30 Mrz

Roland Grohs, Maya Olah, Barbara Pachler

Veranstaltungsort: Musil-Institut, Bahnhofstraße 50, 9020 Klagenfurt (Veranstaltungssaal)

Von Jänner bis März 2022 ist Stephan Roiss als "author@musil" am Robert-Musil-Institut zu Gast. Während seines Aufenthaltes in Klagenfurt leitet er einen Workshop, der junge Autor:innen bei der Entwicklung ihrer Schreibkunst unterstützt. Es werden in Arbeit befindliche Gedichte und Prosastücke besprochen, dienliche Literaturbeispiele beleuchtet und poetologische Fragen erörtert. An diesem Abend findet die Schreibwerkstatt ihren Abschluss und zugleich ihren öffentlichen Höhepunkt. Die drei Teilnehmer:innen lesen aus ihren Texten: Maya Olah (geb. 1990), lebt in Zürich und nahm 2019 am Klagenfurter Literaturkurs teil.Barbara Pachler (geb. 1997), lebt in Klagenfurt und studiert dort Angewandte Kulturwissenschaft (Master).Roland Grohs (geb. 1993), lebt in Graz und veröffentlichte u.a. 2021 den Roman Joe baut ein Meer (Edition Meerauge).Moderation: Stephan Roiss (geb. 1983, Autor & Musiker, stand 2020 mit seinem Debütroman Triceratops auf der Longlist des Deutschen Buchpreises).

5 Apr

Hans-Jürgen Schrader: Lob der mittleren Höhen. Alois Brandstetters ‚Sanftes Gesetz‘

Veranstaltungsort: Musil-Institut, Bahnhofstraße 50, 9020 Klagenfurt (Veranstaltungssaal)

Hans-Jürgen SchraderLob der mittleren Höhen: Alois Brandstetters ‚Sanftes Gesetz‘Vortrag, anschließend Lesung mit Alois Brandstetter„Mir geht es im großen und ganzen ums Kleine“, hat Alois Brandstetter im charakteristischen Wortspiel 1993 in seinem Großessay Almträume postuliert ‒ und das auch zu seiner poetologischen Maxime erhoben. Alles Übersteigerte, Bombastische und Pathetische verfällt seit seinen frühesten Veröffentlichungen satirischer Entsteigerung oder mildem Spott. Das Besondere und Aufmerkenswerte erweist er auch bei den Menschen lieber im Alltäglichen und Gewöhnlichen als im Extremen, seine Sympathie gilt ‒ als Autor wie auch als Maler ‒ eher dem sanften Hügelland als den Gipfelriesen. Hans Jürgen Schrader, em. Univ.-Prof., ist 1943 geboren. Studien in Saarbrücken, Wien und Göttingen (Deutsch, Geschichte, Philosophie). 1988–2008 Univ. Prof. für deutsche Sprache und Literatur an der Université de Genève. Im Oktober 2008 emeritiert und zum „professeur honoraire“ ernannt. Forschungsschwerpunkte mit Bezug zu Österreich: Grillparzer, Nestroy, Roth, Celan, Rezzori und zeitgenössische österreichische Literatur (u.a. H.C. Artmann, Alois Brandstetter, Ernst Jandl). Zahlreiche Publikationen.

20 Apr

Sama Maani: Žižek in Teheran, Stefan Kutzenberger: Kilometer Null

Veranstaltungsort: Musil-Institut, Bahnhofstraße 50, 9020 Klagenfurt (Veranstaltungssaal)

