Vortrag Johan Munck af Rosenschöld, „Fostering interdisciplinarity through organizational innovation“

Fostering interdisciplinarity through research platforms? Institutional work as mediating organizational innovations in universities

Dr. Johan Munck af Rosenschöld

Date  Monday, June 3, 5.00 pm – 6.30 pm

Location  B07.1.207 (Lakeside Park, -> https://campusplan.aau.at/)

Abstract: Interdisciplinarity is playing an increasingly important role in contemporary scientific research and research policy. Universities have responded to the policy demand for interdisciplinary research by implementing a range of measures, such as changing rules, norms, and incentives for working across disciplinary boundaries and experimenting with novel organizational solutions. To gain a better understanding of how interdisciplinary collaborations are realized in universities in practice, an approach that addresses the institutional dimensions of interdisciplinarity is of central importance. In this paper, we build on an empirical case study of a Finnish university that recently created a number of temporary research platforms in order to promote interdisciplinary research collaboration across the university’s schools. The aim of the paper is to explore the different types of institutional work occurring inside and outside these temporary platforms to mediate the push for interdisciplinary collaboration within the university. The paper traces the practices occurring in platforms and uncovers actors’ attempts to affect the existing institutional order across permanent and temporary organizations.

Johan Munck af Rosenschöld is a Postdoctoral Researcher at the Faculty of Social Sciences, University of Helsinki. He has been a Fulbright Visiting Fellow at Cornell University. At present, he is also a Visiting Fellow at the Department of Science Communication and Higher Education Research at the AAU. Johan is currently involved in the research project “Interdisciplining the university – Prospects for sustainable knowledge production” (funded by the Academy of Finland) that empirically studies the implications of organizational innovation to promote interdisciplinarity in a Finnish university. During his visit to AAU, he closely collaborates with Martina Merz (WIHO) who is a cooperation partner in this research project and other members of the WIHO.

The visiting fellowship is financially supported by the AAU Research Council.

Visiting fellow

Johan Munck af Rosenschöld is a Postdoctoral Researcher at the Faculty of Social Sciences, University of Helsinki. He has been a Fulbright Visiting Fellow at Cornell University. At present, he is also a Visiting Fellow at the Department of Science Communication and Higher Education Research at the AAU. Johan is currently involved in the research project “Interdisciplining the university – Prospects for sustainable knowledge production” (funded by the Academy of Finland) that empirically studies the implications of organizational innovation to promote interdisciplinarity in a Finnish university. During his visit to AAU, he closely collaborates with Martina Merz (WIHO) who is a cooperation partner in this research project and other members of the WIHO.

The visiting fellowship is financially supported by the AAU Research Council.

Gastprofessur SoSe19

Fr. Dr. Veronika Hofer ist im Sommersemester 2019 zu Gast am Institut für Wissenschaftskommunikation und Hochschulforschung. Ihre Lehrtätigkeit umfasst ein Seminar an der AAU in Klagenfurt mit dem Titel: „Theorien und Themenfelder der Wissenschafts- und Technikforschung 2„ LV.Nr. 819.019. – Die Studierenden erwerben über einen historischen Zugang ein differenziertes und kritisches Verständnis von Zusammenhängen zwischen Wissenschaftsidealen, Theorien, Experimentaltechniken und anwendungsspezifischen  Bildrepräsentationen. Dabei erfährt die chronologisch wie thematisch geordnete Darstellung der Problematik von Objektivität in wissenschaftlichen Zeichnungen, Fotografien, Atlanten, Modellen etc. besondere Berücksichtigung. Dies schließt die Kenntnis grundlegender Theorieansätze und empirischer Studien ein.

