Wo Moderne auf Geschichte trifft: Alpen-Adria-Städtetrips

Barcelona, Paris und London schon gesehen? Diese Städte im Alpen-Adria-Raum liegen näher, als du glaubst, und sie bieten hippe Innenstädte, durch die es sich zu flanieren lohnt. Wir haben die coolsten Alpen-Adria-Städte erkundet.


Triest

Piazza d'Unita

In gut zwei Stunden ist man von Klagenfurt am Golf von Triest. In einer Stadt, die auf den ersten Blick wie eine kleinere Kopie Wiens wirkt: grandios und prächtig, weltstädtisch, ein klein wenig melancholisch. Triest hat dabei dem größeren Wien eines voraus: Es liegt am Meer.

Wie hingegossen wirkt die Schöne, etwas eingezwängt zwischen den schnell aufsteigenden Ausläufern des Karstgebirges und der Adria. Sogar die Adria wirkt hier wie verzaubert: Zwischen den weißen Tüchern der Segelschiffe, die an schönen Tagen hinausfahren, liegen Ozeanriesen vor Anker und warten auf das Löschen ihrer Fracht im Hafen von Triest. Woran liegt es, dass die Stadt mit ihren 200.000 Einwohnern so vibrierend und großartig ist? Die Stadt hat eine bewegte Geschichte: ein Schmelztiegel von Kulturen und Menschen, die Historie ganz eng mit der Zukunft verwachsen, die Lage als Grenzstadt Fluch und Segen zugleich. Neben dem italienischen „buon giorno“ hört man fast ebenso oft ein slowenisches „dober dan“.

Triest war über 500 Jahre Teil des Habsburger-Reichs und dabei Österreichs wichtigster Hafen. Aber das ist schon lange Geschichte. Heute erinnern die grandiosen Bauwerke, zuvorderst die Piazza Unità d’Italia daran. Die italienische Region Triest zieht sich wie ein schmaler Streifen unterhalb Sloweniens am Meer entlang. Als ob dies ganz selbstverständlich sei, stiehlt sie selbstbewusst und frech die slowenische Küste. Historisch österreichisch, geographisch slowenisch, fragt man sich: Ist Triest überhaupt eine italienische Stadt? Spätestens dann, wenn man am Meer sitzt, die wärmenden Strahlen der Abendsonne genießt und einen Espresso trinkt, der auf triestinisch nero, der Schwarze, heißt, zeigt Triest seine italienische Seele. Die meisten Sehenswürdigkeiten in der kompakten Altstadt sind zu Fuß erreichbar, daher ist Triest ideal für ein (verlängertes) Wochenende.

Teatro romano di Trieste
Das Amphitheater wurde im ersten Jahrhundert nach Christus erbaut und fasste bis zu 6.000 ZuschauerInnen. Das Theater liegt am Fuß des Hügels Colle di San Giusto. Dort, wo sich die Altstadt den Berg hinaufzieht, kann man in den kleinen mittelalterlichen Gassen umherspazieren. Oben am Berg angekommen, erreicht man die Burg und die Kathedrale San Giusto, die dem Schutzheiligen von Triest geweiht ist.

Der Canal Grande
Der Canal Grande zieht sich vom Meer in die Stadt hinein bis zur imposanten serbisch-orthodoxen Kirche. Nicht ganz so groß wie der Namensvetter in Venedig, ist ein Spaziergang am Canal Grande dennoch wunderbar. Die kleinen Boote schaukeln im Wasser, darüber, in den vielen Cafés, die den Wasserweg säumen, kann man ganz entspannt ein Aperitivo genießen.

Stöbern in den Trödelläden
Im alten jüdischen Viertel der Stadt haben sich viele Trödelläden und Antiquariate angesiedelt. Jeden dritten Sonntag im Monat gibt es hier auch einen großen Flohmarkt.

Sonnenuntergang auf der Molo Audace
Es ist wie eine Tradition in Triest: Zum Sonnenuntergang geht man auf die Molo Audace. 200 Meter führt die Mole in den Golf von Triest hinein.

Im Märchenschloss träumen
In Triest steht ein Märchenschloss, das Castello di Miramare. Ein Bruder des österreichischen Kaisers ließ das prächtige weiße Schloss 1860 erbauen, das über dem Meer liegt, umgeben von einem hübschen Park.

