Heiko Breitsohl ist Mitherausgeber eines kürzlich erschienenen Sonderhefts zum Thema An- und Abwesenheitsverhalten am Arbeitsplatz bei Krankheit

Das aktuelle Sonderheft des renommierten European Journal of Work and Organizational Psychology wurde von Heiko Breitsohl gemeinsam mit Sascha Ruhle (Universität Tilburg, NL), Carolin Dietz (TU Chemnitz, DE), Luis Martinez (Universidade Nova de Lisboa, PT) und Mariella Miraglia (University of Liverpool, UK) herausgegeben. Es bündelt vier empirische Beiträge, die in der Debatte über Krankheits- und Anwesenheitsverhalten Themen wie Führung, KI und soziales Kapital in den Fokus rücken.

So berichtet eine Studie unter Beschäftigten eines großen deutschen Industriebetriebs, dass Führungsverhalten, welches Gesundheit aktiv thematisiert und Arbeitsbedingungen anpasst, sich als eigenständiger Hebel zur Reduktion von Fehlzeiten erweist, woraus die Empfehlung einer dynamischen, zeitbezogenen Betrachtung von Abwesenheit statt statischer Momentaufnahmen abgeleitet wird. In einer weiteren Untersuchung, diesmal unter medizinischem Personal in China, zeigte sich, dass die aktive Gestaltung von KI-Nutzung durch die anwendenden Beschäftigten krankheitsbedingten Produktivitätsverlust vermeiden kann, insbesondere wenn Führungskräfte als Vorbilder dienen. Eine qualitative Studie aus dem Vereinigten Königreich bietet neue Einblicke in die Entscheidungsprozesse bei Krankheit an Arbeitstagen, wobei klarer wird, wann, wie und für wen Präsentismus funktional oder therapeutisch sein kann, etwa bei variierender Symptomschwere und im Homeoffice. Abgerundet wird das Sonderheft von einer Studie, die unter Öffentlich-Bediensteten in Dänemark Belege dafür findet, dass Hochqualifizierte ihr Sozialkapital nutzen können, um ihre krankheitsbedingte Abwesenheit zu reduzieren, während dies bei Niedrigqualifizierten nicht der Fall ist.

Link zum Sonderheft: https://www.tandfonline.com/toc/pewo20/35/2