Žižek in Teheran: Ein über 600-seitiges Versepos rund um ein fiktives islamisches Regime, das mit Hilfe der Literatur zu Fall gebracht werden soll. Das artet mitunter in verschlungene, märchenhaft-absurde, aber höchst amüsante Erzählpfade aus. Rund acht Jahre hat Sama Maani an Žižek in Teheran gearbeitet, bevor der Text im Frühjahr 2021 als Roman erscheinen konnte. In diesem Buch entwickelt er nicht nur sein Spiel in und mit der Ambiguität menschlicher Existenz ebenso behutsam wie beherzt weiter, sondern stellt dabei auch gleich etliche literarische Formen zur Disposition, indem er sich über alle Genregrenzen hinweg lustvoll ihrer bedient. Kilometer Null: In einer Pension des uruguayischen Grenzortes Santa María blickt der österreichische Exilschriftsteller Kutzenberger plötzlich in den Mündungslauf einer Pistole.So beginnt Kilometer null und nimmt die Leser mit auf eine Achterbahnfahrt, die ihren unfreiwilligen Helden quer durch den südamerikanischen Kontinent, tief in dessen Weltliteratur hinein und schließlich bis vor die Himmelspforte führen wird. Ein neues, ausgelassenes wie bewegendes Abenteuer des gleichnamigen Autors Stefan Kutzenberger, das mitten ins Herz unserer immer unwirklicher erscheinenden Gegenwart trifft und eindeutig beweist: Literatur kann alles. Stefan Kutzenberger, geb. 1971 in Linz, studierte in Wien, Buenos Aires, Lissabon und London und lebt als Schriftsteller, Kurator und Literaturwissenschaftler in Wien.Sama Maani, geboren in Graz, aufgewachsen in Österreich, Deutschland und dem Iran. Studium der Medizin in Wien und der Philosophie in Zürich. Ausbildung zum Psychiater und Psychoanalytiker in Graz. Lebt heute als Schriftsteller in Wien.

22 Apr

Mit Wörtern kann man vieles machen

Veranstaltungsort: Veranstaltungssaal (Musil-Institut, Bahnhofstraße 50, 9020 Klagenfurt)

Geschichten, Lieder und Gedichte Georg Bydlinskiist mittlerweile ein Klassiker des modernen Kindergedichts. Er wurde u. a. mit dem Österreichischen Staatspreis für Kinderlyrik und dem Friedrich-Bödecker-Preis ausgezeichnet. Gedichte wie Wann Freunde wichtig sind haben bereits mehrere Generationen begleitet.Die Texte des vielfach ausgezeichneten Kinderbuchautors enthalten eine Fülle von Themen: Freundschaft und Sprache, Natur und Tiere, Alltag und Freizeit, Technik- und Phantasiewelt.Georg Bydlinski liest seine neuesten Gedichte, die im Rahmen des Josef-Guggenmos-Preises ausgezeichnet wurden, lädt die Kinder zum Reime-Finden und zum Mitsingen ein und ergänzt die Autorenbegegnung mit fantastischen oder realistischen Geschichten aus seinem großen Fundus.Altersempfehlung: ab 5 Jahren

29 Apr

Ein Burgendlandkroate, eine Kärntner Slowenin und ein Wiener Rom kommen in eine Bar

Veranstaltungsort: Musil-Institut, Bahnhofstraße 50, 9020 Klagenfurt (Veranstaltungssaal)

Von der Bürde, junge Minderheitenangehörige zu sein, gezeichnet, verirren sich die drei Jungautor:innen Ana Grilc (eine Kärntner Slowenin), Samuel Mago (ein Wiener Rom) und Konstantin Milena Vlasich (ein Burgenlandkroate) in eine Bar. Sie erzählen in ihren Muttersprachen und der Mehrheitssprache von mystischen Minderheitentraditionen, wie eine Welt ohne Minderheiten wäre und träumen von Siedlungsgebieten an schöneren Orten. Sie wollen ein Volksgruppen-Fiasko? Hier sind Sie genau richtig. Nikolaj Efendi, den man als Solo-Musiker, als Komponist für Theatermusik (etwa für das Theater in der Josefstadt oder das Burgtheater) oder Sänger der Band Roy de Roy kennt, formt den Abend dramatisch-musikalisch.

2 Mai

Werner Delanoy: Lyrik mit Lyra

Veranstaltungsort: Musil-Institut, Bahnhofstraße 50, 9020 Klagenfurt (Verabstaltungssaal)

Lyrische Formen verwirklichten sich seit jeher musikalisch: Gedicht, musikalische Stimme und instrumentelle Begleitung sind lebendig miteinander verbunden. Werner Delanoy legt großen Wert auf seine Songtexte, die mehr verkehrt als glatt das Publikum unterhalten und zum Nachdenken anregen wollen. Der Texter und Gitarrist stellt im Musilhaus sein deutschsprachiges Soloprogramm vor, das ausschließlich eigene Lieder beinhaltet, viele ganz neu, einige vom letzten Album seiner Band „The Lannoys“ mit dem Titel 8770. Das Programm vereint verschiedene Musikstile, die von Balladen über Blues, Country, alternatives Volkslied bis zum Rap reichen. Werner Delanoy hat mit der Band „The Lannoys“ erfolgreich drei Alben veröffentlicht. Als Komponist, Texter und Musiker hat er zahlreiche weitere Formationen unterstützt.