Zwischendurch ins Meer hüpfen
Triest ist kein klassischer Badeort, dennoch gibt es viele Orte, an denen man sich zwischendurch im Meer abkühlen kann. Im Sommer ist die Strandpromenade im Stadtteil Barcola dafür erste Wahl. Viele Sommerbars säumen die baumbestandene Allee. Dazwischen herrscht rege Sommerfrische. Alternativ kann man auch mit dem Taxiboot Delfino Verde in den hübschen Fischerort Muggia übersetzen und dabei noch wunderbar in einem der kleinen Restaurants im Hafen essen.

Italienisches Shopping
Im Borgo Theresiano, der Fußgängerzone, findet man viele Läden, sowohl die großen Ketten als auch kleine individuelle Geschäfte.

Die Nacht zum Tag machen
In der Via Torino wird in Triest die Nacht zum Tag. Hier ist DER Hotspot zum Feiern. Triest ist eine Studentenstadt, und das merkt man, vor allem Donnerstag-, Freitag- und Samstagnacht! Von der Via Torino sind es nur einige Meter zum Pier San Giusto. Hier, direkt über dem Meer, findet sich eine der besten Rooftop Bars, das „Pier The Roof“.

Piazza d’Unitá d’Italia
Die Piazza gilt nicht umsonst als einer der schönsten Plätze der Welt. Der riesige, von prachtvollen Bauten eingesäumte Platz hat einen wunderbaren Blick auf den Golf von Triest. Hier kann man sich vom Sightseeing erholen und den triestinischen Kaffee genießen.

Geheimtipp


In den Karstbergen oberhalb von Triest gibt es eine Vielzahl von Buschenschanken, die Osmize. Viele dieser oft von der slowenischsprachigen Minderheit betriebenen Kleinode haben einen spektakulären Blick aufs Meer.
In einer Osmiza darf nur verkauft werden, was am Hof erzeugt wird. www.osmize.com

Zagreb

Kroatiens Hauptstadt Zagreb liegt nur gut zwei Autostunden von Klagenfurt entfernt. Gepflasterte, verwinkelte Gassen und historische Bauten machen Zagreb zu einem Reiseziel abseits ausgetretener Touristenpfade.

Zagreb

Eine Stadttour durch Zagreb beginnt man am besten am Ban-Jelačić-Platz. Auch hier hatten wieder die Habsburger ihre Finger im Spiel, denn Ban Josip Jelačić war einst der Befehlshaber der Habsburger-Truppen in Kroatien. Der Platz inmitten der Fußgängerzone ist ein beliebter Treffpunkt für viele Einheimische. Shopping geht am besten rund um die Straßen Ilica und Tkalčićeva. Hier gibt es neben dem Angebot aufstrebender kroatischer Jungdesigner alles, was das Herz begehrt. Traditionelles Handwerk findet man rund um die Radic´eva Straße. Naschkatzen sollten unbedingt auch die „süße Straße“, die Stara Vlaška aufsuchen, ein absolutes Paradies für Süßschnäbel.

Die Oberstadt
Zagrebs Oberstadt ist ein Gewirr zahlreicher enger Gassen zwischen zwei Hügeln, Kaptol und Gradec. Hier befindet sich das Steintor, der Markusplatz mit dem kroatischen Parlament und der Markt Dolac, ein wunderbarer Markt mit regionalem und authentischem Angebot. Es lohnt sich übrigens, den Markt schon ganz früh aufzusuchen und dem Markttreiben zuzuschauen. Auch die gotische Kathedrale von Zagreb liegt in der Oberstadt.
Auch das Museum der zerbrochenen Beziehungen, das nicht nur für Menschen mit Liebeskummer interessant ist, findet sich in der Oberstadt. Neben den vielen Sehenswürdigkeiten gibt es eine ganze Reihe von stylishen Cafés, die zum Entspannen einladen. Ganz typisch für Zagreb ist übrigens Kaffee mit Sirup und Milch, den man unbedingt probieren sollte.

A stroll in the park …
Nicht verpassen sollte man einen Besuch in Maksimir, dem ältesten Park Kroatiens. Der Park ist mit den Straßenbahnen 11 und 12 vom Ban-Jelačić-Platz aus schnell erreicht.