Zum Inhalt: Technik- und Kulturgeschichte der Wahrnehmung. Eine Einführung in die Wissenschaftsgeschichte

Mit den Anfängen der modernen Wissenschaft, die mit ihrer experimentellen Wende im 16. Jahrhundert angesetzt wird, setzt auch ein verändertes Verhältnis zur Wahrnehmung insgesamt ein. Im Bemühen um Schärfung und Erweiterung des Sinnesvermögens hat man für die experimentelle Praxis der Wissenschaften vielerlei Techniken und Hilfsmittel konstruiert, die von einer Reflexion über korrekte, verzerrte, täuschende oder reglementierte Potentiale von Wahrnehmung und ihren verschiedenen Repräsentationen begleitet war. In dieser wissenschaftshistorischen Lehrveranstaltung sollen der soziokulturelle Kontext und der technische Aspekt dieser sich verfeinernden Methode zusammen mit den theoretischen Diskursen über die Möglichkeiten, ein möglichst objektives Bild der Natur zu erhalten, besprochen werden. Die eingehende Besprechung der Darstellung dieses Wissens in Sammlungen, Karten/Atlanten, Modellen, Bildern, Fotografien und Filmen wird dabei helfen. Der Aspekt ihrer Historizität soll Einblick geben in die Unterschiede ihrer sozialen und wissenschaftlichen Entstehungs- und Anwendungskontexte, beispielsweise um etwa die veränderte Wahrnehmungspraxis von Bildern in Medizin und Gesundheitsvorsorge oder die Genese von Passbildern in den sozialen Praktiken des Erfassungsdispositivs moderner Gesellschaften genauer in den Blick zu nehmen. Dieser weitläufige historische Überblick schafft verschiedene Zugänge, um die zunehmende methodische Vielfalt und ihre begleitenden Reflexionen über Güte und  Sicherstellung der Objektivität/Naturtreue/Wissensumfang von Bildrepräsentationen im komplexen Prozess ihrer Aufzeichnung und Wiedergabe kennen zu lernen und um die historisch unterschiedlichen Funktionen ihres Einsatzes in Wissenschaft und Gesellschaft und damit auch ihren jeweils institutionellen und/oder symbolischen Ort ihres Einsatzes verstehen zu können.

 

Gastwissenschaftlerin

Von 1. Jänner bis 31. März 2019 ist Fr. Mag. Dr. Hanna Lucia Worliczek zu Gast am Institut für Wissenschaftskommunikation und Hochschulforschung. Link: zur Person Hanna Lucia Worliczek. Sie wird im Jänner 2019 den Bader-Preis für die Geschichte der Naturwissenschaften erhalten, für ihr Pilotprojekt „Merely Descriptive“ and therefore Dismissed? A History of Descriptive Research and the Imperative of Mechanistic Explanation in Cell Biology. Das Projekt wird in Kooperation mit Fr. Univ.-Prof. Dr. Martina Merz durchgeführt.

Die Verleihung des Bader-Preises inklusive Projektvorstellung findet statt am: Mi., 30. Jänner 2019, Beginn: 17:00, im Theatersaal der Österreichichen Akademie der Wissenschaften, Sonnenfelsgasse 19, 1010 Wien

https://www.oeaw.ac.at/en/detail/event/lieben-und-bader-preis-fuer-die-geschichte-der-naturwissenschaften/

Die heutige Zellbiologie, die von Forderungen nach mechanistischen Erklärungen zellulärer Prozesse dominiert wird, ist mit einem Dilemma konfrontiert: die epistemische Praxis beschreibender Forschung, wie sie etwa in der Zellmorphologie praktiziert wird, ist in Narrativen von Zellbiolog_innen häufig abschätzig konnotiert oder wird als nicht prestigeträchtig beurteilt. In den letzten Jahren haben allerdings renommierte Zellbiolog_innen nach einer Aufwertung deskriptiver Forschung verlangt, diese sogar als Voraussetzung für die Heuristik der zellbiologischen Wissensproduktion und für Innovation benannt. Nichts desto trotz lassen derartige Forderungen Bezugnahmen zu historischen Entwicklungen und klare Abgrenzungen unterschiedlicher epistemischer Praktiken vermissen. Auch fehlt eine historische Konzeptualisierung deskriptiver Forschungspraktiken und damit assoziierter Aushandlungsprozesse für den Zeitraum zwischen 1950 und heute.

