dialektfreies Sprechen. Dialekte, also regionale Sprachvarietäten, und Soziolekte, also Sprachvarietäten von sozial definierten Gruppen, werden häufig abgewertet. Diese Formen von Klassismus sind – im Kontrast zu strukturell sichtbaren Hürden – oft unterbewusst und können zur Beschämung von betroffenen Personen beitragen.

Die Bewältigung oder Lösung der angesprochenen Strukturen und Nachteile wird häufig von den betroffenen Personen selbst erwartet. Es bestehen jedoch auch Handlungsbedarf und -möglichkeiten für die Universität – sowohl auf individueller und alltäglicher, als auch auf struktureller Ebene, um Unterstützung zu leisten.

Ein bereits bestehendes Unterstützungsprogramm für First-Generation-Studierende ist das BeFirst! Mentoringprogramm. Im Rahmen des Programms begleiten Peers Schüler:innen vom letzten Schuljahr bis zum Ende des ersten Studienjahres und unterstützen vor allem bei der Orientierung an der Universität. Das Programm folgt daher dem Prinzip “Hilfe zur Selbsthilfe“.

Für den universitären Alltag gibt es eine Reihe an Handlungsmöglichkeiten, durch die alle Universitätsangehörigen klassistischen Strukturen entgegenwirken können:

Wir alle können:

  • uns mit der eigenen sozialen Herkunft und damit einhergehenden Vor- oder Nachteilen beschäftigen, beispielsweise durch das stellen folgender Fragen:
    • Welche Form von Unterstützung habe ich im Studium von meinem Umfeld erfahren? Wie kann ich das weitergeben?
    • Wie viele Bücher gab es früher bei mir zuhause?
    • Fühlt sich die Universität für mich wie ein Ort an, an dem ich mich zugehörig fühle? Was braucht es, damit sie für mich und andere zu so einem Ort wird?
  • die Vielfalt an Verhaltensweisen und Sprachvarianten schätzen lernen und weniger auf eine Standardsprache beharren

Lehrende können:

  • die eigene Bildungsbiographie reflektieren, sich sensibilisieren und unterschiedliche Bildungsbiographien von Wissenschaftler:innen sichtbar machen
  • bei Studierenden das Vertrauen in Selbstkompetenz(en) fördern
  • bei Assessments bzw. Beurteilungen bewusst auf den Inhalt des Gesagten anstatt auf den Sprachgebrauch einer Person hören
  • mit Open-Access-Materialien arbeiten und diese bereitstellen

Die Episode 03 des Podcasts können Sie hier anhören: Über Klasse und Klassismus reden

In dieser Episode geht es um Klasse und Klassismus. Dafür hat Lux Pratter mit der Politikwissenschafterin Claudia Brunner gesprochen. Sie arbeitet am Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung der Universität Klagenfurt/Celovec. Im Gespräch geht es vor allem um Klassenverhältnisse als unsichtbare Herrschaft. Außerdem wird Lisa Svetina, der Leiterin des Mentoring Programms BeFirst interviewt. BeFirst ist ein Programm, dass First Generation Studierende im Studium unterstützt. Zu Wort kommt auch Raphaela Gischa. Sie ist selbst First Generation Studierende, war die letzten zwei Jahre in der Studienvertretung für die Erziehungs- und Bildungswissenschaft tätig, schreibt ihre Masterarbeit, ist Studienassistentin am Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung und ist in der Gewerkschaft GPA aktiv.

Weiter informieren:

Dannerer, Monika. (2018.) Sprachwahl, Sprachvariation und Sprachbewertung an der Universität. In Deppermann A, Reineke S, Sprache im kommunikativen, interaktiven und kulturellen Kontext (169-192). De Gruyter. doi: 10.1515/9783110538601-008 .

Guenther, E. A. (2020). Der „ideale “Technik-Student. Intersektionale Dynamiken in der universitären MINT-Lehre. In Handbuch Intersektionalitätsforschung (1-15). Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden. https://link.springer.com/rwe/10.1007/978-3-658-26613-4_19-1.

Habitus und Habitussensibilität an der Hochschule. Informationspaket der Universität Stuttgart. https://www.project.uni-stuttgart.de/powerst/de/toolbox/Bildung-und-soziale-Ungleichheit/klassismus/

 

Mit der Kampagne „Youniversity: Vielfalt feiern. Respekt leben.“ greift der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen der Universität Klagenfurt in den kommenden zwei Semestern monatlich Diversitätsthemen auf. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Kampagne.

Schon gewusst? Es gibt mehr als zwei Geschlechter!