Aufregendes Nachtleben in Zagreb
In der „Kulturfabrik“, der Tvornica kulture, finden regelmäßig Konzerte statt. Neben der Haupthalle gibt es auch eine kleinere Halle, die Mali Pogon, die auch tagsüber als Café geöffnet ist.
Alternative Music gibt es im Club Močvara. Neben Live-Musik werden hier Theateraufführungen und Kunstausstellungen geboten. Ein weiterer beliebter Party-Ort ist das Aquarius. Eher ruhiger geht es im Swanky Monkey Garden zu. Hier findet man die besten Cocktails der Stadt.

Festivals in Zagreb
Die Music Biennale Zagreb und das Zagreb Film Festival sind zwei absolute Highlights, die man nicht versäumen sollte.

Geheimtipp


Outdoor-Abenteuer auf den Flüssen Kupa und Mrezˇnica. Obwohl Zagreb im Landesinneren liegt, bekommt man auf den Flüssen Kupa und Mreˇznica den ultimativen Adrenalin-Kick: Rafting, Kajaktouren und Kanufahrten werden hier angeboten.

Venedig

Markusplatz

Venedig: Das ist die Rialto- Brücke, der Canal Grande, der Markusplatz und der Dogenpalast. In Venedig solltet ihr nicht nur die oben erwähnten klassischen Sehenswürdigkeiten anschauen, sondern unbedingt auch auf eine der vorgelagerten Inseln fahren: Murano (bekannt für seine Glaskunst), Torcello und Burano. Die Biennale in Venedig solltet ihr euch keinesfalls entgehen lassen. Immer lohnt auch ein Besuch in der Peggy Guggenheim Collection.

Wie erkundet man Venedig?
Ab der Piazzale Roma sind Autos und Fahrräder sowie Bahnen im historischen Zentrum verboten. Ab hier ist man auf Fuß- und Wasserwege angewiesen. Venedig kann gut zu Fuß erkundet werden, aber Achtung! Es gibt circa 400 Brücken mit Treppen. Auf dem Wasser fahren die Vaporetti (Linienboote) und einige private Schiffe. Vorsicht vor den sehr teuren Taxibooten! Die Vaporetto-Linien 1 und 2 fahren von der Piazzale Roma über den Bahnhof (Ferrovia), Rialto zum Markusplatz.

Ganz ehrlich?
Natürlich ist Venedig eine Touristenstadt – wenn nicht DIE Touristenstadt überhaupt. Dennoch lohnt sich ein Besuch. Venedig ist einfach überwältigend. Sogar einer Gondelfahrt lässt sich etwas abgewinnen – auch wenn man sich in einigen kleineren Kanälen wie auf einer Gondel-Autobahn im Stau fühlt. Und: Außerhalb der Tourismussaison ist es auch hier ein wenig ruhiger.

Übernachten in Venedig
Wohnen in Venedig – das ist teuer und rar. Vermeidet wenn möglich Hotels und Wohnungen im Erdgeschoss – da ist es oft dunkel und feucht. Auch auf dem Lido di Venezia, der die Lagune von der offenen Adria trennt, kann man außerhalb der Badesaison gut übernachten – und wunderbare Spaziergänge machen. Vergleicht auf den Buchungsplattformen unbedingt die Preise – und lest bei den Angaben der Betreiber auch zwischen den Zeilen.

Anreise und Parken
Reist wenn möglich mit dem Bus oder der Bahn an. Die Busendstation heißt Tronquetto. Von Klagenfurt aus fahren mehrmals täglich Busse. Auch die Anreise mit der Bahn ist aus Kärnten sehr bequem.

Ljubljana

Ljubljana ist eine sehr romantische Stadt, das hat sie auch dem Flüsschen Ljubljanica zu verdanken, das direkt durch das Zentrum fließt. Der moderne Teil der Stadt liegt westlich der Ljubljanica, die Altstadt mit ihren engen Gassen und der Burg auf der östlichen Seite.

Ljubljana

Ljubljana ist die Hauptstadt Sloweniens, aber doch kompakt und überschaubar und somit sehr gut zu Fuß zu erkunden. Das Bus-Netz der Stadt ist sehr gut ausgebaut. Auf gar keinen Fall solltet ihr euch die Burg von Ljubljana entgehen lassen. Entweder ihr nehmt es sportlich und wandert von der Altstadt hoch. Faule können aber auch die Schrägseilbahn nehmen, die 33 Passagiere fasst und den Höhenunterschied von 70 Metern in nur einer Minute überwindet.