Dieses durch den Bader-Preis geförderte Pilotprojekt dient zur Vorbereitung eines größeren Forschungsprojektes, in dem eine umfassende Untersuchung der Geschichte deskriptiver Forschung in der Zellbiologie nach 1950 durchgeführt werden wird. Das Projekt ist durch zwei zentrale Fragen geleitet: Welche Stile zellbiologischer Forschung – auch jenseits der Morphologie – wurden wann und warum von Zellbiolog_innen als deskriptiv eingeordnet? Wie haben sich diskursive Praktiken, die mit deskriptiver Forschung assoziiert waren, in der wissenschaftlichen Praxis, Publikations- und Forschungsförderungslandschaft entwickelt und das Feld der Zellbiologie beeinflusst? Mit der Untersuchung solcher diskursiven Konstruktionen soll dieser Ansatz einen Beitrag zu einem robusten historischen Verständnis jener Konzepte liefern, die von Zellbiolog_innen in heutigen Debatten zu Innovation abgerufen werden und gleichzeitig eine neue epistemologische Perspektive auf die Geschichte der Lebenswissenschaften des 20. Jahrhunderts bieten.

 

Abgeschlossene Dissertationen

Im November 2018 haben folgende Studierende am Institut für Wissenschaftskommunikation und Hochschulforschung ihr Doktoratsstudium abgeschlossen:

MMag. Senol Yagdi MA: „Bildungsaufstieg mit Migrationshintergrund – Aufstiegsrelevante Ressourcen und Strategien der zweiten Generation türkischer MigrantInnen in Österreich“, Betreuer: ao.Univ.-Prof. Dr. Hans Pechar. –

Mag. Marius Weigl: „Wissenschaft-Verwaltung-Polizei: Zur „Lösung der Zigeunerfrage“ in Österreich-Ungarn während des Ersten Weltkriegs“, Betreuer: ao.Univ.-Prof. Dr. Markus Arnold.

Wir gratulieren herzlich!

Internationaler Workshop „Ignorance and non-knowledge: what consequences for democratic governance, politics and policy?”

Am 13. und 14. November findet an der Universität Wien der von Helene Sorgner (WIHO) mitorganisierte internationale Workshop „Ignorance and non-knowledge: what consequences for democratic governance, politics and policy?” statt. Fallstudien aus der Politikwissenschaft, Soziologie, und der Wissenschafts- und Technikforschung untersuchen im Rahmen dieses Workshops die Bedeutung von Nichtwissen als Ressource in demokratischen Prozessen. Entgegen der Vorstellung, dass demokratische Politikgestaltung sich auf das beste vorhandene Wissen gründen soll, erweist sich bei genauerer Betrachtung gerade das Nicht-Einholen von Information für unterschiedlichste politische Akteure – etwa in der Migrations-, Gesundheits- oder Finanzpolitik – von Vorteil. Wie etwa bei der Planung großer zukünftiger Forschungsprojekte dieselben Unsicherheiten als Argumente für ganz unterschiedliche Forschungsstrategien und –technologien mobilisiert werden können, zeigen Helene Sorgner und Sophie Ritson in ihrem Beitrag anhand aktueller Beispiele aus der Hochenergiephysik.

Eine öffentliche Podiumsdiskussion mit Matthias Gross (Jena), Stefan Böschen (Aachen) und Ulrike Felt (Wien) am Abend des 13. November widmet sich darüber hinaus der Frage, wie sich Nichtwissen mit dem klassischen Ideal einer evidenz- und wissensbasierten Politik vereinbaren lässt.

Programm und weitere Informationen: politikwissenschaft.univie.ac.at/ignorance-workshop

International Summer School on the Philosophy, History, and Sociology of Particle Physics (Wuppertal, 23–30 July 2018)

The DFG/FWF research group “The Epistemology of the Large Hadron Collider” has organised a summer school that draws upon interdisciplinary perspectives of past, present and future particle physics. The summer school features keynotes from physics, philosophy, sociology and history, including Prof. Martina Merz (AAU), and a series of working groups. There will be 30 international participants from advanced students to early-career researchers.

