Einladung Gastvortrag von Dr. Sarah von Hagen (Göttingen) „Maritime Gewalten. Die Schlacht in den atlantischen Seekriegen, 1665–1783“, Do, 11.6., 18.15 Uhr, HS 10

Was geschah wirklich, wenn sich zwei Flotten auf hoher See gegenüberstanden? Dieser Vortrag nimmt Seeschlachten nicht als taktische Abstraktionen, sondern als Orte körperlicher Gewalt in den Blick. Auf der Grundlage von Selbstzeugnissen, Gerichtsakten und visuellen Darstellungen werden die zentralen Gewaltpraktiken des atlantischen Seekriegs zwischen 1665 und 1783 – Verbrennen, Entern, Jagen, Beschießen – analysiert und in eine „Grammatik maritimer Gewalt“ übersetzt. Dabei zeigt sich ein tiefgreifender Wandel: Während Seeschlachten im späten 17. Jahrhundert auf spektakuläre Zerstörung einzelner Schiffe setzten, dominierten im 18. Jahrhundert Formen der Erschöpfung durch koordinierte Flottengewalt. An der Schnittstelle von Militär-, Gewalt- und Kulturgeschichte erschließt der Vortrag einen in der deutschsprachigen Forschung bislang kaum erkundeten Bereich frühneuzeitlicher Kriegsführung.
Veranstalter
Vortragende(r)
Dr. Sarah von Hagen, M.A. (Göttingen)
Kontakt
Mag. Dr. Charlotte Backerra (charlotte [dot] backerra [at] aau [dot] at)