Auch das Schloss Tivoli, das im Herzen des Tivoli-Parks liegt, solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Heute ist das Internationale Grafikzentrum im Gebäude untergebracht. Unbedingt besuchen solltet ihr auch den Markt und die davor liegenden Kolonnaden, in denen der Fischmarkt untergebracht ist. Der Markt ist einer der ursprünglichsten und größten weit und breit und lohnt mit seiner Farbenpracht und Vielfalt unbedingt den Besuch. Sonntags findet immer ein Kunstflohmarkt zwischen der C ˇevljarski-Brücke und den drei Innenstadtbrücken über die Ljubljanica statt.

Museen
Ljubljana hat eine Vielzahl von guten Museen, darunter das Slowenische Nationalmuseum, das Museum für Moderne Kunst und das Stadtmuseum. Wer es ausgefallener möchte, kann auch das Biermuseum der Union-Brauerei besuchen.

Nachtleben
Ljubljana ist eine sehr lebenswerte und lebendige Stadt mit einer großen Universität. Das Nightlife ist vielseitig und vibrierend. Beginnt den Abend in einem der vielen kleinen Cafés und Bars und lasst euch einfach treiben.

Anreise
Ljubljana ist täglich mehrmals ganz einfach mit dem Bus erreichbar. Entweder ihr fährt mit der AlpeAdria Line (alpeadrialine.com) oder mit dem Flixbus.

Rijeka

Rijeka

Rijeka ist eine der bedeutendsten Hafenstädte Kroatiens. Ihr etwas derber Charme erschließt sich nicht sofort, gibt man Rijeka aber etwas Zeit, verliebt man sich garantiert in diese ursprüngliche, noch nicht von unzähligen Touristen überlaufene Stadt.

Die Stadtgeschichte ist vielschichtig, aber Rijekas wichtigste Bedeutung – auch während der Habsburgerzeit (ja, die Österreicher waren überall!)
– ist die als wichtiger Handelsumschlagsplatz. Prächtige, im 19. Jahrhundert im Stil des Prähistorismus, des Barock und der Renaissance erbaute Villen zeugen vom ehemaligen Reichtum der Hafenstadt. Besonders interessant sind der Palast Modello und der Palast Ploech.

Sehenswert, insbesondere in der Nacht, sind die beiden alten Hafenkräne von 1948 und 1957, die symbolisch für das industrielle Erbe Rijekas stehen.
Mittelalterlich dagegen geht es bei einem Besuch der Festung Trsat zu. Das Kastell liegt 148 Meter über dem Meer und prägt das Stadtbild auf imposante Weise. Trsat gehört zu den ältesten Festungen Kroatiens.

Der Korzo ist die längste Fußgängerzone der Stadt, und wer shoppen möchte, ist hier genau richtig. Besonders lebhaft geht es um den Marktplatz und den Stadtturm zu. Hier kann man dem Markttreiben zusehen, und Liebhaber von regionalen, frischen und nachhaltig produzierten Waren sind hier genau richtig. Auch die Fischhalle ist einen Besuch wert.

Abends dann, wenn die Sonne in der Kvarner-Bucht versinkt, ist die Auswahl an traditionellen kroatischen Konobas immens. Auf den Speisekarten dominieren Meerestiere, Fisch und regionales Gemüse. Ein Geheimtipp ist die Zubereitung in der Peka, einer aus Ton oder Gusseisen gefertigten Glocke, die mit heißer Glut bedeckt wird. Wer diese kroatische Leckerei probieren möchte, sollte allerdings vorbestellen, die traditionelle Zubereitung über dem Feuer dauert nämlich seine Zeit.

Festivals in Rijeka

Rijeka ist eine Stadt mit vielen Festivals, besonders der Rijeka Carnival, das International Jazz Time Festival und die Rijeka Summer Nights, ein Kleinkunstfestival in den Straßen, Höfen und Terrassen Rijekas. Mehr Informationen dazu auf visitrijeka.eu

Geheimtipp


Von Rijeka sind auch viele der wunderbaren kroatischen Inseln mit der Fähre erreichbar. Rijeka eignet sich also nicht nur als Städtetrip, sondern auch als Zwischenstopp auf dem Weg zu einer der nahen Inseln. Fährverbindungen finden sich unter www.jadrolinija.hr