Link zur Aufzeichnung: https://www.aau.at/blog/5-kaerntner-wirtschaftsgespraech/
Link zur Homepage der Kärntner Wirtschaftsgespräche mit Informationen zu allen Veranstaltungen der Gesprächsreihe (Folien, Aufzeichnungen, …).
Am 24. September 2025 fand das 5. Kärntner Wirtschaftsgespräch zum Thema „Wirtschaftsjournalismus und Medienökonomie: Wissen wir genug über Wirtschaft?“, veranstaltet von der Abteilung für Makroökonomik und quantitative Wirtschaftsforschung des Instituts für Volkswirtschaftslehre der Universität Klagenfurt statt. Im gewohnten Format begann der Abend mit einem ersten Impulsvortrag von Martin Wagner, der die Bedeutung unabhängiger Qualitätsmedien als essentielle Produzenten für „belastbare“ – also logisch und sachlich korrekte – Information und damit letztlich für das Gelingen eines demokratischen, liberalen Zusammenlebens herausstrich. Danach wurden aus ökonomischer Sicht die Probleme skizziert, welche sich aus der Transformation in Richtung Datenökonomie, KI und Digitalisierung für Medien ergeben.

Auf diese Einleitung folgend ging Prof. Dr. Henrik Müller, Professor für wirtschaftspolitischen Journalismus an der TU Dortmund, in seinem Vortrag mit dem Titel „Populistische Wirtschaftspolitik – Ökonomische Verirrungen und die Verantwortung der Medien“ im Detail, und basierend auf empirischen Untersuchungen unter anderem auf die Rolle der Medien in Bezug auf Unsicherheit, Vereinfachung und Populismus ein. Der Vortrag von Henrik Müller endete mit einem Appell, basierend auf den Ergebnissen seines Buchs Challenging Economic Journalism. Covering Business and Politics in an Age of Uncertainty (Palgrave Macmillan 2023), dass Medien zu einer ausgewogeneren und qualitätsvolleren Wirtschaftsberichterstattung beitragen können, wenn sie die „ESSF-Formel“ – Efficiency – Stability – Sustainability – Fairness – beherzigen und Zielverfehlungen in diesen Dimensionen als eine Grundlage sowohl zur eigenständigen Themenwahl als auch zur Analyse machen.

Im Anschluss daran gab es eine spannende Diskussion zur Gratwanderung zwischen faktenbasierter aufklärender Berichterstattung und der Notwendigkeit, ausreichend Neugierde und Aufmerksamkeit zu generieren, mit dem Expertenpanel bestehend aus (v.l.n.r.): Univ.-Prof. DDr. Matthias Karmasin (Direktor des Instituts für vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung), Mag. Uwe Sommersguter (Leiter des Wirtschaftsressorts Kärnten/Osttirol der Kleinen Zeitung), Univ.-Prof. Dr. Martin Wagner (Institut für Volkswirtschaftslehre, AAU Klagenfurt und Institut für Höhere Studien Wien) und Prof. Dr. Henrik Müller (Institut für Journalistik, TU Dortmund).

Schließlich hatten auch noch die circa 40 Teilnehmer:innen die Gelegenheit, sich in die Diskussion einzubringen und danach mit den Vortragenden und Diskutanten bei einem kleinen Buffet in informellem Rahmen weiter auszutauschen.