18 Mai

Antonio Fian: Wurstfragen, Bernhard Strobel: Gespenster

Veranstaltungsort: Musil-Institut, Bahnhofstraße 50, 9020 Klagenfurt (Veranstaltungssaal)

Erzählungen und DramoletteWurstfragen: Die Dramolette sind Antonio Fians stetig fortgeschriebenes opus magnum. Sie sind (s)eine Form der Geschichtsschreibung, die parallel zu den aktuellen Ereignissen stattfindet: Debatten aus Politik und Kulturbetrieb, die Flüchtlingskrise, die „Freundschaft“ zwischen Sturz und Krache, der Ibiza-Skandal, (Fehl)Entscheidungen während der Corona-Pandemie und und und …Antonio Fian erzeugt aus kuriosen, schmerzhaften und scheinbar banalen Begebenheiten lustig-bissige Dramolette zum Totlachen – und nicht selten holt sprachloses Kopfschütteln ob der Ungeheuerlichkeiten den Lachmuskelkater wieder ein.Nach den Gespenstern: Strobel gelingt es auf unnachahmliche Weise, sowohl die Ausnahmesituationen des Lebens als auch das Alltägliche in Worte zu fassen. Feinfühlige, stichelnde und witzige Elemente baut er in die 13 Erzählungen ein; Wortgefechte werden ausgetragen oder der Stille Raum gegeben. Auch wenn der Titel es nahelegen könnte: schaurige Spukgeschichten wird man in Bernhard Strobels viertem Erzählband nicht finden – Gespenster und Doppelgänger hingegen schon, auch Heimsuchungen und manches Unerklärliche. Es geht um Konfliktsituationen in Familie und Partnerschaft sowie um Verlusterfahrungen und das Leben im Alter.Antonio Fian, geboren 1956 in Klagenfurt, lebt seit 1976 in Wien. Er ist Autor von Romanen, Erzählungen, Essays und den sog. Dramoletten, mit denen er in unregelmäßigen Abständen in der Tageszeitung Der Standard (in erster Linie) das österreichische Kultur- und Geistesleben kommentiert.Bernhard Strobel, geboren 1982 in Wien, lebt als Autor und Übersetzer aus dem Norwegischen in Neusiedl am See. Studium der Germanistik und Skandinavistik. 2021 wurde Bernhard Strobel mit dem Österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzung ausgezeichnet.Moderation: Wolfgang Straub

24 Mai

Anna BAAR: Divân mit Schonbezug, Erzählungen

Veranstaltungsort: Musil-Institut, Bahnhofstraße 50, 9020 Klagenfurt (Veranstaltungssaal)

Was meint man, wenn man Zuhause sagt? Wo ist man heimatberechtigt? Heimat wird nicht gefunden, aber sie holt einen ein, taucht im Rückspiegel auf, sobald man ausbrechen will. Von Zagreb, Klagenfurt oder Wien nach Teheran ist es oft nur ein Gedankensprung. Da wie dort interessiert sich Anna Baar weniger für Schauplätze und angebliche Sehenswürdigkeiten als für das Geheime und Verheimlichte. Sie sieht genau hin, geht über Schmerzgrenzen, erzählt von der Großmutter, die im Zweiten Weltkrieg gegen die Nazis kämpfte und im jugoslawischen Bruderkrieg vor den eigenen Leuten in ihren Keller fliehen musste, von der einst schönen, bewunderten Frau, die sich als kranke Greisin nicht zurechtmachen lässt für die Freunde aus Kärnten. Immer geht es um das Anderssein, um den Hass der Deutschkärntner gegen die Kärntner Slowenen und Jugoslawen, den Kindheitsduft von Mandeln und getrockneten Feigen, um Heimatstolz und Heimatscham, um die Erkenntnis, dass schöne Worte nicht taugen, das Schreckliche zu benennen.Einmal wütend, dann wieder zärtlich und heiter schreibt Anna Baar gegen die eigene Sprachlosigkeit an, ringt um präzise Worte für das Unsägliche und Beschönigte. Ihre Beschäftigung mit dem Vergangenen zielt auf das Heutige ab.Anna Baar, geb. 1973 in Zagreb (ehem. Jugoslawien). Kindheit und Jugend in Wien, Klagenfurt und auf der dalmatinischen Insel Brac. Ihr Debütroman "Die Farbe des Granatapfels" stand drei Monate, ihr Roman "Nil" zwei Monate auf der ORF-Bestenliste. 2020 wurde sie mit dem Humbert-Fink-Literaturpreis der Stadt Klagenfurt ausgezeichnet. Anna Baar lebt in Klagenfurt und Wien. Im Sommersemester 2022 hält sie an der AAU die Klagenfurter Vorlesungen zur Poetik.Moderation: Paul Keckeis

