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Kunst: natürlich politisch

11. Januar 2018 um 17:00 - 19:00

Veranstaltungskategorie Vortrag |Foto: kasto/Fotolia.com

Veranstaltungsort
V.1.04

Veranstalter
Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft


Beschreibung

Grundlage des Vortrags ist die derzeit im mumok laufende Themenausstellung „Naturgeschichten – Spuren des Politischen“. Die Ausgangsüberlegung dabei ist, dass Natur nicht unberührt von Geschichte ist und das andererseits auch Geschichte nicht einfach ein evolutionäres oder natürliches Geschehen ist, das höheren Gesetzen, womöglich sogar göttlicher Vorsehung folgt. In diesem Ansatz zeigt sich eine Abwehrhaltung gegenüber naturalisierten Geschichtsbildern und ahistorischen Naturvorstellungen, die gerne gemeinsam auftauchen. Das bevorzugt von totalitären oder konservativen Ideologien aufgegriffene Bild vom „Führer als Fels in der Brandung“ ist nur die bekannteste Form einer naturalisierten Geschichte, die auf Naturgewalten zurückgreift, um eigene Gewaltpotenziale zu verschleiern. Dieser Haltung wird in Form von Kunst entgegnet, die ein kulturalisiertes und politisiertes Bild der Natur zeichnet.
Dies zeigt sich bereits in künstlerischen Arbeiten der 1960er und -70Jahre, die mit den Rahmenbedingungen des Kunstmachens und mit der Kritik an konventionellen Werk- und Präsentationsformen auch Geschichtskritik betrieben haben, etwa an der Geschichte des Kolonialismus und seinen Folgen. Marcel Broodthaers hat beispielsweise eine von Palmen dominierte Installation geschaffen, einen tropischen Wintergarten „Jardin d`Hiver“, der die Sehnsucht nach fernen Ländern und Idyllen ebenso zum Inhalt hat wie die Gier nach Ausbeutung dieser Länder.
Joseph Beuys, Mario Merz, Hans Haacke, Helio Oiticica, die rumänische Sigma Gruppe und die Gruppe OHO aus Exjugoslawien sind weitere Vertreter dieser Generation der Neoavantgarde, die Natur und deren Motive ins Zentrum stellen, um Zivilisations- und Gesellschaftskritik zu üben – um aber zugleich eben auch die Kunst zu revolutionieren und mit Traditionen zu brechen.
Mit Broodthaers und seiner Kolonialismuskritik ist ein Themenfeld angezeigt, das von Künstler_innen bis in die Gegenwart immer wieder neu interpretiert wird. Weitere Naturdars

Vortragende(r)
Rainer Fuchs (Kurator, Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien)

Kontakt
Univ.Prof. Dr. Anna Schober-de Graaf (Anna [dot] Schober [at] aau [dot] at)

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Termine:
11. Januar 2018 um 17:00 - 19:00 Uhr
Veranstaltungskategorie:
zum Veranstaltungskalender

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Termine:
11. Januar 2018 um 17:00 - 19:00 Uhr
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