STREICHUNGEN

Die Streichung ist ein mit dem Schreiben interagierender Akt, den alle Schreibenden alltäglich vollziehen – meist so routiniert, dass seine Vielfalt und seine kreativen Effekte unreflektiert bleiben: Löschen, Tilgen, Durchstreichen, Überschreiben, Übermalen, Einklammern, Korrigieren, Ersetzen und schließlich Auslösen von neuen Texten. Darüber hinaus entwickelt jede:r Schreibende individuelle Formen der Streichung, die selbstadressiert und (oft unbewusst) Aufforderungen sind.
Streichungen finden in allen Schriftsprachen und in allen Textsorten statt, aber auch in teil-schriftlichen audio-visuellen Medien – von analog bis digital. Streichungen finden als Verschiebungs-, Verdrängungs-, sogar Auslöschungsversuche in individuellen und kollektiven Erinnerungsprozessen statt und können Um- und Neuschreibungen initiieren.
Kontakt
Edith Bernhofer (musil-institut [at] aau [dot] at)