30 Mai

MEIN BUCH: Gaby Schaunig im Gespräch mit Anke Bosse

Veranstaltungsort: Musil-Institut, Bahnhofstraße 50, 9020 Klagenfurt (Veranstaltungssaal)

Finanzreferentin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig im Gespräch über die Bücher, die sie geprägt und beeinflusst haben.Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe lädt das Musil-Institut prominente VertreterInnen aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft ein, über „mein Buch“ zu sprechen und sich Fragen zu stellen wie:Wie prägen mich Erlebnisse mit Literatur? Welches Buch hat mich zur Literatur geführt? Was war mein liebstes Kinder- oder Jugendbuch? Was lese ich jetzt gerade und warum? Welches Buch hat mich so sehr geprägt, dass ich es unbedingt weiterempfehlen möchte?Gaby Schaunig, geboren 1965 in Klagenfurt, ist Juristin, Politikerin (SPÖ) und Landesrätin in der Kärntner Landesregierung, seit 2018 für die Bereiche Finanzen, Beteiligungen, Entwicklung und Forschung zuständig. Sie ist auch 2. Landeshauptmann-Stellvertreterin. Ab 1999 war Gaby Schaunig bereits Landesrätin für Soziales in der Kärntner Landesregierung und setzte sich in dieser Funktion besonders für die Lebensumstände und Lebensbedingungen kognitiv behinderter Menschen ein. Sie verfasste und veröffentlichte einen Bedarfs- und Entwicklungsplan, um Menschen mit Behinderung aus großen Pflegeeinrichtung auszugliedern und das Normalisierungsprinzip umzusetzen. Im Jahr 2013 kehrte sie in die Politik zurück und bekleidet seit März 2013 unter Peter Kaiser das Amt der zweiten Landeshauptmannstellvertreterin. In ihre Zuständigkeit fielen von 2013 bis 2018 die Referate: Finanzen, Wohnbau, Gemeinden, Arbeitnehmerförderung. Sie ist weiters Technologiereferentin des Landes Kärnten. Ab März 2015 verhandelte sie auf Seiten des Landes Kärnten mit den Gläubigern der Abbaubank HETA. 2016 konnten die Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden.

7 Jun

MEIN BUCH: Aron Stiehl im Gespräch mit Anke Bosse

Veranstaltungsort: Musil-Institut, Bahnhofstraße 50, 9020 Klagenfurt (Veranstaltungssaal)

Stadttheater-Intendant Aron Stiehl im Gespräch über die Bücher, die ihn geprägt und beeinflusst haben.Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe lädt das Musil-Institut prominente VertreterInnen aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft ein, über „mein Buch“ zu sprechen und sich Fragen zu stellen wie:Wie prägen mich Erlebnisse mit Literatur? Welches Buch hat mich zur Literatur geführt? Was war mein liebstes Kinder- oder Jugendbuch? Was lese ich jetzt gerade und warum? Welches Buch hat mich so sehr geprägt, dass ich es unbedingt weiterempfehlen möchte?Aron Stiehl, geboren 1969 in Wiesbaden. Er studierte an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg unter der Leitung von Götz Friedrich das Fach Musiktheater-Regie, das er mit Auszeichnung abschloss. Er wurde Regie-Assistent von Peter Konwitschny und anschließend Spielleiter an der Bayerischen Staatsoper. Von 2001 bis 2020 arbeitete Aron Stiehl als freiberuflicher Regisseur. Engagements führten ihn ins In- und Ausland.In Klagenfurt waren bereits "Schlafes Bruder" von H. Willi / R. Schneider, "Fidelio" von L. v. Beethoven sowie "End oft he Rainbow – Judy Garland, ihr Leben, ihreMusik", "Im Weißen Rössl", "Das Land des Lächelns", "Der Zauberer von Oz" und "Evita" in seiner Inszenierung zu sehen. Seit der Spielzeit 2020/21 ist Aron Stiehl Intendant des Stadttheaters Klagenfurt.