Poster mit dem Titel: Schon gewusst, dass es mehr als 2 Geschlechter gibt?Da Juni bekanntermaßen Pride Month ist, möchten wir diesen Monat das Thema Geschlechtervielfalt näher beleuchten. Geschlecht wird über das starre Konzept der Binarität hinausgedacht, diskutiert, erfahren und gelebt. In jeder wissenschaftlichen Disziplin, die sich mit Geschlecht beschäftigt, ist Nicht-Binarität Thema. Beispielsweise in der Medizin: Biologisch kann Geschlecht durch äußere Geschlechtsmerkmale, Fortpflanzungsorgane, Chromosomen und Hormone bestimmt werden. Dies lässt sich aus wissenschaftlicher Sicht jedoch nicht immer binär zuordnen.

Der Begriff Geschlechtervielfalt bezieht Geschlechtsidentität und Geschlechtsausdruck mit ein. Beide müssen nicht unbedingt binären, cis-heteronormativen Kategorien entsprechen; die Geschlechtsidentität einer Person entspricht beispielsweise nicht immer dem dei der Geburt zugewiesenen Geschlecht. Auch aufgrund des Geschlechtsausdrucks (also wie sich eine Person entscheidet nach Außen, z.B. durch ihr Erscheinungsbild oder Verhalten, zu präsentieren) lässt sich nicht direkt auf ihre Geschlechtsidentität schließen.

Was bedeutet Cis-Heteronormativität?

Unter Cis-Heteronormativität versteht man die gesellschaftliche Norm, die von einer Form der Sexualität (Heterosexualität) und von zwei binären Geschlechtern (cis-Frauen und -Männer) ausgeht. Mit diesen Normen gehen auch Privilegien einher.

Das barrierefreie Plakat finden Sie hier: Plakat Geschlechtervielfalt

Welche Rolle spielt dies im universitären Alltag?

Geschlechtsidentitäten werden im (Uni-)Alltag häufig falsch zugewiesen. Eine große Rolle spielen hier All-Gender Toiletten; diese erleichtern den Alltag für Personen, denen häufig ein nicht passendes Geschlecht zugeschrieben wird. Auch selbst gewählte Namen und Pronomen sind im universitären Kontext wichtig. Der Wunsch, sich selbst benennen zu wollen, stößt häufig auf Unverständnis und Inakzeptanz. Im Universitätsalltag gibt es jedoch kaum Situationen, wo dies nicht möglich ist. Für Studierende besteht nun auch die Möglichkeit, ihren Namen im Campus-System ändern zu lassen, sodass z.B. auf LV-Teilnahmelisten der gewünschte Name angezeigt wird.

Für eine inklusive Universität gibt es außerdem eine ganze Reihe an Handlungsmöglichkeiten, die sich leicht in unseren Alltag einbauen lassen.

Wir alle können:

  • Geschlechtervielfalt anerkennen – diese gab es schon immer
  • die selbst gewählten Pronomen mitteilen und sie von anderen erfragen, auch um die Kommunikation über Pronomen zu Normalisieren
  • die von Personen selbst gewählten Anreden verwenden und uns dabei gegenseitig unterstützen
  • Personen nicht mit ihrem Deadname* ansprechen

* unter Deadname versteht man den Namen, der einer Person bei der Geburt gegeben wurde und der nicht mehr zur Geschlechtsidentität der Person passt.

Lehrende und Bedienstete können:

  • die gewünschten Anreden in Teilnahme-Listen und Vorstellrunden einbauen
  • darauf achten, dass in Diskussionen die gewünschten Anreden verwendet werden
  • wissenschaftliche Fakten zu dem Thema vermitteln und bei Diskriminierung einschreiten

Weiter informieren:

Barker, Meg-John & Jules Scheele. (2019.) Gender: A Graphic Guide. Icon books.

trans. inter*. nicht-binär. Lehr- und Lernräume an Hochschulen geschlechterreflektiert, diskriminierungskritisch und respektvoll gestalten.” Broschüre. Herausgegeben von der Akademie der bildenden Künste Wien, 2019. https://www.akbild.ac.at/de/universitaet/frauenfoerderung-geschlechterforschung-diversitaet/non-binary-universities/non-binary-uni-accessible-300ppi.pdf

Begriffserklärungen der Trans*Inter*Beratungsstelle München. https://trans-inter-beratungsstelle.de/de/begriffserklaerungen.html

Mit der Kampagne „Youniversity: Vielfalt feiern. Respekt leben.“ greift der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen der Universität Klagenfurt in den kommenden zwei Semestern monatlich Diversitätsthemen auf. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Kampagne.