Helene Sorgner and Sophie Ritson have organised and will lead a working group on contemporary perspectives on practices in high-energy physics. The working group is dedicated to exploring the recent approaches developed from a practice-oriented perspective in science and technology studies, and history and philosophy of science. This presents an opportunity for participants to engage with contemporary contributions in discussions of high-energy physics, in diverse areas such as measurement practices, organisation, visual practices, and communications.

Further information: https://www.lhc-epistemologie.uni-wuppertal.de/news-events-publications/news/summer-school-2018.html

Gastprofessur SoSe18

Herr PD Dr. Johannes Lenhard ist im Sommersemester 2018 zu Gast am Institut für Wissenschaftskommunikation und Hochschulforschung. Seine Lehrtätigkeit umfasst ein Seminar an der AAU in Klagenfurt mit dem Titel: „Theorien und Themenfelder der Wissenschafts- und Technikforschung„, in dem Studierende einen historisch fundierten Einblick in begriffliche Grundzüge wissenschaftlichen Wissens erwerben und lernen kritisch zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Herangehensweisen zu unterscheiden. Auf dieser Grundlage können sie unter Anleitung eigene Fallstudien unternehmen (aktuelle Themen des Unsicherheits-Diskurses betreffend).
Mehr dazu siehe: https://campus.aau.at/studium/course/91906

Gastwissenschaftlerin

Von 1. bis 31. März 2018 wird Fr. Dr. Elisabeth Simbürger, Soziologin an der Universidad de Valparaíso in Chile, am Institut für Wissenschaftskommunikation und Hochschulforschung zu Gast sein.

Vortrag von Dr. Elisabeth Simbürger mit dem Titel: „Looking for connected sociologies in the global south: the case of Chile before, during and after the military dictatorship (1973-1990). A historical reconstruction of the epistemological development of a discipline“
(Sprache des Vortrags nach Bedarf Englisch oder Deutsch)

Wann:     Do 29.3.2018, 15h00 bis 16h30
Wo:       Standort Wien der AAU, Schottenfeldgasse 29, SR 5 (5. Stock), 1070 Wien

Mehr zu Fr. Dr. Elisabeth Simbürger: http://uv-cl.academia.edu/ElisabethSimbuerger

Research Group Meeting in Vienna „The Epistemology of the Large Hadron Collider (LHC)“

Meeting in Vienna from 6th to 8th of Feb. 2018 „The Epistemology of the Large Hadron Collider (LHC)“.

In 2016 the German Research Foundation (DFG) together with the Austrian Science Fund (FWF) set up the Research Unit “The Epistemology of the Large Hadron Collider” which was tasked with investigating the philosophical, historical and sociological implications of activities at the world’s largest research machine, the Large Hadron Collider (LHC), at the European Organization for Nuclear Research (CERN) in Geneva.

The Research Unit builds on today’s physicists’ expectations of a fundamental change in the theoretical foundations of physics. It asks about the deeper reasons behind these expectations and links them to the complex conditions of physical research, in order to inquire whether these expectations are substantiated. It regards the complexity of these conditions as a challenge for the quest towards ever more encompassing and simpler descriptions of nature. The Research Unit studies these new epistemic conditions, using as its principal case study the LHC at CERN.

The Research Unit builds on a very close and successful interaction and cooperation of philosophers of science, sociologists of science, historians of science, and physicists over the course of several years which resulted in three previous projects. The Research Unit continues, but also significantly restarts, this interdisciplinary cooperation. While it still focuses on questions in the philosophy of physics and science, it also includes the historical development of physical knowledge and its embedding in social contexts. Integrating the perspectives of these different disciplines within a single Research Unit opens novel pathways for understanding the production of scientific knowledge and its structure in particle physics.

Alongside work at the individual project level and at the level of the collaborative Research Unit as such, two scientific events are planned for the first three-year period: an international conference and an international summer school on particle physics and philosophy.

Project Homepage: https://www.lhc-epistemologie.uni-wuppertal.de/home.html